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Arbeit im Büro gesund gestalten

 Kurs
Der ergonomische Bürostuhl

Autorin: Ulla Wittig-Goetz

Übersicht

Die Kriterien für einen ergonomischen Bürostuhl beziehen sich auf

  • Gestaltung und Verstellbarkeit der Sitzfläche
  • Regulierbarkeit und Form der Rückenlehne
  • Synchrone Bewegung von Sitzfläche und Rückenlehne
  • Ausführung der Armstützen
  • Sitztiefenfederung
  • Standsicherheit

Langes und falsches Sitzen stellt eine Gesundheitsgefahr für den Büroarbeiter von heute dar. Um so wichtiger ist ein guter Stuhl. Der ergonomisch optimierte Bürodrehstuhl will zum richtigen, sprich gesundheitserhaltenden Sitzen gewissermaßen automatisch beitragen.

Ein noch so komfortabler Stuhl ersetzt nicht Bewegung

Auf dem Markt bieten die Hersteller unterschiedliche Modelle an. Sie unterscheiden sich je nach Ausstattung im Sitzkomfort und können unterschiedliche Bedürfnisse von NutzerInnen befriedigen. Allerdings macht selbst modernste Stuhltechnologie einen "bewegungsaktiven" Arbeitsalltag nicht überflüssig und stellt keinen Ersatz für die geforderte Steh-Sitz-Dynamik dar. Außerdem muss man sie richtig einstellen.
Dynamische Rückenlehne
 
Ergonomische Bürostühle verfügen über eine Rückenlehne, die den Oberkörper ständig abstützt - ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken. Dabei folgt sie allen natürlichen Dreh-, Rückwärts- und Seitwärtsbewegungen und ermöglicht dynamisches Sitzen. Moderne Bürostühle lassen sich zudem auf das persönliche Körpergewicht einstellen. Dies sorgt für einen optimalen Andruck der Rückenlehne. Auch die Höhenverstellung der Rückenlehne schafft eine korrekte Anpassung an die individuellen Körpermaße.
Synchronmechanik

In einem optimal abgestimmten, synchronen Verhältnis folgen Rückenlehne und Sitz jeder Bewegung des Sitzenden in einem körpergerechten Winkel. Eine gute Synchronmechanik hat folgende Eigenschaft: Das Bewegungsverhältnis zwischen Sitz und Lehne beträgt 1:2 bis 1:3. 

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Bild 1 und 2: Arbeitsstuhl mit Synchromechanik. (Quelle: Grahl GmbH)
Integrierte höhenverstellbare Lendenwirbelabstützung
Die höhenverstellbare Lendenwirbelabstützung ermöglicht eine punktgenaue Abstützung der Wirbelsäule für Menschen unterschiedlicher Köpermaße. Sie unterstützt die natürliche S-Form der Wirbelsäule auch bei vorderer Sitzhaltung.

Vielfältige Modelle

ergonomischer-stuhl-3Einige Stuhlmodelle verfügen über ergonomisch geformte Zonen auf der Rückenlehne, die mit unterschiedlichen Polsterhärten die Rückenmuskulatur stimulieren sollen. Auf dem Markt gibt es bspw. auch zweigeteilte Rückenlehnen, die sich durch Höhen- und Breiteneinstellung flexibel an den Benutzer oder die Benutzerin anpassen. Dadurch werde die Wirbelsäule um bis zu 20 Prozent des Körpergewichts entlastet, verspricht die Werbung.

