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Arbeit im Büro gesund gestalten

Grundwissen
Flachbildschirme

Autorin: Ulla Wittig-Goetz

Übersicht: Die Vorzüge der Flachbildschirme auf einen Blick

  • flimmerfrei
  • platzsparend
  • geringes Gewicht
  • stromsparend
  • weitgehend strahlungsfrei
  • geringe Wärmeentwicklung
  • scharfes und kontrastreiches Bild
  • keine Verzerrungen an den Bildschirmkanten
  • nur geringe Reflexionen                                                                                             

Die Zeit der wuchtigen Computerbildschirme, die noch viele Büroschreibtische beherrschen, ist bereits in vielen Unternehmen vorbei. An ihre Stelle treten zunehmend Flachbildschirme, die nicht nur eleganter aussehen. Sie sind ihren Vorgängern auch aus ergonomischer Sicht überlegen.

Flachmänner" glänzen mit ergonomischen Qualitäten

Für den Gesundheitsschutz am Bildschirmarbeitsplatz spielt die ergonomische Qualität des Monitors eine ganz entscheidende Rolle. Wer täglich viele Stunden am Computer sitzt, leistet besonders mit seinen Augen Schwerstarbeit. Augenschonender lässt sich an einem modernen Flachbildschirm in TFT-Technologie arbeiten, denn dieser ist vollkommen flimmerfrei. Sein kontrastreiches Bild bedeutet ebenfalls weniger Stress für die Augen. Auch gibt es keine Verzerrungsverluste an den Kanten des Bildschirms, so dass die Bildschärfe am Rand nicht nachlässt. Zudem zeichnet er sich durch geringere Reflexionen aus als der konventionelle Röhrenmonitor. Und: Er verschleudert fast keine elektromagnetischen Emissionen.

Angenehmeres Arbeiten

Weil LCD-Bildschirme (Liquid Crystal Displays) nicht flackern und eine aufgeraute Oberfläche spiegelnde Reflexionen fern hält, ist die Arbeit weniger ermüdend und damit effektiver. Gesundheitliche Beschwerden von Kopfschmerzen bis hin zu Rückenproblemen treten seltener auf.

FlachbildschirmEnergiesparer

Eine andere Technik kommt zum Einsatz

Flüssigkristall- oder LCD-Bildschirme funktionieren nach einem völlig anderen Verfahren als herkömmliche Monitore mit Kathodenstrahlröhre. Da das Bild nicht zeilenweise aufgebaut wird, steht es auch völlig ruhig. Flüssigkristalle verändern in einem elektrischen Feld ihre optischen Eigenschaften. Sie brechen das Licht auf unterschiedliche Weise, je nachdem, ob man sie an elektrische Spannung anlegt oder nicht. Mit Hilfe dieser Technik können verschiedene Bereiche des Bildschirms zum Leuchten gebracht und so Text oder Bilder dargestellt werden.  

TFT-Displays (TFT=Thin Film Transistor) haben sich inzwischen weitgehend bei der Flachbildschirm-Technologie durchgesetzt. Sie werden auch als Aktivmatrix-TFTs bezeichnet, weil die Transistoren aktiv die einzelnen Bildelemente ansteuern. Sie bieten ein hohes Kontrastverhältnis ohne störende Streifen.

Geringer Platzbedarf

Der Trend geht zu immer größeren Bildschirmen. Ein 17-Zoll-Monitor wird bereits häufig als Minimum für die Büroarbeit angesehen. Im gleichen Maße, wie die Bildschirme größer werden, wird aber der Arbeitsplatz knapper. Bei einer durchschnittlichen Tiefe der Geräte von zirka 45 Zentimeter bleibt auf einem normal dimensionierten Schreibtisch oft nicht mehr genügend Tischfläche vor dem Bildschirm frei, um Handgelenke und Unterarme abzustützen. Auch der empfohlene Sehabstand  von mindestens 60 Zentimeter zum Monitor ist schwer einzuhalten. Durch den Einsatz der flachen Schirme lassen sich diese Probleme auf einen Schlag lösen.  

  • Die platzsparende Bauweise erleichtert so die Einrichtung ergonomischer Arbeitsplätze.

