Grenzen respektieren – die Balance zwischen Arbeitszeit und Erholzeit finden

Arbeitszeiterfassung – noch zeitgemäß?

Die Stechuhr (als Symbol für Zeiterfassung) ist ein Instrument, um die Einhaltung der vertraglichen Arbeitszeit zu kontrollieren. Klar ist, damit wird erreicht, dass nur die tatsächlich geleistete Arbeitszeit  bezahlt wird. Und dass das Gehalt eines Beschäftigten an die Arbeitszeit gekoppelt ist. Arbeitet jemand Woche für Woche unentgeltlich mehr – beispielsweise zu Hause, um eine Arbeit in Ruhe zu Ende zu führen, reduziert sich faktisch sein Gehalt. Länger arbeiten heißt weniger verdienen.

In vielen Unternehmen haben sich Arbeitsorganisation und  Steuerungsformen geändert.  Beschäftigte arbeiten zunehmend in Teams, gemeinsam an Projekten, über Länder und Zeitzonen hinweg. Und sie sind direkt dem Kunden gegenüber verantwortlich. Reklamationen oder Änderungen schlagen direkt bei ihnen auf. Es gibt keine Ebene mehr dazwischen, die zu viel Arbeit abpuffert, umverteilt oder mit zusätzlichem Personal auffängt. Entscheidend ist bei dieser Art der Arbeitsorganisation nicht mehr, wie viel Zeit jemand mit einer Aufgabe verbringt. Entscheidend ist das Ergebnis.Leistungsbezogene Vergütungsregelungen verstärken das.

In Unternehmen mit einer solchen Arbeitsorganisation taucht häufig die Forderung auf, die Stechuhr völlig abzuschaffen oder erst gar keine Zeiterfassung einzuführen. In diesem Fall ist von „Vertrauensarbeitszeit“ die Rede.