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Arbeit im Büro gesund gestalten

Grundwissen
Unterrichtung & Unterweisung

Autorin: Regine Rundnagel


 

Bildquelle: Bild 1: BGW; Bild 2: DGUV Bilddatenbank

Wer informiert ist und sich auskennt, kann auch selbst etwas tun, um sich am Arbeitsplatz vor Gesundheitsgefahren zu schützen. Damit das funktioniert, gibt es im Arbeitsschutzgesetz die Pflicht des Arbeitgebers, Beschäftigte zu unterweisen.


  • Möglichkeiten der Interessenvertretungen
  • Fachliche Grundlagen
  • Rechtliche Grundlagen

Für Schnellleser/innen:
Ziel einer Unterweisung im Arbeits- und Gesundheitsschutz ist es, Wissen zu vermitteln, Fertigkeiten zu trainieren und Beschäftigte dazu zu motivieren, Risiken zu vermeiden, auf Sicherheit zu achten und gesundheitsfördernde Ressourcen zu nutzen. Es kann bei einer Unterweisung zum Beispiel darum gehen, wie der Bildschirm aufgestellt werden muss, damit Beschäftigte nicht unter Augenbrennen, Kopf- und Nackenschmerzen oder Schmerzen in Schultern, Armen und Händen leiden. Wie die Unterweisungen zu erfolgen hat, wer sie durchführt und in welchen Abständen, ist festgelegt. Unterweisungen sind als Anweisungen des Arbeitgebers zu verstehen, sie nicht zu beachten, kann arbeitsrechtliche Folgen nach sich ziehen.


Ziele und Rechtsgrundlagen Unterweisung

Der Gesetzgeber hat die große Bedeutung der Information und Beteiligung der Beschäftigen für die Prävention von Gesundheitsgefahren erkannt und die Pflicht des Arbeitgebers/Unternehmers zur Unterweisung oder Unterrichtung im Arbeitsschutzgesetz festgeschrieben.

Ergänzt werden diese Regelungen durch das Betriebsverfassungsgesetz mit der Pflicht zur Unterrichtung der Beschäftigten über ihre Arbeitsaufgaben und ihre Verantwortung sowie ihre Belehrung zu den Unfall- und Gesundheitsgefahren, den Maßnahmen zu ihrer Abwendung und den Erste-Hilfe- und Notfallmaßnahmen.

Das Jugendarbeitsschutzgesetz, die Gefahrstoffverordnung, die Betriebssicherheitsverordnung und die Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention" konkretisieren und erweitern die Unterweisungspflicht für spezielle Bereiche. Auch die Arbeitsstättenverordnung fordert: „Der Arbeitgeber hat den Beschäftigten ausreichende und angemessene Informationen anhand der Gefährdungsbeurteilung in einer für die Beschäftigten verständlichen Form und Sprache zur Verfügung zu stellen… und sie anhand dieser Informationen zu unterweisen.“ (ArbStättV von 2016 § 6 )

Inhalte und Gestaltung

Unterweisungen müssen so organisiert werden, dass sie wirksam sind und Beschäftigte sie in ihrem Arbeitsalltag umsetzen. Wichtig für die Wirksamkeit der Unterweisungen sind das Umfeld, die Erwartungen und die Reaktionen der Führungskräfte. Eine Unterweisung kann erfolgreich sein, wenn die folgenden Anforderungen beachtet werden.

