Pausen bei Bildschirmarbeit – die Bildschirmpause

Bildschirmarbeitsverordnung

Nach der Bildschirmarbeitsverordnung (seit Dezember 2016 ersetzt durch die Arbeitsstättenverordnung Anhang 6) hat der Arbeitgeber die Tätigkeit so zu organisieren, dass die tägliche Arbeit an Bildschirmgeräten regelmäßig durch andere Tätigkeiten oder durch Pausen unterbrochen wird. Dies zielt darauf ab, die gesundheitsschädlichen Belastungen durch Bildschirmarbeit zu verringern.

Bei den belastungsreduzierenden Maßnahmen rangieren Pausenregelungen hinter Mischarbeit, denn jede Form der Tätigkeit benötigt Kurzpausen.

Die Gestaltung von Bildschirmarbeit muss damit als erstes zum Ziel haben, einen Tätigkeitswechsel im Sinne von Mischarbeit zu ermöglichen. Das Konzept Mischarbeiterfordert eine ganzheitliche Aufgabengestaltung und ausreichend Handlungsspielraum mit einem Wechsel der Tätigkeiten und einer Unterbrechung der Arbeit am Bildschirm durch andere weniger gesundheitlich belastende  Aufgaben. Das sind Arbeitsaufgaben, die nicht durch ständigen monotonen Blick auf den Monitor, durch andauernd hohe Konzentration im Umgang mit der Software und durch Dauersitzen mit Bewegungsarmut gekennzeichnet sind. Die Zwangshaltung am Bildschirm soll dabei unterbrochen werden. Allein ab und zu ein Blick in Akten oder auf die Tastatur reicht für die Definition von Mischarbeit und als Unterbrechung im Sinne der Verordnung nicht aus. Regelmäßige, arbeitstägliche Unterbrechungen der Bildschirmarbeit können Besprechungen oder andere nicht bildschirmbezogenen Tätigkeiten sein (Kopieraufgaben, Botendienste, Aktenablage oder Kundengespräche). Das Bildschirmgerät (inkl. Tablett oder Notebook) darf bei Mischarbeit nicht die Aufgaben diktieren oder dominieren (vgl. Kommentar zum Arbeitsschutzrecht von Pieper 2011).

Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung der Arbeitswelt ist belastungsreduzierende Mischarbeit kaum noch realisierbar. Sind unterschiedliche Tätigkeiten mit geistigen und körperlichen wechselnden Anforderungen nicht möglich, ist die Belastungsminderung durch eine Kurzpause, die Bildschirmpause, umzusetzen.

Bildschirmpause:

Die Unterbrechung der Bildschirmarbeit muss regelmäßig am Arbeitstag stattfinden und Belastungswechsel ermöglichen.

Bei stark vorbestimmten Arbeiten, wie z. B. Daten- und Texterfassung oder im Call Center, sollte die Bildschirmarbeit möglichst auf vier Stunden pro Tag begrenzt und Tätigkeitswechsel eingeplant werden - leider ist das in der Praxis kaum umsetzbar. Klare Regelungen der Bildschirmpause sind dann für solche einseitigen Aufgaben unbedingt notwendig.

Kurzpausen

In der Bildschirmarbeitsverordnung sind  "kurzzeitige Erholzeiten" (vgl. BGI 650) also Kurzpausen gemeint. Das sind bezahlte Arbeitsunterbrechungen. Es geht nicht um die im Arbeitszeitrecht geforderten Ruhepausen. Das Recht auf die bezahlte Bildschirmpause haben alle für den Zeitraum, in dem sie bildschirmgebunden arbeiten, z. B. mehr als 2 Stunden am Arbeitstag.

Inhalt dieses Artikels

  1. Bildschirmarbeitsverordnung
  2. Ermüdung und Leistungsfähigkeit
  3. Gestaltungsregeln