Mitmischen, einmischen – Arbeit mitgestalten

Recht auf Beschwerde, Pflicht zur Mängelmeldung

Grundsätzlich hat jeder Beschäftigte das Recht, sich bei den zuständigen Stellen des Betriebs zu beschweren, wenn er sich vom Arbeitgeber oder von Arbeitskollegen benachteiligt, ungerecht behandelt oder in sonstiger Weise beeinträchtigt fühlt.

Beispiele für das Beschwerderecht:

  • Ungleichbehandlung 
  • schlechte Arbeitsbedingungen 
  • Belästigung durch Rauchen 
  • sexuelle Belästigung 
  • Mobbing 
  • ausländerfeindliche Äußerungen

Die „zuständigen Stellen“ können der direkte Vorgesetzte sein oder – falls er es ist, über den sich der Beschäftigte beschweren will – die nächsthöhere Führungsebene. In Betrieben mit einer gewählten Interessenvertretung kann sich der Beschäftigte nur oder zusätzlich dorthin wenden. Dem Arbeitnehmer dürfen aus der Beschwerde keine Nachteile entstehen.

Bild 1: Aktive Beteiligung, Verbesserungsvorschläge durch Beschäftigte. (Bild: Chiarina Fazio, Rechte: ergo-online)

    Beschäftigte haben sogar eine Pflicht zur Unterstützung des Vorgesetzten, Mängel im Arbeits- und Gesundheitsschutz müssen gemeldet werden, so steht es im Arbeitsschutzgesetz. Es kann sich um defekte Beleuchtung handeln oder um hohe Arbeitsüberlastung. Es ist eine Voraussetzung, dass das betriebliche System des Gesundheitsschutzes funktioniert.

    Werden auch auf mehrfache Beschwerde hin gravierende,konkret fassbare Gesundheitsgefährdungen von den Verantwortlichen im Betrieb nicht abgestellt, darf ein Beschäftigter – so sieht es das Arbeitsschutzgesetz im § 17 ausdrücklich vor, die Aufsichtsbehörden kontaktieren. Nachteile dürfen ihm nicht entstehen. Vor solch einem Schritt sollte allerdings immer der Betriebs- und Personalrat eingeschaltet werden, sofern es ihn gibt.