Grundsätzliche Anforderungen

Anforderungen an wirksame Unterweisung

Information über alle gesundheits- und sicherheitsrelevanten Fragen des Arbeitsplatzes und des Aufgabenbereiches.
Beispielsweise für Bildschirmarbeit die Bildschirmaufstellung, die ergonomische Einstellung des Arbeitsstuhls, der Prävention von Rückenschmerz und auch zu Fragen der Stressprävention, wenn das zu den Belastungen am Arbeitsplatz gehört.
Praxis- und tätigkeitsbezogene Informationen, die an die Aufgaben, den Arbeitsplatz und die speziellen Gefahren- und Belastungsmomente angepasst sind, etwa die Sensibilisierung über die Blendung am Bildschirm.
Verständliche und der Zielgruppe angemessene Informationen, wenn notwendig, auch die Unterweisung in der Muttersprache. Vorkenntnisse und Sprache sowie Grundsätze der Erwachsenenbildung müssen berücksichtigt werden. Informationen und praktische Übungen direkt an einem Beispielarbeitsplatz sind ebenso empfehlenswert wie Videos, Bildmaterial und Fachreferenten.
Information über die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung und die daraus folgenden Maßnahmen zur Vermeidung oder Minderung von Gefährdungen und Belastungen.
Informationen zu den vorhandenen Betriebs- und Arbeitsanweisungen.
Informationen und Übungen zum individuellen gesundheitsfördernden Verhalten, wie ergonomisches Sitzen oder Tipps zur Stressvermeidung. Durchführung in einer ungestörten, entspannten Lernatmosphäre.

Unterweisungen stellen Anweisungen dar, mit denen der verantwortliche Arbeitgeber verbindliche Regeln dokumentiert.

Ziel einer Unterweisung im Arbeits- und Gesundheitsschutz ist es, Wissen zu vermitteln, Fertigkeiten zu trainieren und zu einem Verhalten im Arbeitsalltag zu motivieren, das Risiken vermeidet, auf Sicherheit achtet und gesundheitsfördernde Ressourcen nutzt.

Spezielle gesetzliche Regelungen zu Inhalten

Der Mutterschutz fordert Besonderheiten für die Unterweisungen zu speziellen Gefährdungen für werdende Mütter, ebenso das Jugendarbeitsschutzgesetz.

Die Lastenhandhabungsverordnung § 4 fordert bei der Unterweisung genaue Angaben zur sachgemäßen manuellen Handhabung von Lasten und der Gefahren bei unsachgemäßer Ausführung der Tätigkeit. Die Betriebssicherheitsverordnung § 12 fordert angemessene Informationen anhand der Gefährdungsbeurteilung in einer für die Beschäftigten verständlichen Form und Sprache vor der erstmaligen Benutzung von Arbeitsmitteln, dazu gehören Maschinen und Werkzeuge und auch Bildschirmgeräte.

Die Benutzerverordnung für Persönliche Schutzausrüstungen § 3 fordert zur sicherheitsgerechten Nutzung, etwa von Sicherheitsschuhen, eine Unterweisung, die Biostoffverordnung § 14 zu Hygieneregeln und Umgang mit Spritzen im Gesundheitsbereich.

Erstunterweisung vor Aufnahme der Tätigkeit

Die Erstunterweisung neueingestellter Mitarbeiter/innen soll allgemeine und arbeitsplatzbezogene Inhalte haben. Die Ziele, die Organisation sowie die Ansprechpartner des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Betrieb müssen bekannt sein, über Erste Hilfe, Rettungswege, Brandschutz, Warnsignale, Unfallschwerpunkte muss ein neuer Kollege und eine neue Kollegin Bescheid wissen.

Arbeitsplatzbezogen geht es in der Erstunterweisung um die Arbeitsverfahren, die Arbeitsmittel, Umgebungseinflüsse und insgesamt um die speziellen Gefährdungen und Belastungen am jeweiligen Arbeitsplatz.

Auf die Erstunterweisung sollte besonderes Augenmerk gelegt werden, weil dem Beschäftigten die Arbeitsbedingungen neu und die Gefährdungen für die Gesundheit unbekannt und noch schwer einschätzbar sind.

