Altersgerechtes Arbeiten – Alters­struktur­analyse

Demografie soll stimmen

Die Altersstruktur in einem Unternehmen hängt von mehreren Faktoren ab, etwa von den sogenannten Rentenreformen der Regierung, von Ausstiegsmodellen, aber auch von der ökonomischen Situation eines Betriebes und dessen personalpolitischen Entscheidungen. Werden Ältere systematisch aus dem Betrieb gedrängt, wird auf ihr Erfahrungswissen leichtfertig verzichtet oder gibt es eine Kultur der Wertschätzung und Lernkultur, des Transfers von Wissen zwischen Jung und Alt?

Wie sich die Altersstruktur in einem Betrieb künftig zusammensetzt, ist steuerbar. Wenn die Beschäftigungsquote Älterer steigen soll, müssen sich auch Arbeitsbedingungen verbessern, muss Weiterbildung Älteren genauso offen stehen wie Jungen, müssen Vorurteile gegenüber der Leistungsfähigkeit Älterer abgebaut werden und Gesundheit und Arbeitsfähigkeit von Jungen wie von Alten eine größere Rolle spielen.

Aufgabe im Betrieb: Altersmanagement

Kein Betrieb fängt bei Null an. Aufgabe der Personalabteilung ebenso wie der Interessenvertretung ist es nun, die gemachten Erfahrungen auszuwerten, die Maßnahmen und personalpolitischen Entscheidungen sichtbar zu machen und zu prüfen, inwieweit sie für ein Altersmanagement taugen.

Voraussetzung für ein strategisches Altersmanagement ist die Analyse der Altersstruktur in einem Betrieb. Das allein reicht jedoch nicht. Denn darüber hinaus ist wichtig zu wissen, welche Kompetenzen in welchen Altersgruppen zu finden sind, wie der Gesundheitszustand der Beschäftigten ist und welche Anforderungen an sie gestellt werden.

  • Die Altersstrukturanalyse ist dazu da, um sich einen Überblick zu verschaffen, verlässliche Daten zu erhalten und den demografischen Wandel im Betrieb zu thematisieren.
  • Mit einer Gefährdungsanalyse lässt sich ermitteln, welche Tätigkeiten gesundheitsbelastend sind. Das ist die Grundlage, um gesundheits- und alternsgerechte Arbeitsplätze zu schaffen.
  • Der Betrieb braucht einen Überblick über die Qualifikation der Beschäftigten, muss wissen, welcher Kompetenzen fehlen und wie diese in Form betrieblicher Weiterbildung zu vermitteln sind.
  • Das betriebliche Eingliederungsmanagement hilft, älteren und beeinträchtigten Beschäftigten ihre Gesundheit zu erhalten.

Quick-Check

Um sich einen ersten Überblick zu verschaffen, hilft der folgende Quick-Check.

Tabelle 2: Quick Check. (Quelle: Gemeinschaftsinitiative Gesünder Arbeiten, GIGA)

Risiken

Stimmt der Altersmix in einem Betrieb nicht und wird der Altersstrukturwandel in Zukunft nicht gesteuert, kann das erhebliche Folgen für einen Betrieb haben. Beispiel: Sind die qualifizierte Angestellte überwiegend zwischen 40 und 55 Jahre alt, ist abzusehen, wann deren gesamtes Know-how einem Unternehmen verloren geht.