Kleiner ist trotzdem größer

Die Geräte wirken übrigens kleiner als sie wirklich sind, da bei LCD-Monitoren im Gegensatz zu den herkömmlichen Röhrengeräten die Angaben zur Bilddiagonale stets der tatsächlich sichtbaren Bildfläche entspricht. Dies ist bei der Auswahl der Bildschirmgröße in Abhängigkeit von der Arbeitsaufgabe zu berücksichtigen. Beispielsweise verfügt ein LCD 15-Zöller von Ecke zu Ecke über ein 38 cm großes Bild. Hingegen hat ein 15 Zoll großer Röhrenmonitor gerade mal ein sichtbares Bild von knapp 34 Zentimeter. Dieser Unterschied von rund vier Zentimeter entspricht etwa dem zwischen einem 15 und 17 Zoll Röhrengerät. Der 17 Zoll Flachbildschirm bietet bereits 43,2 cm Bilddiagonale, also das an sichtbarer Fläche, was ein Röhrenmonitor von 19 Zoll in etwa vorzuweisen hat. Wer Platz sparen, aber dennoch auf einen großen Display nicht verzichten will, ist mit einem "Flachmann" also gut bedient.

Flexibel positionieren

Die klobigen Kathodenstrahlmonitore stehen weitgehend mit senkrechter Bildoberfläche am Arbeitsplatz, doch die LCDs lassen sich flacher aufstellen. Dies stimmt mit den physiologischen Haltungs- und Sehgewohnheiten überein, wenn man auf den Monitor wie auf ein Buch schaut.

Hier können Flachbildschirme schwächeln

Mangelnde Farbechtheit
Durch diffuse Lichtbrechung sind Farbverfälschungen möglich. Dennoch haben die neuen "Flachen" mit den TFT-Displays bei der farbgetreuen Wiedergabe von Bildern mächtig aufgeholt. Inzwischen können viele True Color mit 16,7 Millionen Farben darstellen.  
Eingeschränkter Ablesewinkel
Die Bildqualität der "Billigheimer" unter den flachen Geräten verändert sich zudem stark mit dem Blickwinkel, unter dem man auf den Bildschirm schaut. Gute Geräte können auch von der Seite noch ausreichend gut abgelesen werden und erzielen eine ähnliche Qualität wie Kathodenstrahl-Monitore. Der Ablesewinkel gehört zu den wichtigsten Qualitätsmerkmalen. Während ältere Modelle nur etwa senkrecht zur Bildoberfläche ein gutes Bild liefern, ermöglichen teurere TFT-Monitore einen Ablesewinkel von mindestens 160 Grad. Hier gibt es mittlerweile unterschiedliche Klassen zu kaufen.
Längere Reaktionszeit
Bei den Flachbildschirmen hapert es etwas mit der Geschwindigkeit. LCDs gelten als etwas träge im Vergleich zu Röhrenmonitoren.
Bildauflösung
"Flachmänner" besitzen nur eine technisch bedingte optimale Bildschirm-Auflösung. Wer häufig zwischen Auflösungen wechseln möchte, sollte die Finger davon lassen.
Reflektierende Oberfläche
Die Einteilung in drei Reflexionsklassen scheint nach einer neuen Untersuchung des Berufsgenossenschaftlichen Instituts BIA zu grob, die Unterschiede zwischen den Produkten sind zu groß. Hier sollte genau auf das Produkt geschaut werden, der Trend geht leider zu hochglänzenden Oberflächen, weil damit das Bild schärfer ist. Nur ermüden die Augen schneller, wenn sich blendende Reflexionen auf dem Bildschirm zeigen.

Entscheidend ist die Arbeitsaufgabe

Ob aus ergonomischer Sicht ein LCD-Bildschirm einem Röhrenmonitor vorzuziehen ist, hängt von der zu erledigenden Arbeitsaufgabe ab.  

  • Bei Büroarbeitsplätzen, an denen es hauptsächlich um Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Internetrecherche geht, spricht alles für den Einsatz von Flachbildschirmen.
  • Für die Arbeit mit grafischen Inhalten, bei der kleinste Farbnuancen zählen, sind Kathodenstrahl-Bildschirme zurzeit noch besser geeignet.