Betriebsanweisungen

Betriebsanweisungen sind schriftliche Informationen und Anweisungen, die in einer genormten Form für bestimmte Gefahren erstellt werden müssen und am Arbeitsplatz oder an der Maschine ausgehängt werden. Sie sind dann Teil der Unterweisung. Vorgeschrieben ist das für den Einsatz von Maschinen, elektrischen Geräten, Einsatz von Biostoffen oder Gefahrstoffen bei der Arbeit. Betriebsanweisungen fassen die wichtigsten Sicherheitsaspekte zusammen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können jederzeit wichtige Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln nachlesen.

Unterrichtung

Unterrichtung meint die allgemeine Informationspflicht des Arbeitgebers gegenüber dem Beschäftigten, dazu können Betriebsanweisungen, Unterweisungen oder Anweisungen und sonstige Informationsmaßnahmen gehören.

Die Unterweisung bezieht sich immer auf die tätigkeitsbezogene und handlungsorientierte Information über mögliche Gefahren, sicherheits- und gesundheitsgerechtes Verhalten und sowie Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz. Sie umfasst Information und aufgabenbezogenes Training.

Zielgruppen für Unterweisungen

Unterweisungen richten sich an alle Beschäftigten des Unternehmens, dazu gehören auch Auszubildende und Fremdpersonal. Zu beachten ist:

Die Unterweisung der Leiharbeitnehmer/innen erfolgt durch den Entleiher zu den spezifischen Bedingungen am Arbeitsplatz. Der Verleiher ist verantwortlich für die Erstunterweisung und Unterweisung zu allen Grundfragen, und auch für die Erstunterweisung.
Die Unterweisung der Telearbeiter/innen und von Beschäftigten in „mobiler Arbeit im Homeoffice, unterwegs und bei Kunden“ sollte die sichere und gesundheitsgerechte Gestaltung des Heimarbeitsplatzes und des Arbeitens unterwegs enthalten.
Eine Unterweisung der Freelancer oder Fremdfirmenmitarbeiter/innen ist notwendig, weil sie durch ihr Verhalten in das betriebliche Geschehen hineinwirken. Die Arbeitgeber haben sich zu den Gefahren am Arbeitsplatz gegenseitig zu informieren und die Unterweisung abzustimmen (Arbeitsschutzfragen im Vertrag klären). Zumindest besteht eine Kontrollpflicht des Arbeitgebers nach § 8 Arbeitsschutzgesetz.
Unterweisungen von Jugendlichen müssen halbjährlich erfolgen und pädagogische Regeln und spezifische Verhaltensweisen in diesem Alter beachten. Mutterschutzbezogene Unterweisungen müssen für alle infrage kommenden Frauen erfolgen, nicht erst wenn eine Frau ihre Schwangerschaft meldet. Sie sind bei besonderen Gefährdungen und Beschäftigungsverboten notwendig, auch zu Sommerhitze.

Zeitpunkt der Unterweisung

Wirksam wird eine Unterweisung, wenn sie rechtzeitig erfolgt, wenn ihre Umsetzung regelmäßig geprüft wird und danach gehandelt wird. Der Gesetzgeber fordert die Unterweisung:

  • vor Aufnahme einer Tätigkeit
  • regelmäßig mindestens einmal im Jahr
  • halbjährlich bei Jugendlichen
  • bei Veränderung im Arbeitsbereich, etwa bei der Einführung neuer Geräte, Software oder einer veränderten Arbeitsorganisation, wenn sich Gefährdungen und Belastungen ändern. Die Anpassung der Unterweisung an die Gefährdungsentwicklung setzt dabei immer die Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung bei sicherheitswidrigem Verhalten, Unfällen und Erkrankungsschwerpunkten voraus.

Auch die Häufigkeit kann über die Mindestanforderung hinaus variieren, je nach Gefahren und Verhalten der Beschäftigten. Das bestimmt das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung.

Durchführung der Unterweisung

Form
Form und Dauer der Unterweisungen sind nicht festgelegt. Sie lassen sich an die betriebsüblichen Verfahren anpassen und können in die Abteilungsbesprechungen, Teamsitzungen oder in Weiterbildungsmaßnahmen integriert werden. Sie finden während der Arbeitszeit statt.

