Mitmischen, einmischen – Arbeit mitgestalten

Überlastungsanzeige

Weil Stellen unbesetzt blieben, mussten Ärzte auf einer Kinderintensivstation Dauer-Schichten leisten. Oft ohne Pause und oft, ohne die Ruhezeiten einzuhalten. Die Qualität der medizinischen Versorgung kann gefährdet sein. Das gleiche gilt, wenn wegen Krankheit zu wenige Erzieherinnen eine große Kindergruppe beaufsichtigen. Immer wenn Dritte durch Überlastung des Personals gefährdet sind oder Sachschäden zu befürchten sind, ist das ein klarer Fall für eine Überlastungsanzeige.

Eine Überlastungsanzeige ist also dann angesagt, wenn durch Unterbesetzung, schlechte Personaleinsatzplanung oder andauernde Mehrarbeit Beschäftigte an die Grenzen ihrer Leistungs- und Belastungsfähigkeit kommen. Und sie dann riskieren, Fehler zu machen.

Damit zeigen Beschäftigte ihrem Arbeitgeber oder dem Vorgesetzten ebenso, dass ihre eigene Gesundheit oder Sicherheit gefährdet ist.

Zu einer Überlastungs- oder Gefährdungsanzeige sind Arbeitnehmer per Arbeitsvertrag und nach § 15 und 16 Arbeitsschutzgesetz verpflichtet. Sie schützen sich damit selbst vor strafrechtlichen, arbeitsrechtlichen oder zivilrechtlichen Konsequenzen. Und entlasten sich von möglichen Haftungsansprüchen, wenn sie die Überlastungsanzeige unverzüglich erstattet haben.

Am Sinnvollsten ist es, wenn sich mehrere Beschäftigte zusammentun und gemeinsam eine Überlastungsanzeige stellen.

Ein geregeltes Verfahren zum Umgang mit den Überlastungsanzeigen sollte im Betrieb vorhanden sein. Dazu gehören eine Bestätigung des Eingangs und die Prüfung der Arbeitssituation.