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Arbeit im Büro gesund gestalten

Grundwissen
Stress am Arbeitsplatz und seine Folgen

Autorin: Ulla Wittig-Goetz

Übersicht

  • Arbeitsmenge, Zeitdruck und Hektik im Job nehmen kontinuierlich zu.
  • Stress am Arbeitsplatz gefährdet die Gesundheit, und Dauerstress schädigt den Organismus.
  • Als berufliche Stressoren gelten hoher Termin- und Leistungsdruck, arbeiten an mehreren Aufgaben gleichzeitig, Konflikte mit Vorgesetzten und Kollegen oder ständige Unterbrechungen.
  • Wer seine Arbeit kaum selbst bestimmen und einteilen kann und ständig mehr bringen muss, unterliegt erheblichen Gesundheitsrisiken.
  • Die Informations- und Kommunikationstechnologien haben die Arbeit tiefgreifend verändert und beschleunigt, Ökonomie und globale Vernetzung lassen Leistungsanforderungen steigen.
  • Viele Beschäftigte haben inzwischen Schwierigkeiten, sich nach der Arbeit zu regenerieren. Auch deshalb, weil sie beruflich erreichbar sein müssen.

Stress ist zu einem der größten Gesundheitsrisiken in der modernen Arbeitswelt geworden. Dies ergab eine Untersuchung in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Danach nehmen Leistungsverdichtung, Arbeitstempo und Zeitdruck ständig zu und lagen im Jahr 2000 deutlich höher als im Vergleichsjahr 1990. Der Stressreport der Bundesregierung (repräsentative Befragung von 20.000 Beschäftigten) von 2012 stellt fest, dass nach dem sehr hohen Anstieg der Belastungen bis Mitte der 2000er Jahre sich die Belastungswerte zwischen 2005 und 2011 auf hohem Niveau eingependelt haben. Nur die Anzeichen für Stressfolgen und die Bewertung des Gesundheitszustandes werden von Beschäftigten kontinuierlich schlechter bewertet.

Psychische Erkrankungen stehen mittlerweile an 4. Stelle der Statistik der Erkrankungsarten und an erster Stelle der Gründe für Frühverrentungen. Es gilt heute als gesichert, dass Depressionen umso häufiger auftreten, desto höher die Arbeitsintensität ist. Aber auch anderen Folgen von Dauerstress am Arbeitsplatz sind vorhanden: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Migräne, Tinnitus oder Rückenbeschwerden. Wem die Bewältigung nicht mehr gelingt, läuft Gefahr ins burnout zu rutschen.

Viele Betroffene

Der Stressreport 2012 zeigt als zentrale Stressfaktoren:
  • 58 % müssen häufig verschiedenartige Arbeiten gleichzeitig betreuen (Multitasking-Anforderung)
  • 52 % stehen häufig unter starkem Termin und Leistungsdruck und 34 % finden das als sehr belastend
  • 50 % haben häufig ständ wiederkehrende Arbeitsvorgänge
  • 44 % werden häufig bei der Arbeit gestört und unterbrochen
  • 39 % müssen häufig sehr schnell arbeiten.
Der jährlich repräsentativ erhobene DGB Index Gute Arbeit von 2011 bestätigt diese Zahlen, hiernnach fühlen sich 52 % sehr häufig und oft gehetzt und unter Zeitdruck und 63 % berichten dass in letzten Jahren immer mehr in gleicher Zeit schaffen müssen.  27 % berichten, das man von ihnen erwartet, auch außerhalb der normalen Arbeitszeit per Telefon oder Mail erreichbar zu sein. Besonders betroffen sind die Branchen Information und Kommunikation, Finanzen, Gesundheits- und Sozialwesen, Verkehr und Lagerei und Bauwesen.
 

Was ist Stress?

Stress kennzeichnet in erster Linie ein Ungleichgewicht zwischen Arbeitsanforderungen und den individuellen Möglichkeiten (wie Leistungsfähigkeit und Zeit), diese zu bewältigen. Wird dieser Widerspruch als unangenehm, bedrohlich oder gefährlich erlebt, löst das negative Gefühle wie Angst, innere Anspannung, Hilflosigkeit usw. aus und verändert körperliche Abläufe. 