Wichtig ist, dass die Unterweisung verständlich ist. Das Gespräch und das praktische Üben sind der wirksamste Weg der Informationsaufnahme. Deshalb sollte die Unterweisung mündlich stattfinden, ergänzt durch Broschüren oder online-Informationen. Reine E-Learning-Verfahren reichen nicht, sie können ergänzend zum jederzeitigen Abruf zur Verfügung stehen. Das Verlesen von Vorschriften oder Frontalunterricht ist ebenfalls nicht sinnvoll.

Unterweisungen sollen als Dialog geführt werden. Die Grundlage ist immer das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung. Das haben Urteile des Bundesarbeitsgerichts bestätigt. Jede nachfolgende Unterweisung kann im Sinne der Wirkungskontrolle von Verbesserungsmaßnahmen aus der Gefährdungsbeurteilung organisiert werden.
Durchführende

Für die Durchführung der Unterweisung sind der Arbeitgeber und - je nach Pflichtenübertragung - die Führungskräfte in ihrem Bereich verantwortlich. Führungskräfte haben Anweisungskompetenz, dies kann die Wirksamkeit der Unterweisung erhöhen. Nicht immer ist es sinnvoll, dass die Führungskräfte selbst die Unterrichtung vornehmen. Ihnen stehen dazu beratend die Fachkraft für Arbeitssicherheit oder der Betriebsarzt zur Verfügung. Diese können Teile der Unterweisung übernehmen.

Eine Weiterbildung zu den grundlegenden Fragen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes sollten die Verantwortlichen allerdings auf jeden Fall in Anspruch nehmen, um ihrer Führungsaufgaben nachkommen zu können.
Erfolgskontrolle

Die Verantwortlichen müssen sich davon überzeugen, dass die Beschäftigten die Unterweisung ausreichend verstanden haben und ihr Verhalten entsprechend ausrichten. Geschieht dies nicht, muss die Unterweisung wiederholt werden.

Eine schriftliche Dokumentation der Unterweisung ist eine Pflicht nach DGUV Vorschrift 1. Die Dokumentation weist dies nach, die Unterweisung stellt schließlich eine verhaltensbezogene Maßnahme des Arbeitsschutzes zur Vermeidung von Gefährdungen dar. Grundsätzlich gibt es keine Vorschriften zur Teilnahmebestätigung der Unterweisung per Unterschrift der Beschäftigten. Eine schriftliche Bestätigung der Teilnahme empfehlen die Unfallversicherungsträger, damit bestätigen Teilnehmende, dass sie die Inhalte verstanden haben. Wenn allerdings zu vermuten ist, dass das Sprachverständnis nicht ausreicht, dann ist die Erfolgskontrolle umso wichtiger. Entscheidend ist, ob im täglichen Arbeitsablauf ein sicherheits- und gesundheitsbewusstes Verhalten sichtbar wird.

Mitbestimmung

Die betriebliche Interessensvertretung hat Mitbestimmungsrechte über Form, Inhalt und Zeitpunkt der Unterrichtungen und Unterweisungen. In einem größeren Unternehmen empfiehlt es sich, Methoden, Materialien und Fachreferenten gemeinsam zu koordinieren, etwa im Arbeitsschutzausschuss.

Unterweisungen im Dialog sind ein Stück der Partizipation von Beschäftigten an der Gestaltung ihrer Arbeitsbedingungen.

Pflichten der Beschäftigten

Beschäftigte haben die gesetzliche Pflicht, entsprechend den Anweisungen für ihre Gesundheit und Sicherheit Sorge zu tragen und alle Arbeitsmittel bestimmungsgemäß einzusetzen. Das heißt, die Aufstellung des Bildschirmgerätes soll nach ergonomischen Anforderungen angepasst an die Arbeitsaufgabe erfolgen und sich nicht nach Gewohnheiten und individueller Präferenzen richten. Hilfreich wird es dabei sein, mit den Vorgesetzten oder dem Sicherheitsbeauftragten oder der Fachkraft für Arbeitssicherheit gemeinsam über eine ergonomisch optimale Gestaltung des Arbeitsplatz ins Gespräch zu kommen.

