Nacht- und Schichtarbeit

Immer mehr arbeiten zu unüblichen Zeiten

Schichtarbeit nimmt zu. Mehr als 19 Millionen Menschen arbeiten zu ungewöhnlichen Zeiten, beispielsweise in Schicht, nachts (2,7 Millionen) oder am Wochenende und an Feiertagen (4,2 Millionen). Das sind 51 Prozent aller Beschäftigten. (Angaben für 2003)

Die Ausdehnung von Arbeitszeiten abends, nachts und an Wochenenden hat ökonomische und gesellschaftliche Ursachen. Je größer der Betrieb, desto wahrscheinlicher ist es, dass dort Bereiche in wechselnden Schichten arbeiten. In Produktionsbranchen sind es die Maschinenlaufzeiten, die immer häufiger maximal ausgenutzt werden sollen, um Kosten zu senken und Renditen zu steigern. In den Dienstleistungsbereichen wird den Kunden und Kundinnen ein Rund-um-die-Uhr-Service geboten (z.B. in Call Centern, im IT-Service oder im Handel), gesellschaftliche Trends spielen hier eine Rolle und der hohe Wettbewerbsdruck.

Nacht- und Schichtarbeit hat viele Gesichter

Es gibt die Wechselschicht (Arbeit zu festgelegten, wechselnden Zeiten), die Dauernachtschicht, Schichtsysteme mit und ohne Nachtschicht, ebenso wie mit und ohne Wochenendarbeit. Schichtsysteme mit 24 Stunden täglicher Betriebszeit inklusive Nacht-, Samstags- und Sonntagsarbeit heißen Konti-Schichten. Im Handel gibt es rollierende Schichten mit wechselnden Anfangs- und Endzeiten. Auch flexible Arbeitszeitsysteme können mit sehr früher oder sehr später Arbeitszeit verbunden sein, das ist allerdings keine Schichtarbeit.

Schichtarbeit ist Arbeit zu wechselnden Tageszeiten, bei der die Arbeitsplätze zur Verlängerung der täglichen Betriebszeit mehrfach besetzt werden. 

Das Arbeitszeitgesetz AZG definiert die Nachtarbeit: Nachtarbeit ist jede Arbeit die zwischen 23 und 6 Uhr mehr als 2 Stunden dauert.

Besondere Belastung Schichtarbeit

Keine Schichtarbeit ist besser als jeder noch so gute Schichtplan. Denn Nacht- und Schichtarbeit stellen eine besondere Belastung dar. Der Mensch ist tagsüber aktiv und leistungsfähig und nicht nachts.

Bild 1: Tageszeitlicher Verlauf der physiologischen Leistungsbereitschaf: Bei gleichbleibender Arbeitsanforderung beträgt die Arbeitsbelastung nach diesem Modell in der Spätschicht 13 % und in der Nachtschicht 56 % gegenüber der Frühschicht. (Quelle: Hahn 1987)

Deshalb ist es wichtig zu prüfen, ob sie sich nicht vermeiden lässt. Geht das nicht, sollte versucht werden, die größten negativen Folgen abzumildern. Das kann durch eine intelligente Schichtplangestaltung gelingen.