Flachbildschirme

Autorin: Ulla Wittig-Goetz
Übersicht: Die Vorzüge der Flachbildschirme auf einen Blick
- flimmerfrei
- platzsparend
- geringes Gewicht
- stromsparend
- weitgehend strahlungsfrei
- geringe Wärmeentwicklung
- scharfes und kontrastreiches Bild
- keine Verzerrungen an den Bildschirmkanten
- nur geringe Reflexionen
Die Zeit der wuchtigen Computerbildschirme, die noch viele Büroschreibtische beherrschen, ist bereits in vielen Unternehmen vorbei. An ihre Stelle treten zunehmend Flachbildschirme, die nicht nur eleganter aussehen. Sie sind ihren Vorgängern auch aus ergonomischer Sicht überlegen.
Flachmänner" glänzen mit ergonomischen Qualitäten
Angenehmeres Arbeiten
Energiesparer
Die "Flachmänner" verbrauchen zudem weniger Strom. Durch den niedrigeren Energieverbrauch reduziert sich die Wärmeentwicklung in den Räumen, was positive Auswirkungen auf das Klima hat.
Bild 1: Beispiel für einen Flachbildschirm.
(Bildquelle: Samsung 1998)
Eine andere Technik kommt zum Einsatz
Flüssigkristall- oder LCD-Bildschirme funktionieren nach einem völlig anderen Verfahren als herkömmliche Monitore mit Kathodenstrahlröhre. Da das Bild nicht zeilenweise aufgebaut wird, steht es auch völlig ruhig. Flüssigkristalle verändern in einem elektrischen Feld ihre optischen Eigenschaften. Sie brechen das Licht auf unterschiedliche Weise, je nachdem, ob man sie an elektrische Spannung anlegt oder nicht. Mit Hilfe dieser Technik können verschiedene Bereiche des Bildschirms zum Leuchten gebracht und so Text oder Bilder dargestellt werden.
TFT-Displays (TFT=Thin Film Transistor) haben sich inzwischen weitgehend bei der Flachbildschirm-Technologie durchgesetzt. Sie werden auch als Aktivmatrix-TFTs bezeichnet, weil die Transistoren aktiv die einzelnen Bildelemente ansteuern. Sie bieten ein hohes Kontrastverhältnis ohne störende Streifen.
Geringer Platzbedarf
Der Trend geht zu immer größeren Bildschirmen. Ein 17-Zoll-Monitor wird bereits häufig als Minimum für die Büroarbeit angesehen. Im gleichen Maße, wie die Bildschirme größer werden, wird aber der Arbeitsplatz knapper. Bei einer durchschnittlichen Tiefe der Geräte von zirka 45 Zentimeter bleibt auf einem normal dimensionierten Schreibtisch oft nicht mehr genügend Tischfläche vor dem Bildschirm frei, um Handgelenke und Unterarme abzustützen. Auch der empfohlene Sehabstand von mindestens 60 Zentimeter zum Monitor ist schwer einzuhalten. Durch den Einsatz der flachen Schirme lassen sich diese Probleme auf einen Schlag lösen.
- Die platzsparende Bauweise erleichtert so die Einrichtung ergonomischer Arbeitsplätze.
Kleiner ist trotzdem größer
Flexibel positionieren
Hier können Flachbildschirme schwächeln
Mangelnde Farbechtheit
Eingeschränkter Ablesewinkel
Längere Reaktionszeit
Bildauflösung
Reflektierende Oberfläche
Entscheidend ist die Arbeitsaufgabe
Ob aus ergonomischer Sicht ein LCD-Bildschirm einem Röhrenmonitor vorzuziehen ist, hängt von der zu erledigenden Arbeitsaufgabe ab.
- Bei Büroarbeitsplätzen, an denen es hauptsächlich um Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Internetrecherche geht, spricht alles für den Einsatz von Flachbildschirmen.
- Für die Arbeit mit grafischen Inhalten, bei der kleinste Farbnuancen zählen, sind Kathodenstrahl-Bildschirme zurzeit noch besser geeignet.
Feste Bildpunktgröße
Die vorgegebene Auflösung eines Flachbildschirms sollte nicht verstellt werden, dies führt zur Verringerung der Zeichenschärfe. Auch ist es ratsam, die vorhandenen Programme auf dem ausgewählten neuen Bildschirm zu testen. Hier kann es bei alter Software zu unzumutbarer unscharfer Zeichendarstellung kommen.
Da die feste Bildpunktgröße und Auflösung die Zeichenhöhe und damit die Lesbarkeit bestimmt, entscheiden die individuellen Sehanforderungen in Verbindung mit der Arbeitsaufgabe über die Geräteauswahl. Es kann keinen Standard-LCD für alle Beschäftigten geben. Wird die Standardschrift wegen hoher Auflösung zu klein und schlecht lesbar, muss ein größerer Bildschirm mit gleicher Auflösung eingesetzt werden - die Zeichen sind dann größer und komfortabler zu lesen.
Kaufhinweise
Beim Kauf sollte man die Qualität der Bildschirmdarstellung aus verschiedenen Betrachtungswinkeln prüfen. Das Bild darf dabei nicht dunkler und kontrastärmer wirken oder Farbverfälschungen zeigen.
Wer einen Flachbildschirm anschaffen möchte, sollte auf die Prüfzeichen für Monitore achten. Die Erfüllung höchster Qualitätsanforderungen nach dem derzeitigen Stand der Technik bescheinigt das Zertifikat "TCO'03 Displays".
Die Liste der nach TCO'03 zertifizierten Bildschirme steht im Internet unter http://tco.networks.nu/index_publicsearch.htm.
Ergonomierichtlinie für "Flachmänner"
Der Servicebereich
Rechtsquellen und Normen
Gesetze und Verordnungen
- Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV),
- Anhang, Nr. 1-5, Nr. 18 und 19, § 2, Abs. 1
Berufsgenossenschaftliche Vorschriften, Regeln und Informationen
- Berufsgenossenschaftliche Information BGI 650: Bildschirm- und Büroarbeitsplätze. Leitfaden für die Gestaltung. Verwaltungs-Berufsgenossenschaft 2007
- GUV-Informationen GUV-I650: Bildschirm- und Büroarbeitsplätze. Leitfaden für die Gestaltung. Bundesverband der Unfallkassen 2006 (Nachdruck der BGI 650 der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft)
- Berufsgenossenschaftliche Information BGI 742: Arbeiten an Bildschirmgeräten. Vereinigung der Metallberufsgenossenschaften 2009
Normen
- DIN EN ISO 9241: Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten (neu: Mensch-System-Interaktion)
- Teile 3, 7, 8
- ISO 13406-2: Ergonomische Anforderungen für Flachbildschirme
Literatur
Zum Einlesen:
Dr. Manuel Kiper:
Flachbildschirme – ergonomisch eingesetzt.
in: Computer und Arbeit 7/2007, AIB-Verlag www.aib-verlag.de
verfügbar als
Download
192 kb
Verwaltungs-Berufsgenossenschaft:
Lern- und Informationsprogramm "Ergonomie im Büro" - online
www.vbg.de Themenseite Büro oder als CD-ROM
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Letzte Änderung: 29.8.2008