Je nach Gefährdungssituation kann ein sicherheitswidriges Verhalten entgegen Unterweisungen und Anweisungen arbeitsrechtliche Konsequenzen haben. Auch das müssen Beschäftigte wissen.

Am besten lassen sich Beschäftigte überzeugen, wenn sie an die Gestaltung ihrer Arbeitsplätze und bei Planung von Arbeitsprozessen beteiligt werden. Dies erhöht die Akzeptanz; mit dem Wissen der Betroffenen kann so manche Fehlentscheidung vermieden werden.

Rechtsquellen und Normen

Gesetze und Verordnungen

  • Arbeitsschutzgesetz (ArbschG)
    • § 8 Zusammenarbeit mehrerer Arbeitgeber
    • § 12 Unterweisung
    • § 14 Unterrichtung und Anhörung der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes
    • § 15 Pflichten der Beschäftigten
  • Jugendarbeitsschutzgesetz
    • § 5 (4b) Unterrichtung der Personensorgeberechtigten über mögliche Gefahren und getroffene Maßnahmen zu deren Vermeidung
    • § 29 Unterweisung über Gefahren
  • Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz MuSchArbV
    • § 2 Unterrichtung
  • Arbeitnehmerüberlassungsgesetz
    • § 11 Sonstige Vorschriften über das Leiharbeitsverhältnis
  • Arbeitsstättenverordnung 2016
    • § 6 Unterweisung
  • Betriebssicherheitsverordnung
    • § 12 Unterweisung und besondere Beauftragung von Beschäftigten
  • Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG)
    • § 81 Unterrichtungs- und Erörterungspflicht des Arbeitgebers gegenüber den Arbeitnehmern
    • § 87 (1) Nr. 7 Mitbestimmung bei Regelungen über die Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten sowie über den Gesundheitsschutz im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften oder der Unfallverhütungsvorschriften
  • Hessisches PersVG (HPVG)
    • § 74 (1) Nr.6 Mitbestimmung bei Maßnahmen zur Verhütung von Dienst- und Arbeitsunfällen und sonstigen Gesundheits¬ schädigungen,
  • Bundes-PersVG (BPersVG)
    • § 75 (3) Nr. 11. Mitbestimmung bei Maßnahmen zur Verhütung von Dienst- und Arbeitsunfällen und sonstigen Gesundheits¬schädigungen,
DGUV Vorschriften, Informationen und Regeln

Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 1: Grundsätze der Prävention

  • § 4 Unterweisung des Versicherten
  • § 13 Pflichtenübertragung
  • § 15 Allgemeine Unterstützungspflichten und Verhalten
  • § 16 Besondere Unterstützungspflichten
  • § 31 Besondere Unterweisungen
DGUV Information 211-005 - Unterweisung - Bestandteil des betrieblichen Arbeitsschutzes (bisher: BGI 527)
Rechtsprechung

Bundesarbeitsgericht: BAG vom 11.1.2011, AZ: 1 ABR 104/09 Unterweisung zum Arbeitsschutz, Mitbestimmung des Betriebsrates nach BetrVG § 87 (1) Nr. 7:
Der Betriebsrat hat Mitbestimmung bei betrieblichen Regelungen zur Unterweisung. Bei Nichteinigung entscheidet die Einigungsstelle nach § 76 BetrVG. Die Einigungsstelle muss allerdings hierbei die Erkenntnisse der Gefährdungsanalyse i.S.v. § 5 ArbSchG berücksichtigen und die konkrete arbeitsplatz- oder aufgabenbezogene Unterweisung daran ausrichten. Sie kann sich nicht darauf beschränken, nur allgemeine Bestimmungen über die Unterweisung zu Gefahren am Arbeitsplatz aufzustellen.