Stress ist ein Alarmzustand mit körperlichen und psychischen Anzeichen.  

Die von der EU-Kommission verwandte Stress-Definition lautet: "Arbeitsbedingter Stress lässt sich definieren als Gesamtheit emotionaler, kognitiver, verhaltensmäßiger und physiologischer Reaktionen auf widrige und schädliche Aspekte des Arbeitsinhalts, der Arbeitsorganisation und der Arbeitsumgebung. Dieser Zustand ist durch starke Erregung und starkes Unbehagen, oft auch durch ein Gefühl des Überfordertseins charakterisiert."

Menschen reagieren unterschiedlich

Von jedem Menschen wird Stress anders wahrgenommen und verarbeitet. Was für den einen bereits schwer belastend sein kann, empfindet der andere als Herausforderung oder anregenden "Kick". 

Es sind innere, psychische Prozesse, die eine wichtige Rolle dabei spielen, ob eine Situation als stressig erlebt wird. Neue neurobiologische Forschungen verweisen darauf, dass die jeweiligen Vorerfahrungen ganz entscheidend sind: Konnte eine solche Situation schon einmal bewältigt werden? War Hilfe von anderen zu erwarten? Konnte diese Situation von bedeutsamen Bezugspersonen bewältigt werden? Wiederholte und intensive Erfahrungen von Niederlagen, Gefahren, Angst, Hilflosigkeit werden quasi "abgespeichert" und werden bei ähnlichen Erlebnisse automatisch abgerufen. Diese Reaktionsmuster sind allerdings durchaus wieder änderbar.

Die individuellen Bewältigungsmöglichkeiten, d. h. die erlernten Muster mit Belastungen umzugehen, sind aber auch entscheidend geprägt von Arbeitserfahrungen. Soziale Unterstützung und positive zwischenmenschlichen Beziehungen gelten im Beruf und ebenso grundsätzliche das ganze Leben lang als entscheidende Faktoren, die vor ungesunden übermäßigen Stressreaktionen schützt.  Sie werden als Ressourcen bezeichnet.

Stress wird durch Stressreize oder so genannte Stressoren ausgelöst. Was ein Mensch bewältigen kann, hängt auch von der Dauer, Intensität und Anzahl der Stressoren und anderer Belastungen am Arbeitsplatz ab. Und es hängt von den persönlichen Fähigkeiten und unterstützenden Ressourcen der Arbeitsumwelt ab.

Potentielle Stressoren am Arbeitsplatz

Psychisch-mentale Stressoren

  • quantitative Überforderung durch die Leistungsmenge bzw. das Arbeitstempo
  • qualitative Überforderung durch Informationsflut, Unübersichtlichkeit oder Komplexität der Aufgabe
  • Überforderung durch die Notwendigkeit, mehre Aufgaben gleichzeit zu
    betreuen - Multitasking
  • ständige Unterbrechungen, Störungen
  • Unterforderung, weil der Arbeitsinhalt nicht der Qualifikation entspricht
  • mentale Überforderung durch unergonomische Software
  • widersprüchliche Arbeitsanweisungen
  • ständige Unterbrechungen, z.B. durch EDV-Ausfall
  • unvollständige Informationen
  • mangelhafte Rückmeldungen
  • unklare Zielvorgaben
  • Leistungs- und Zeitdruck
  • Angst vor Misserfolg und Kontrolle
  • hohe Verantwortung für Personen oder Werte
  • ungenügende Einarbeitung
  • unklare Zuständigkeiten 

Soziale Stressoren  

  • fehlende Anerkennung und Unterstützung durch Kollegen und Vorgesetzte
  • mangelhafte Wertschätzungschlechtes Betriebsklima
  • Konflikte
  • Konkurrenzdruck
  • isoliertes Arbeiten
  • geringe Entwicklungsmöglichkeiten
  • Diskriminierung oder Benachteiligung
  • Kollision der Arbeitsbedingungen mit Familienerfordernissen
  • Angst vor Arbeitsplatzverlust
  • mangelhafte Information und Beteiligung am Betriebsgeschehen
  • Mobbing

emotionale Stressoren

  • Zwang zum Freundlichsein
  • Widerspruch zwischen ausgedrückten und empfundenen Gefühlen (z.B. Freundlichkeit zu ärgerlichen Kunden)
  • Beleidigungen, Kränkungen, Demütigungen

Physische Stressoren


Mobbing gilt als eine extreme Form sozialer und emotionaler Stressoren. 

