Kopfschmerzen und Bildschirmarbeit

Autorin: Ulla Wittig-Goetz
Übersicht
- Bei intensiver Computerarbeit können v. a. Spannungskopfschmerzen, Migräne oder ophthalmologische Kopfschmerzen entstehen.
- Häufig sind für die Schmerzattacken Gestaltungsmängel am Arbeitsplatz verantwortlich.
- Auch Stress und Konflikte im Job können sie auslösen.
- Die Ursachenermittlung und -beseitigung hat also bei den Arbeitsbedingungen selbst anzusetzen.
- Oft erweisen sich regelmäßige Bewegungs- und Entspannungsübungen als hilfreich.
Beschäftigte an Bildschirmarbeitsplätzen klagen häufig über Kopfschmerzen. Nicht selten spielen dabei übermäßige Belastungen im Job oder ergonomische Defizite am Arbeitsplatz eine Rolle.
Wenn im Kopf Gewitter herrscht
Bild: Kopfschmerzen (Bildquelle: Der Schmerz, Broschüre der Techniker Krankenkasse, Hamburg 1995)
Fast jeder dritte leidet mindestens einmal im Monat unter Kopfschmerzen, wobei Frauen öfter davon betroffen sind als Männer. Mehr als jeder zweite Erwachsene greift sogar im Laufe eines Jahres deshalb zu Schmerzmitteln. Kopfschmerzen beeinträchtigen das Wohlbefinden. Sie verringern die Konzentrationsfähigkeit und können sich negativ auf die Arbeitsleistung auswirken.
Die häufigstem Kopfschmerzarten
In Verbindung mit der Computerarbeit gelten als die häufigsten Kopfschmerztypen der Spannungskopfschmerz, die Migräne und der mit der Augenbelastung zusammenhängende sogenannte ophthalmologische Kopfschmerz. Als chronisch werden Schmerzattacken angesehen, wenn sie an mindestens hundert Tagen im Jahr auftreten.
Ursachenbündel
Kopfschmerzen können unterschiedliche Ursachen haben. Hier geht es nur um solche, die mit dem Job in Zusammenhang stehen.
Wer ständig eine verspannte Körperhaltung einnimmt, weil bspw. der Bildschirm nicht richtig positioniert ist oder Blendungen stören, kann Kopfschmerzen bekommen. Auch mangelhafte Lichtverhältnisse können dafür verantwortlich sein. Hoher Arbeitsdruck, Angstgefühle und ein schlechtes Betriebsklima begünstigen zudem, dass der Druck auf den Kopf wächst und dieser schmerzt. Sowohl Überforderung durch den Arbeitsinhalt als auch Unterforderung durch z. B. repetitive, monotone Tätigkeiten sind ebenfalls mögliche auslösende Faktoren.
Den Kopf in die Schraubzwinge gepresst
Der Spannungskopfschmerz
Es handelt sich um die am häufigsten auftretende Kopfschmerzform, die auch chronisch werden kann. Sie tritt aufgrund von Verspannungen kopfnaher Muskeln auf. Besonders ungünstige Arbeitshaltungen infolge eines z. B. zu hoch stehenden Monitors können Verkrampfungen im Schulter-/Nackenbereich hervorrufen, die diese Beschwerden verursachen. Der schraubstockartige Schmerz kann beidseitig den Kopf plagen, konzentriert sich meist auf den Nacken- und Hinterkopfbereich und strahlt gelegentlich bis zur Stirn aus.
Mögliche Arbeitsplatzfaktoren
Wenn die Migräne attackiert
Sie tritt wiederholt und anfallsartig auf, wobei die bohrenden und hämmernden Schmerzattacken meist halbseitig vorkommen oder beginnen. Vor allem die Stirn-, Augen- und Schläfenbereich ist betroffen. In vielen Fällen sind Migräneanfälle von Übelkeit, Durchfall, Schwindel, Sehstörungen, Lichtempfindlichkeit usw. begleitet.
Auch bei der Migräne können hohe Belastungen am Arbeitsplatz oder auch die Entlastung nach beruflichem Stress eine Rolle spielen. Ferner gelten Lärm und klimatische Belastungen als auslösende und verstärkende Faktoren.
Der ophthalmologiche Kopfschmerz
Dieser Kopfschmerztyp entwickelt sich anfallsartig und quält Betroffene unterschiedlich lang und intensiv. Meist sitzt der Schmerz beidseitig im Bereich der Stirn-, Schläfen- und Hinterkopfregion. Häufig ist er von Sehstörungen begleitet. Meist tritt er in zeitlichem Zusammenhang mit der Bildschirmtätigkeit auf.
Auslöser: Anstrengendes Sehen am Computer
Diese Kopfschmerzform geht auf eine starke Beanspruchung der Augen zurück, denn diese leisten Schwerstarbeit bei der Bildschirmarbeit. Sie müssen ständig wechselnde Anpassungen an unterschiedliche Entfernungen und Helligkeiten vornehmen. Allein die Anstrengung, kleine Zeichen in mittlerer Distanz scharf lesen zu können, ist eine für die das Auge eigentlich nicht gemacht ist.
Die Belastung der Augen und damit die Gefahr für Kopfschmerzen nimmt noch zu, wenn bspw. der Bildschirm flimmert, die Zeichen auf dem Monitor durch niedrige Kontraste schlecht zu erkennen sind und Blendungen auftreten. Auch schlechte Lichtverhältnisse erschweren die Sehtätigkeit am Bildschirmarbeitsplatz.
Dem Kopfschmerz an den Kragen gehen
Wenn Beschäftigte häufig über Kopfschmerzen klagen, empfiehlt es sich zur Ursachenermittlung, die ergonomischen und arbeitsorganisatorischen Voraussetzungen am Arbeitsplatz sowie den Tätigkeitsinhalt zu überprüfen und Gestaltungsmängel zu beseitigen.
Hinweise für Betroffene
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Der Servicebereich
Literatur
Zum Einlesen:
Stiftung Warentest:
Kopfschmerzen und Migräne
Berlin 2006
Techniker Krankenkasse:
Pateintenleitlinie Kopfschmerzen und Migräne
www.tk.de bzw. http://www.tk.de/tk/medizin-und-gesundheit/behandlungen/hausmittel/26148
download unter www.bkk.de
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Letzte Änderung: 29.9.2004