HESSISCHES-LAG: 28.10.2010 Aktenzeichen: 5 TaBV 43/10
Regelung der Unterweisung setzt Gefährdungsbeurteilung voraus.

Eine Betriebsvereinbarung mit allgemeinen Regelungen über die Unterweisung zu Gefahren am Arbeitsplatz (§ 12 ArbSchG) ohne vorherige Gefährdungsanalyse (§ 5 ArbSchG) ist unwirksam.

Literatur

Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (Hrsg.):
Praxis Unterweisung und Kommunikation. Erfolgreich, sicher und gesund arbeiten. Infos und Tipps für die Unterweisung.
Hamburg 2012, (Kurzbroschüre)

Wissmann, Fritzi:
Vom Unterweisen zum Dialog.
in: Arbeit und Gesundheit spezial, 01/2010

Zum Vertiefen:

Gruber/Mierdel:
Unterweisung Gefährdungsbezogen.
Bochum (Verlag Technik&Information) 2009

inqa pflege – Initiativkreis gesund pflegen(Hrsg.):
Unterweisung im Dialog
Initiative Neue Qualität der Arbeit/c/o Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund o.J.

Berufsgenossenschaft BG ETEM (Hrsg.):
Unterweisung planen und durchführen.
Köln o.J.

Initiative Neue Qualität der Arbeit /Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Hrsg.):
Unterweisung: Führen, Beteiligen, Erkennen und Vermindern von psychischen Belastungen.
Berlin/Dortmund/Dresden 2005

Birgit Ganz:
Unterweisung. Erfolgreich unterweisen im Dienstleistungsbereich.
Mit Checklisten und CD-ROM, 2. Auflage
Wiesbaden (Universum Verlagsanstalt) 2006

Bundesanstalt für für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Hrsg.):
Moderieren leicht gemacht
Dortmund 2004, download www.baua.de

Bundesanstalt für für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Hrsg.):
Gestaltung von lernförderlichen Unternehmenskulturen zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit.
Fachbeitrag, Dortmund 2011

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Handlungshilfe 1 - Planungshilfe Unterweisung
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Der Servicebereich

Rechtsquellen und Normen

Gesetze und Verordnungen
  • Arbeitsschutzgesetz (ArbschG)
    • § 8   Zusammenarbeit mehrerer Arbeitgeber
    • § 12 Unterweisung
    • § 14 Unterrichtung und Anhörung der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes
    • § 15 Pflichten der Beschäftigten
  •  Jugendarbeitsschutzgesetz
    • § 5 (4b) Unterrichtung der Personensorgeberechtigten über mögliche Gefahren  und getroffene Maßnahmen zu deren Vermeidung
    • § 29 Unterweisung über Gefahren
  • Mutterschutz-Arbeitsplatzverordnung MuSchArbV
    • § 2 Unterrichtung
  •  Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG)
    • § 81 Unterrichtungs- und Erörterungspflicht des Arbeitgebers gegenüber den Arbeitnehmern
    • § 87 Mitbestimmung
  •  Arbeitnehmerüberlassungsgesetz
    • § 11 Sonstige Vorschriften über das Leiharbeitsverhältnis
  •  Lastenhandhabungsverordnung
    • § 4 Unterweisung
  • Gefahrstoffverordnung
    • § 14 Unterrichtung und Unterweisung der Beschäftigten (schriftliche Betriebsanweisung und mündliche Unterweisung)
  •  Betriebssicherheitsverordnung
    • § 9 Unterrichtung und Unterweisung