Unsichere Arbeitsverhältnisse und Arbeitslosigkeit zählen mit zu den stärksten Stressoren. Deshalb beginnt ein wirksamer Arbeits- und Gesundheitsschutz bereits bei der sozialverträglichen Ausgestaltung des Arbeitsverhältnisses und nicht erst bei der Schaffung menschengerechter Arbeitsbedingungen.

Wie handeln wir unter Stress?

Unter Stressbedingungen wird auf erprobte, routinemäßige Handlungsstrategien, also die Erfahrung zurückgegriffen. Denkvermögen und Kreativität beliben dabei auf der Strecke. Komplexität reduziert sich auf einfache Ja-Nein-Entscheidungen. Das Hirn kann nur noch Dienst leisten. Damit steigt aber die Fehlerhäufigkeit.  

Stress-Prävention vor neuen Aufgaben

Die Informations- und Kommunikationstechnologien haben den Inhalt und Charakter der beruflichen Tätigkeit verändert. Der Verantwortungsdruck für den einzelnen wächst. Die Arbeit stellt mehr Ansprüche an das konzeptionelle Denken und an die Konzentrationsfähigkeit. Eine hohe Informationsdichte erhöht die Anforderungen an mentale Fähigkeiten. Der Stellenwert emotionaler Faktoren (z.B. Arbeitsengagement, Verausgabungsbereitschaft) wächst in Verbindung mit informationsintensiven Tätigkeiten. Die Arbeit zehrt an den Nerven und nimmt viel stärker von der gesamten Persönlichkeit Besitz.

Eine Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin an Bildschirmarbeitsplätzen ergab, dass sich viele Beschäftigte nach der Arbeit nur schlecht erholen können. Das Wort von den Erholungsunfähigen geht um. Immer mehr Menschen gelingt es selbst am Wochenende oder im Urlaub kaum noch, abzuschalten. Für einen modernen präventiven Gesundheitsschutz beedutet dies, dass er an den Ursachen der Leistungsüberforderung ansetzen und das Bewältigungshandeln einbeziehen muss.

Herzinfarkt eine Managerkrankheit?

Früher galten bestimmte Krankheiten wie der Herzinfarkt als typische Managerkrankheit, die auf den beruflichen Stress zurückgeführt wurde. Inzwischen haben Arbeitsmediziner nachgewiesen, dass Herz-Kreislauf-Schäden durch Stress am Arbeitsplatz gerade bei eher einfachen Tätigkeiten eine große Rolle spielen.

Je selbständiger die Arbeit, desto weniger Stress

Studienergebnisse zeigen, dass berufliche Tätigkeiten, die durch monotone Arbeit, ständigen Zeitdruck, anspruchslose Aufgaben und eingeschränkte Handlungs- und Entscheidungsspielräume charakterisiert sind, das Herzinfarktrisiko deutlich erhöhen. Sind die Erholungsmöglichkeiten stark eingeschränkt, steigt dieses Risiko weiter an.

Dies betrifft vor allem Beschäftigte in den unteren Rängen. Wer jedoch seine Arbeit selbst einteilen kann und weniger den Entscheidungen anderer ausgeliefert ist, dem macht auch starker Druck weniger aus.

Grenzen sind notwendig

Wer ein hohes Maß an Verantwortung hat, Zielvereinbarungen und Leistungsprämien kennt, dem nützt ein großer Handlungsspielraum nichts mehr. In solchen beruflichen Situationen - z.B. bei der Projektarbeit, bei Vertrauensarbeitszeit - geht es um Grenzen gegen ausufernde Arbeitszeiten, viel zu knappe Termine und Dauerleistungsdruck.