Bild 3: Bürostuhl mit geteilter Rückenlehne.(Quelle: Grahl duo-back)
Besondere Ausführungen
 
Einige Büromöbelhersteller bieten inzwischen Bürostühle an, die eine besondere Art des dynamischen Sitzens ermöglichen. So hat ein Anbieter Schwingelemente in die Stühle montiert. Diese reagieren sensibel auf die vom Sitzenden ausgehenden Bewegungsimpulse und werden als harmonische Bewegungen auf den Menschen wieder zurück übertragen. Auf dem Markt gibt es auch einen Stuhl, der mit einem Elektromotor ausgestattet ist. Er sorgt dafür, dass der Benutzer stets bewegt wird und es selbst gar nicht bemerkt. Bei Gebrauch dreht sich der Stuhl um 0,8 Grad jeweils nach links und rechts. Zudem rotiert leicht die Sitzfläche. Dies soll die Wirbelsäule stimulieren. Bei einem weiteren Bürostuhl werden dreidimensionale Schwingungen mechanisch erzeugt und über die Lehne auf den Rücken des Sitzenden übertragen. Der Hersteller verspricht, dass sich beim Sitzenden das subjektive Wohlbefinden erhöhe und die Sitzbelastung reduziere. Vorhandene Fehlhaltungen würden korrigiert und so Folgeschäden verhindert. 

Auch Stühle, deren Sitze rundum beweglich sind, sind heute auf dem Markt erhältlich. Sie integrieren die therapeutisch allgemein anerkannten Vorteile des Ballsitzens in Bürostühle, vermeiden aber die Nachteile des Sitzballs, der weder Arme noch Rücken stützt und unbeabsichtigt wegrollen kann. 

Nackenstützen
 
Höhen- und tiefenverstellbare Nackenstützen entlasten zusätzlich den Halswirbelsäulenbereich.
Armlehnen je nach Wunsch

Verschiedenen Armlehnen passen sich jeder beliebigen Arbeitssituation an. Unterschiedlich geformte und höhenverstellbare Modelle sorgen für eine entspannte Arm- und Schultermuskulatur. Dabei können die individuellen Längenmaße und Bedürfnisse berücksichtigt werden. Speziell für die Bildschirmarbeit werben Anbieter für Armauflagen, die dreidimensional in Höhe, Tiefe und Breite verstellbar sind.

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Bild 4 und 5: Verstellbare Armlehen. (Quelle: Grahl Duo-back Ergoarm) 
Anatomisch gestylter Sitz
Eine anatomisch geformte Sitzfläche stellt sicher, dass der Benutzer exakt an der Rückenlehne sitzt und sich das Becken in der richtigen Stellung befindet. Dabei wird die Wirbelsäule durch die Aufrichtung des Beckens in ihrer natürlichen S-Form gehalten. Auch eine regulierbare Sitztiefe bietet unterschiedlich großen Menschen immer die richtige Sitzfläche.
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Bild 6: Schiebesitz. Die Sitztiefe läßt sich zur Anpassung an die Beinlänge um ca. 11 cm verstellen. (Quelle: Grahl GmbH)
Bandscheibensitz
 
Der vordere Teil der Sitzfläche ist so geformt, dass die gesamte Sitzfläche benutzt wird.  Der hintere Sitzteil steigt kräftig an und stützt das  Becken wirkungsvoll.

Weich abfedern

 
Sitztiefenfederung gewährleistet ein leichtes Abfedern beim Hinsetzen und verhindert dadurch Stauchungen der Wirbelsäule.

Polsterung

 
Atmungsaktive Polster bewirken auch im Sommer ein angenehmes Sitzklima. Sie verhindern Wärme- und Feuchtigkeitsstau.

Sitzneigung

Entgegen der früheren Auffassung vom Sitzen im 90°-Winkel empfehlen viele Ergonomen inzwischen eine leicht abfallende Sitzfläche, um insbesondere die Blutzirkulation im Kniekehlenbereich nicht zu behindern und damit die Wirbelsäule in ihrer natürlichen S-Form verbleibt. Moderne Bürostühle sind dafür mit einer Sitzneigeverstellung ausgestattet.

 

Bild 7: Stuhl mit Sitzneigung. (Quelle: Labofa)

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Letzte Änderung: 05.01.2004

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