Berufsgenossenschaftliche Vorschriften, Informationen und Regeln
  • Berufsgenossenschaftliche Vorschrift (Unfallverhütungsvorschrift) BGV A1: Grundsätze der Prävention
    • § 4 Unterweisung des Versicherten
    • § 13 Pflichtenübertragung
    • § 15 Allgemeine Unterstützungspflichten und Verhalten
    • § 16 Besondere Unterstützungspflichten
    • § 31 Besondere Unterweisungen 
  •  Unfallverhütungsvorschrift GUV-V A1: Grundsätze der Prävention (Unfallkassen des öffentlicher Dienstes)
    • § 4 Auslegen von Unfallverhütungsvorschriften, Unterweisung der Versicherten
    • § 13 Pflichtenübertragung
    • § 15, 16 Allgemeine und besondere Unterstützungspflichten
    • § 31 besondere Unterweisungen
Rechtsprechung

Bundesarbeitsgericht: Unterweisung zum Arbeitsschutz, Mitbestimmung des Betriebsrates nach BetrVG § 87 (1) Nr. 7 - BAG vom 11.1.2011, AZ: 1 ABR 104/09
Der Betriebsrat hat Mitbestimmung bei betrieblichen Regelungen zur Unterweisung. Bei Nichteinigung entscheidet die Einigungsstelle nach § 76 BetrVG. Die Einigungsstelle muss allerdings hierbei die Erkenntnisse der Gefährdungsanalyse i.S.v. § 5 ArbSchG berücksichtigen und die konkrete arbeitsplatz- oder aufgabenbezogene Unterweisung daran ausrichten. Sie kann sich nicht darauf beschränken, nur allgemeine Bestimmungen über die Unterweisung zu Gefahren am Arbeitsplatz aufzustellen.  

Literatur

- Zum Einlesen:  

Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (Hrsg.):
Praxis Unterweisung und Kommunikation. Erfolgreich, sicher und gesund arbeiten. Infos und Tipps für die Unterweisung.
Hamburg 2012, download unter www.vbg.de (Kurzbroschüre)

Wissmann, Fritzi:
Vom Unterweisen zum Dialog.
in: Arbeit und Gesundheit spezial, 01/2010, download unter www.arbeit-und-gesundheit.de

Birgit Ganz:
Unterweisung. Erfolgreich unterweisen im Dienstleistungsbereich.
Mit Checklisten und CD-ROM, 2. Auflage
Wiesbaden (Universum Verlagsanstalt) 2006 

Chr. Eggerdinger, M. Giesert:
Unterweisung: Führen, Beteiligen, Erkennen und Vermindern von psychischen Belastungen.
hg. V. Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, INQA Bericht Nr. 7 Berlin/Dortmund/Dresden 2005

 

-Zum Vertiefen:  

Seifert, J. :
Visualisieren, Präsentieren, Moderieren
21. Auflage, Offenbach (Gabal Verlag) 2004 

Psychologische Grundlagen für Beratungsgespräche zur Arbeitssicherheit.
Qualifizierung 3, hg. v. Bundesanstalt für Arbeitschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund 2001

Qualifizierung lernungewohnter und lernentwöhnter Arbeitnehmer.
QUALIFIZIERUNG 2, hg. v. Bundesanstalt für Arbeitschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund 2000 

Moderieren leicht gemacht
QUALIFIZIERUNG 12, hg. v. Bundesanstalt für Arbeitschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund 2004, download www.baua.de

Die folgenden Materialien sind zwar technisch orientiert, ihre Grundprinzipien allerdings übertragbar auf Büroarbeit.  

Berufsgenossenschaftliche Information BGI 527:
Sicherheit durch Unterweisung,
hg. von den Metall-Berufsgenossenschaften 

Waldemar Becker:
Die Erstunterweisung: Ein Instrument für Motivation,
Qualität und Sicherheit, in: Brücke 3/2003, hg, v. Berufgenossenschaft für Feinmechanik und Elektrotechnik 

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in: Brücke 3/2000, hg. von Berufgenossenschaft für Feinmechanik und Elektrotechnik

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Letzte Änderung: 20.9.2013

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Rechtsquellen
  • Arbeitsschutzgesetz
  • Betriebsverfassungs-
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  • Birgit Ganz:
    Unterweisung. Wiesbaden 2006


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