Anerkennung hält gesund

Stress entsteht auch durch ein Missverhältnis zwischen beruflichem Einsatz und Anerkennung: Wer sich ständig in seiner Arbeit verausgabt und dafür weder Lob noch Belohnung in Form von beruflichem Aufstieg, Sicherheit und Einkommen erhält, ist krank machendem Stress ausgesetzt. Jobangst, Jobverlust und beruflicher Abstieg gehen besonders stark unter die Haut.

Wie Stress auf den Menschen wirkt

Der menschliche Körper reagiert auf Stresssituationen wie vor Millionen Jahren, als unsere Vorfahren noch Jäger und Sammler waren. Er bereitet sich auf Flucht oder Angriff vor. Der Organismus mobilisiert kurzfristig sämtliche Reserven. Stresshormone werden freigesetzt. Sie mobilisieren Energiereserven wie Zucker und Fett, erhöhen den Blutdruck und die Pulsfrequenz und beschleunigen die Atmung. Die Muskulatur wird auf Leistung getrimmt. Andere Funktionen werden heruntergefahren wie die Immunabwehr, die Verdauung und Sexualfunktionen. Dies geht einher mit einer Drosselung der körpereigenen regenerativen Funktionen.

Bild 1: Stressreaktionen des Körpers. (Quelle: nach Müller-Limmroth 1981; aus: Margit Freigang, Gesundheitsschutz im Betrieb, Bund-Verlag)

Am Arbeitsplatz münden die ausgelösten physischen Reaktionen allerdings in keinen adäquaten körperlichen Aktivitäten. Unter Dauerstress stößt der Organismus immer wieder neu Stoffwechselprozesse an. 

Stress - so reagieren Körper und Geist

Kognitive Ebene

  • Gedanken, wie "Pass auf!", 
    "das schaffe ich nie", 
    "auch das noch", 
    "das geht schief"
  • Leere im Kopf (Blackout)
  • Denkblockaden
  • Gedankenkreisel
  • Konzentrationsstörungen
  • Tagträumen
  • Gedächtnisstörungen
  • Leistungsstörungen
  • Scheuklappeneffekt: Rigidität
  • Realitätsflucht
  • Alpträume
  • Wahrnehmungsverschiebungen

Emotionale Ebene

  • Schreck
  • Panik
  • Ärger
  • Wut
  • Aggressionsbereitschaft
  • Angstgefühle
  • Unsicherheit
  • Unzufriedenheit
  • Unausgeglichenheit
  • Gefühlsschwankungen
  • Nervosität
  • Gereiztheit
  • Depressionen
  • Apathie (Teilnahmslosigkeit)
  • Hypochondrie (eingebildete Krankheiten)

Vegetativ-hormonelle Ebene

  • trockener Mund
  • Kloß im Hals
  • flaues Gefühl im Magen
  • Tränen
  • weiche Knie
  • Adern treten hervor
  • Engegefühl in der Brust
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden
  • Herzrasen, Herzstolpern
  • hoher (labiler) Blutdruck
  • Erhöhung des Infarktrisikos
  • Darm- und Magengeschwüre
  • Verdauungsbeschwerden
  • Gastritis
  • Schlafstörungen
  • chronische Müdigkeit
  • Anfälligkeit für Infektionen
  • Veränderung des
    Cholesterinspiegels
  • Hautveränderungen
  • übermäßiges Schwitzen
  • Schwindelanfälle
  • Atembeschwerden
  • Migräne

Muskuläre Ebene

  • starre Mimik
  • Fingertrommeln
  • Zähneknirschen
  • Fußwippen
  • Spannungskopfschmerz
  • Rücken-, Kopfschmerzen
  • Faustballen
  • Stottern
  • verzerrtes Gesicht
  • nervöse Gestik
  • allgemeine Verspanntheit
  • leichte Ermüdbarkeit
  • Krampfneigung
  • Muskelzittern, Ticks
  • Entspannungsunfähigkeit

(Quelle: Sicherheitsreport 4/94)

Stress wirkt nach!

Körperliche und psychische Stresssymptome klingen nicht sofort ab, es braucht Zeit, bis der Mensch wieder sein normales Gleichgewicht gefunden hat. Nach hohen Stressphasen kann das sogar mehrere Wochen dauern. Immer mehr Beschäftigte haben einen verlängerten Arbeitstag durch lange Anfahrten, mehr Überstunden, flexible Arbeitszeiten. Sind dadurch die Erholungsphasen nicht mehr ausreichend, geraten sogar normale Alltagsbelastungen zum Stressfaktor.