Feste Bildpunktgröße

Die vorgegebene Auflösung eines Flachbildschirms sollte nicht verstellt werden, dies führt zur Verringerung der Zeichenschärfe. Auch ist es ratsam, die vorhandenen Programme auf dem ausgewählten neuen Bildschirm zu testen. Hier kann es bei alter Software zu unzumutbarer unscharfer Zeichendarstellung kommen.
Da die feste Bildpunktgröße und Auflösung die Zeichenhöhe und damit die Lesbarkeit bestimmt, entscheiden die individuellen Sehanforderungen in Verbindung mit der Arbeitsaufgabe über die Geräteauswahl. Es kann keinen Standard-LCD für alle Beschäftigten geben. Wird die Standardschrift wegen hoher Auflösung zu klein und schlecht lesbar, muss ein größerer Bildschirm mit gleicher Auflösung eingesetzt werden - die Zeichen sind dann größer und komfortabler zu lesen.

Kaufhinweise

Beim Kauf sollte man die Qualität der Bildschirmdarstellung aus verschiedenen Betrachtungswinkeln prüfen. Das Bild darf dabei nicht dunkler und kontrastärmer wirken oder Farbverfälschungen zeigen.  

Wer einen Flachbildschirm anschaffen möchte, sollte auf die Prüfzeichen für Monitore achten. Die Erfüllung höchster Qualitätsanforderungen nach dem derzeitigen Stand der Technik bescheinigt das Zertifikat "TCO'03 Displays".

Die Liste der nach TCO'03 zertifizierten Bildschirme steht im Internet unter http://tco.networks.nu/index_publicsearch.htm.

Ergonomierichtlinie für "Flachmänner"

Die Norm ISO 13406-2 formuliert ergonomische Maßstäbe für die Bildqualität von Flachbildschirmen. Ein qualifiziertes Prüfsiegel wie zum Beispiel "Ergonomie geprüft" vom TÜV Rheinland oder BG-PRÜFZERT basiert auf Prüfungen nach dieser Norm.
 
 

Der Servicebereich

Rechtsquellen und Normen

Gesetze und Verordnungen
  • Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV),
    • Anhang, Nr. 1-5, Nr. 18 und 19, § 2, Abs. 1

Berufsgenossenschaftliche Vorschriften, Regeln und Informationen
  • Berufsgenossenschaftliche Information BGI 650: Bildschirm- und Büroarbeitsplätze. Leitfaden für die Gestaltung. Verwaltungs-Berufsgenossenschaft 2007
  • GUV-Informationen GUV-I650: Bildschirm- und Büroarbeitsplätze. Leitfaden für die Gestaltung. Bundesverband der Unfallkassen 2006 (Nachdruck der BGI 650 der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft)
  • Berufsgenossenschaftliche Information BGI 742: Arbeiten an Bildschirmgeräten. Vereinigung der Metallberufsgenossenschaften 2009

Normen
  • DIN EN ISO 9241: Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten (neu: Mensch-System-Interaktion)
    • Teile 3, 7, 8
  • ISO 13406-2: Ergonomische Anforderungen für Flachbildschirme

Literatur

-Zum Einlesen:  

Dr. Manuel Kiper:
Flachbildschirme – ergonomisch eingesetzt.
in: Computer und Arbeit 7/2007, AIB-Verlag www.aib-verlag.de
verfügbar als  Download   192 kb

Verwaltungs-Berufsgenossenschaft:
Lern- und Informationsprogramm "Ergonomie im Büro" - online
www.vbg.de  Themenseite Büro oder als CD-ROM  

 

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Letzte Änderung: 29.8.2008

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Rechtsquellen
  • Bildschirmarbeits-
    verordnung (BildscharbV)

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Literaturtipps
  • Dr. Manuel Kiper:
    Flachbildschirme – ergonomisch eingesetzt 
      

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Tipp zum weiterlesen online
  • Verwaltungs-
    Berufsgenossenschaft:
    Lern- und Informationsprogramm "Ergonomie im Büro" - online
    http://www.vbg.de
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