Tastatur

Autorin: Ulla Wittig-Goetz
Übersicht
- Die Tastatur muss vom Bildschirm getrennt, neigbar und variabel anzuordnen sein.
- Vor der Tastatur hat Platz für das Auflegen der Hände zu sein.
- Sie muss eine reflexionsarme Oberfläche haben.
- Die Beschriftung soll sich deutlich vom Hintergrund abheben und in normaler Arbeitshaltung lesbar sein.
- Form und Anschlag der Tasten haben eine ergonomische Bedienung zu ermöglichen.
- Man sollte unbedingt nach dem Zehn-Finger-System schreiben, um Hände und Unterarme zu schützen.
Bedienung mit Tücken
Ergonomische Kriterien
Neigung
Die Neigung des Tastaturfeldes ist möglichst gering. Zu stark abgewinkelte Hände durch schräg gestellte Tastaturen verengen nämlich die Blutbahnen im Handgelenk und verursachen Schmerzen. Auch werden die Sehnen und Nerven eingeengt. Es empfiehlt sich ein Neigungswinkel von fünf bis zwölf Grad bei nicht ausgeklappten Tastaturfüßen.
Die mittlere Tastenreihe liegt nicht mehr als 30 mm über der Tischfläche. Sonst droht eine falsche Arbeitshaltung.
(Quelle: TBS des DGB NRW, Oberhausen 1997)

Standfestigkeit
Die Tastatur rutscht nicht und ist standfest, da ansonsten die Konzentration leidet und Fehler zunehmen.Handauflage
Vor der Tastatur gibt es eine ausreichende Handauflagefläche mit einer Mindesttiefe von zehn cm, besser 15 cm.
Bild 2: Tastaturhöhen.
Links - schlechte Tastatur, die Hand kann nicht aufliegen und wird stark abgeknickt. Rechts - Ausreichende Handauflagefläche durch richtige Tastatur. (Quelle: TBS des DGB NRW: Ergonomieprüfer, Oberhausen 1997)
Tastengestaltung
Die Tasten sind 12 bis 15 mm groß. Der Abstand zwichen den Tasten beträgt 18 bis 20 mm.
Die Tastenoberfläche ist konkav geformt, um den Fingern Halt zu geben.
Der Tastenweg beträgt 2 bis 4 mm, der Druckpunkt ist deutlich wahrnehmbar. Das ermöglicht eine sichere Rückmeldung über die Tastenbetätigung. Die Tastendruckkraft ist nicht zu gering und auch nicht zu hoch (50 bis 80 g).
Der Buchstabenbereich ist deutlich vom numerischen und dem Sonderfunktionsbereich getrennt. Häufig genutzte Tasten für Eingabe (return), Rückwärtslöschen und Hochstellen sind etwas größer gestaltet. Für die Standardbelegung der Zeichen gibt es Normen.
Oberfläche
Um Reflexblendungen und Spiegelungen zu vermeiden, sind Tastatur und Gehäuse höchstens halb- bis seidenmatt und haben eine helle Farbe (Reflexionsgrad 20-50 %).
Dunkle Schrift auf hellem Grund erleichtert das Lesen. Die Beschriftung sollte abriebfest sein.
Ergonomische Zusatzausrüstung
Eine zusätzliche Handgelenkauflage vor der Tastatur stützt die Hände ab und entlastet Handgelenke.und Schultern. Produkte aus Gel passen sich den Handgelenken an und reduzieren so den Druck.
Verhaltenshinweise
Tummelplatz für Bakterien
Ein Test auf Keime hat kürzlich bewiesen, dass die Tastatur des Computers ein bevorzugter Ort für Bakterien ist. Dort findet man alles, was Menschen auch auf der Hautflora haben, insbesondere alle möglichen Arten von Bakterien: Staphylokokken, Mikrokokken, Sporen bildende Keime u. v. m.
Die Keime auf und in der Tastatur mögen unappetitlich sein. Ein Grund für die chemische Keule sind sie nicht, es reicht eine regelmäßige Reinigung mit umweltschonenden Reinigern.
Geteilte Tastaturen, Winkeltastaturen

Erkenntnisse über die neue Schmerzkrankheit RSI haben inzwischen verschiedene Hersteller dazu veranlasst, zweigeteilte bzw. abgewinkelte Tastaturen zu entwickeln. Diese sind gemeint, wenn von ergonomischen Tastaturen die Rede ist.
Bild 3: Geteilte Tastatur.
(Quelle: Siemens Nixdorf Informationssysteme AG, 1996)
Bild 4: Handhaltung bei normalen und geteilten Tastaturen. (Quelle: Computer Fachwissen 11/93)
Laptops, Notebooks
Zahlenblock
Der Servicebereich
Rechtsquellen und Normen
Gesetze und Verordnungen
- Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV), Anhang, Nr. 6 - 9
Berufsgenossenschaftliche Vorschriften, Regeln und Informationen
- Berufsgenossenschaftliche Information BGI 650: Bildschirm- und Büroarbeitsplätze. Leitfaden für die Gestaltung. Verwaltungs-Berufsgenossenschaft 2007
- GUV-Informationen GUV-I650: Bildschirm- und Büroarbeitsplätze. Leitfaden für die Gestaltung. Bundesverband der Unfallkassen 2006 (Nachdruck der BGI 650 der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft)
- Berufsgenossenschaftliche Information BGI 742: Arbeiten an Bildschirmgeräten. Vereinigung der Metallberufsgenossenschaften 2009
Normen
- DIN 2137: Büro und Datentechnik; Tastaturen
- DIN EN ISO 9241: Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten (neu: Ergonomie der Mensch-System-Interaktion).
- Teil 4 Tastaturen
Literatur
Zum Vertiefen:
Institut für Arbeitsschutz der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung BGIA (Hrsg.):
Ergonomische Anforderungen an Eingabemittel für Geräte der Informationstechnik.
BGIA-Report 3/2008, Sankt Augustin 2008, download unter www.dguv.de
Peter Martin, Jochen Prümper,
Frankfurt/Main (Bund-Verlag) 2008
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Letzte Änderung: 13.3.2008