Zeitnot ist bestimmend

Immer mehr Beschäftigte haben einen verlängerten Arbeitstag durch lange Wegzeiten, Überstunden oder überlaufende Arbeitszeitkonten und flexible Arbeitszeiten. Dies verkürzt die Erholungsphasen und normale Alltagsbelastungen wie der Einkauf werden dann schnell zum zusätzlichen Stressfaktor.

Typische Stresskrankheiten

Stress schädigt auf Dauer die Gesundheit. Aus Befindlichkeitsstörungen werden Erkrankungen. Typisch sind:
 

Befindlichkeitsstörungen Erkrankungen
Kreislaufstörungen
vegetative Dystonie
Reizmagen
Verdauungsstörung
Konzentrationsstörungen
Kopfschmerzen
Migräne
Krankheitsanfälligkeit
Abgeschlagenheit
Erschöpfung
Nervosität
Schlafstörungen
Herz-Kreislauf-Erkrankung
Herzinfarkt
Magen-Darmkrankheiten
psychische Krankheiten
Depressionen
Atemwegserkrankungen
Suchterkrankungen
chron. Immunschwäche

Es gilt als medizinisch gesichert, das langandauernder Stress durch die veränderten Körperfunktionen und die erhöhten Konzentrationen von Stresshormonen schädigend auf das Herz-Kreislaufsystem und das Immunsystem wirkt. Adrenalin und Noradrenalin können zur Entwicklung eines dauerhaften Bluthochdrucks beitragen. Sogar die Funktionstüchtigkeit des Gehirns kann negativ beeinträchtigt werden. Das Stresshormon Cortisol spielt bei Gedächtnisstörungen und der Hemmung von Nervenwachstumsfaktoren ein Rolle. Auch auf den Verlauf von Krebserkrankungen hat Stress eine ungünstige Auswirkung.

Was schützt vor Stress?

Stresspuffer

Wo die gegenseitige soziale Unterstützung bei der Arbeit funktioniert, können Stresssituationen besser bewältigt werden. Generell gelten gute Sozialbeziehungen und Handlungs- bzw. Verhandlungsspielräume (über die Leistungsbedingungen) als Stresspuffer.

Beispiele für betriebliche Maßnahmen gegen Stress   
  • Arbeitsintensität verringern
  • Zeitspielräume einkalkulieren
  • für regelmäßige Pausen sorgen
  • Arbeitsumgebung gesundheitsgerecht gestalten z. B. durch Maßnahmen zur Lärmminderung
  • Handlungsspielräume erweitern
  • Entscheidungsmöglichkeiten schaffen ( z.B. sollte jeder konkrete Verantwortung für Qualität und Termintreue seiner Arbeit haben und seine Arbeitsschritte selbst bestimmen)
  • geordnete Verfahren zu Verhandlung von Leistungs- und Zielvorgaben
  • ständige Arbeitsunterbrechungen beseitigen (z. B. durch Festlegung störungsfreier Arbeitszeiten)
  • betriebliche Weiterbildung sichert ausreichende Qualifikation und hilft Angst sowie Stress zu verhindern
  • Beschäftigte entsprechend ihrer Qualifikation einsetzen und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung schaffen
  • Rückmeldungen über die Qualität der Arbeit geben
  • Kommunikation, Kooperation und Information verbessern
  • Betriebsklima pflegen

Individuelle Stressprävention

Auch jeder selbst kann seinen Umgang mit Stress besser in den Griff bekommen.

Stress und Gefährdungsbeurteilung

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz müssen alle Gesundheitsrisiken berücksichtigt werden. Damit sind auch Stress und andere Formen psychischer Fehlbeanspruchung Gegenstand der Gefährdungsbeurteilung.

 

Der Servicebereich

Das Arbeitsschutzrecht verweist auch auf den notwendigen Schutz vor psychischen Belastungen, die häufig durch arbeitsorganisatorische Regelungen bedingt sind.

