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Arbeit im Büro gesund gestalten

Tipp
ergo-online®-Tipp: Anleitung für eine individuell günstige Bildschirmposition

Autor: Dr. Ing. Wolfgang Jaschinski

  

ergo-online®-Tipps

 

Der ergo-online®-Tipp zur Optimierung der persönlichen Bildschirmposition geht in 5 Schritten vor und erfordert etwas Zeit zum ausprobieren. 

Leibniz-Institut für Arbeitsforschung der Universität Dortmund - IfADo





Diese Anleitung soll helfen

  • Bildschirmgeräte ergonomisch richtig aufzustellen
  • Augen-, Nacken- , und Rückenbeschwerden, die durch einen falschen Sehabstand oder durch eine ungünstige Höhe des Monitors auftreten können, zu vermeiden.


Die physiologischen Eigenschaften der Augen sind von Person zu Person sehr unterschiedlich - wie natürlich auch die Körpergröße. Daher kann die ergonomisch günstige Position eines Bildschirms nicht für alle Menschen gleich sein.

Die für Sie richtige Position können Sie durch eine fünftägige Erprobung herausfinden.

  • Stellen Sie gemäß der weiteren Anleitung an vier aufeinander folgenden Arbeitstagen Ihren Bildschirm anders auf, damit Sie die Vorzüge und Nachteile von verschiedenen Bildschirmpositionen kennenlernen können.
  • Wir empfehlen, jeweils einen ganzen Arbeitstag mit jeder Aufstellung zu arbeiten, auch wenn es zunächst ungewohnt ist.
  • Aufgrund der guten oder auch schlechten Erfahrungen an den vier Tagen können Sie am fünften Tag den Bildschirm so aufstellen, wie Sie persönlich am besten daran arbeiten können. Dies bedeutet auch, dass für Sie die eine oder andere Bildschirmposition deutlich unangenehm sein kann; dann müssen sie natürlich nicht einen ganzen Tag "durchhalten". Insbesondere alterssichtige Beschäftigte mit ihren Brillen bemerken schnell, bei welcher Monitorposition man nicht scharf sehen kann. 

Und hier die fünf Schritte der Anleitung 

 
1.Tag: Bildschirm tief und nah

Platzieren Sie Ihren Monitor so tief es eben geht. Der Abstand vom Auge zum Monitor sollte etwa 50 cm.
Je mehr man abwärts schaut, umso mehr sollte man den Bildschirm nach hinten neigen, damit die Blickrichtung möglichst senkrecht auf den Bildschirm trifft. Dies ist eine Position ähnlich wie bei einem Notebook.

 

 
2.Tag: Bildschirm höher und nah

Stellen Sie Ihren Bildschrim relativ hoch auf. Sie sollten dabei nicht aufwärts schauen und noch beim Blick geradaus über den Monitor hinweg schauen können. Behalten Sie den Bildschirmabstand des ersten Tages bei, also etwas 50 cm.

 

 

 

 

3.Tag: Bildschirm höher und entfernt

Stellen Sie Ihren Bildschirm relativ hoch auf und enfernt (ca. 90 cm) auf. Dabei kann es helfen, einen kleinen Tisch hinter den Schreibtisch zu stellen. Achten Sie darauf nicht aufwärts zu blicken und beim Blick geradeaus noch über den Monitor hinweg schauen zu können.  

 

 

 

4.Tag: Bildschirm tief und entfernt

Stellen Sie Ihren Monitor wieder so tief es eben geht auf, wie Sie es schon am ersten Tag gemacht haben. Die Entfernung des dritten Tages, etwa 90 cm, behalten Sie bei.

 

 

 

5.Tag: Freies Einstellen der optimalen Position

Sie haben an den vergangene vier Arbeitstagen die Vorzüge und Nachteile von verschiedenen Monitorpositionen kennengelernt. Erst an diesem 5. Tag positionieren Sie den Monitor so, wie es für Sie am günstigsten erscheint.

Probieren Sie so lange, bis Ihnen die Aufstellung für Augen, Kopfhaltung  und Wirbelsäule am angenehmsten ist. Hier können alle Positionen innerhalb der vier angegebenen Bereiche (Tag 1-4) eingestellt werden.


 

Bevor Sie beginnen noch einige Tipps:

  • Um Muskel-Skelett-Beschwerden zu reduzieren, sollten Sie auch ergonomisch sitzen. Stellen Sie Ihren Stuhl so ein, dass die Knie und Ellenbogen jeweils einen rechten Winkel bilden. Die Füße sollten gerade auf dem Boden stehen und der Rücken immer durch die Lehne abgestützt sein.
  • Schauen Sie beim Arbeiten möglichst senkrecht auf die Bildschirmfläche. Nutzen Sie dazu auch die Möglichkeit, den Bildschirm zu neigen. Die Zeichen auf dem Monitor sollten etwa 4 mm hoch sein.
  • Wenn Sie alterssichtig sind und deshalb eine Brille zum Nahsehen tragen, kommen nicht alle Positionen in Frage. Finden Sie diejenige Monitorposition heraus, bei der Sie mit der Brille scharf sehen können und dabei den Kopf nicht unnatürlich in den Nacken legen müssen.
  • Auch die Raumbeleuchtung und die Bildschirmhelligkeit sollen individuell angenehm sein; im Allgemeinen wirkt ein heller Arbeitsplatz aktivierend. Stellen Sie den Bildschirm bzw. die Lampen so auf, dass keine störenden Reflektionen im Bild erscheinen.
  • Leider  lassen sich viele Bildschirme nicht sehr flexibel aufstellen. Vielleicht werden Sie etwas improvisieren und die Möbel rücken müssen. Mit einem Beistelltisch hinter dem Schreibtisch lassen sich die verschiedenen Positionen herstellen. Schwenkarme für Flachbildschirme können hilfreich sein. Sorgen Sie aber immer für eine stabile und sichere Monitoraufstellung.
     

Diese Anleitung ist das Ergebnis von Studien des IfADo, Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund. Weitere Informationen, insbesondere für alterssichtige Beschäftigte finden Sie unter www.ifado.de/vision.

Letzte Änderung: 23.7.2012

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