Rechtsquellen und Normen

Gesetze und Verordnungen
  • Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV)
    • § 3 Beurteilung der Arbeitsbedingungen und
    • § 5 Täglicher Arbeitsablauf
  • Arbeitsschutzgesetz (ArbschG)
    • § 4 Allgemeine Grundsätze,
    • § 5 Beurteilung der Arbeitsbedingungen
    • § 12 Unterweisung
Berufsgenossenschaftliche Vorschriften, Regeln und Informationen
  • Berufsgenossenschaftliche Information BGI 650: Bildschirm- und Büroarbeitsplätze. Leitfaden für die Gestaltung. Verwaltungs-Berufsgenossenschaft 
  • GUV-Information der Unfallkassen GUV-I 8766: Psychische Belastungen - Checklisten für den Einstieg
    Bundesverband der Unfallkassen, München 2004 
  • GUV-Information der Unfallkassen GUV-I 8628: Psychische Belastungen am Arbeits- und Ausbildungsplatz - ein Handbuch. Phänomene, Ursachen, Prävention,  Bundesverband der Unfallkassen, München 2005 
  • Berufsgenossenschaftliche Information BGI 609: Stress am Arbeitsplatz, Vereinigung der Metall-Berufsgenossenschaften, 2003
  • Berufsgenossenschaftliche Information 7010, Reihe Gesund und fit im Kleinbetrieb: Arbeiten: Entspannt - gemeinsam - besser.
    Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften, St. Augustin Januar 2007
  • VBG-Fachinformation BGI 5107: Aktiv Ressourcen nutzen: Vom richtigen Umgang mit Stress. Orientierung, Beispiele, Empfehlungen für Unternehmen. Verwaltungs-Berufsgenossenschaft 2009
Normen
  • DIN ISO EN 9241: Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten (neu: Ergonomie der Mensch-System-Interaktion)
    • Teil 2: Anforderungen an die Arbeitsaufgaben - Leitsätze.
  • DIN ISO EN 10075: Ergonomische Grundlagen bezüglich psychischer Arbeitsbelastung
    • Teil 1 Allgemeines und Begriffe
    • Teil 2 Gestaltungsgrundsätze  

Literaturtipps

Zum Einlesen:

Web-Portal des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales:
Informationen und Handlungshilfen zu psychischen Belastungen, Stress und psychischen Erkrankungen.  
http://psyga.info 

Web-Portal der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz:
Anleitung zum Umgang mit Stress und psychosozialen Risiken.
http://eguides.osha.europa.eu/stress/DE-DE/ 
Auch als Broschüre zum download dort verfügbar.

Windemuth, Prof. Dr. Dirk/ Jung, Dr. Detlev/Petermann, Olaf ( Hrsg.):
Praxishandbuch psychische Belastungen im Beruf -  vorbeugen - erkennen - handeln.
Wiesbaden (Universum Verlag) 2. Auflage 2014

BMA, BDA, DGB:
Gemeinsame Erkl
ärung Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt.
5. September 2013. verfügbar als  download  (92 kB)
  

TBS NRW (Hrsg.):
Psychische Belastungen - Schritt für Schritt zum Erfolg: Wie Interessenvertretungen das Thema "psychische Belastungen" im Betrieb aufgreifen können.
Reihe Arbeit, Gesundheit, Umwelt, Technik Heft 77, Dortmund 2013
 

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin/inqa (Hrsg.):
Kein Stress mit dem Stress. Eine Handlungshilfe für Betriebs- und Personalräte. 
Berlin 2013, download unter www.inqa.de 

Bundesrat: Verordnungsantrag der Länder Hamburg, Brandenburg, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein
Entwurf einer Verordnung zum Schutz vor Gefährdungen durch psychische Belastung bei der Arbeit.
Drucksache 315/13, beschlossen am 3.5.2013, verfügbar als  download  (270 kB)

IGA Initiative Gesundheit & Arbeit (Hrsg.)
Psychische Gesundheit im Erwerbsleben.
IGA-Fakten 1, 2013, download unter www.dguv.de

Siemens, Stephan/ Frenzel, Martina:
Burnout - eine Folge der neuen Organisation der Arbeit. Ein Leitfaden zum Verständnis für Interessenvertretungen und Beschäftigte.
hg. v. Arbeit und Leben - DGB/VHS  Herford, (AJZ Druck und Verlag GmbH) 2012  

BKK Bundesverband (Hrsg.):
Kein Stress mit dem Stress. Lösungen und Tipps für Führungskräfte und Unternehmen.
psyGA-Praxisordner, bestellen unter www.bkk.de oder download unter  http://psyga.info, ein Angebot der Initiative Neue Qualität der Arbeit

Dr. Backé/Prof. Dr. Latza:
Zu viel Druck geht zu Herzen. Stress am Arbeitsplatz und seine Auswirkungen auf Herz und Gefäße.
in: baua: Aktuell 2.12. Schwerpunkt: Psychische Belastung. dowload unter: www.baua.de

IG Metall (Hrsg.):
Anti-Stress-Paket.
IG Metall Frankfurt 2012. USB-Stick mit Materialien zu psychischen Belastungen, Stress-Bürometer, Arbeitszeit-TÜV. Bestellen unter www.igmetall.de/shop

DGB Index Gute Arbeit GmbH (Hrsg.):
Arbeitshetze – Arbeitsintensivierung – Entgrenzung. So beurteilen die Beschäftigten die Lage. Ergebnisse der Repräsentativumfrage  der Gute DGB-Index Gute Arbeit GmbH  2011 zum Thema  »Arbeitshetze Arbeitsintensivierung Entgrenzung«.
Berlin März 2012,  verfügbar als download  (3,7 MB)

Angelika Wagner-Link:
Der Stress. Stressoren erkennen. Belastungen vermeiden. Stress bewältigen.
hg. von Techniker-Krankenkasse
Hamburg 21. Auflage 2011, Bezug: Techniker Krankenkasse, Hauptverwaltung, 22291 Hamburg und www.tk.de (download)

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin/BKK Bundesverband/inqa (Hrsg.):
Kein Stress mit dem Stress. Eine Handlungshilfe für Beschäftigte.
Dortmund 2011, download unter www.inqa.de, www.dnbgf.de und www.bkk.de

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin/BKK Bundesverband/inqa (Hrsg.):
Kein Stress mit dem Stress. Eine Handlungshilfe für Führungskräfte.
Dortmund 2011, download unter www.inqa.de, www.dnbgf.de und www.bkk.de

Dr. Margrit Kölbach/Prof. Dr. Dieter Zapf:
Psychische Belastungen in der Arbeitswelt - von Stress, Mobbing, Angst und Burnout.
hg. v. TBS gGmbH Rheinland-Pfalz
2. Auflage, Mainz 2010, bestellen bei www.tbs-rheinlandpfalz.de  unter Publikationen

Prof. Dr. Siegrist:
Wann ist Arbeit gesund, wann macht Arbeit krank?
Vortrag auf der Fachveranstaltung GDA Hessen: zukunftsfähige Arbeit gesund gestalten. Wiesbaden 4.2.2009
verfügbar als download (557 kB)

 
Zum Vertiefen: 
 
X. Weißbecker-Klaus:
Multitasking und Auswirkungen auf die Fehlerverarbeitung. Psychophysiologische Untersuchung zur Analyse von Informationsverarbeitungsprozessen
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 1. Auflage, Dortmund 2014.  

Lohmann-Haislah, A.:
Stressreport Deutschland 2012. Psychische Anforderungen, Ressourcen und Befinden.
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 1. Auflage, Dortmund 2012

 
VDBW (Hrsg.):
Leitfaden für Betriebsärzte und Personalverantwortliche zu psychischer Gesundheit im Betrieb.
Karlsruhe 2009 download unter www.vdbw.de
 
 
Weiteres unter Bücher und Broschüren 

Internetportale zu Stress

Deutschland: www.inqa.de/  und http://psyga.info 

England: www.hse.gov.uk/stress

Schweiz: www.stressnostress.ch

USA: www.cdc.gov/niosh/topics/stress

 weitere Bücher und Broschüren zu psychischen Belastungen und Stress

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Letzte Änderung: 13.2.2013

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Literaturtipps
  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Kein Stress mit dem Stress. 2011


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