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Arbeit im Büro gesund gestalten

Grundwissen
Drucker

Autorin: Ulla Wittig-Goetz

Übersicht: Wichtige Anforderungen an einen guten Drucker

  • Im Büro wird geistig gearbeitet und der Drucker darf dabei nicht stören.
  • Drucker sollten leise arbeiten und möglichst wenig Emissionen produzieren.
  • Empfehlenswert sind energiesparende, wartungs- und verbrauchsarme Geräte.
  • Drucker sollen von vorne bedienbar sein und ein reflexionsarmes, helles Gehäuse haben.
  • Am besten stehen die Geräte in separaten, gut durchlüfteten Räumen.

Der beste Computer ist nichts wert, wenn sich die verarbeiteten Daten und Texte nicht ausgeben lassen. Dazu wird auf dem Markt eine Vielzahl von Druckern angeboten, die je nach Verwendungszweck auszuwählen sind.

Verschiedene Techniken

Die Laser-, LED-, Tintenstrahl- und neuerdings Geldrucker haben unterscheidliche Techniken und Leistungsmerkmale. Matrixdrucker sind mittlerweile für das Büro überholt. Die benötigte Druckqualität und Druckgeschwindigkeit sollte mitentscheiden, welcher Drucker für den Arbeitsplatz geeignet ist. Das gilt auch für den Leistungsumfang der neuen Multifunktionsgeräte, die drucken, kopieren, faxen und scannen können. Die Auswirkungen auf die Arbeitsumgebung sind zu beachten, insbesondere wenn Geräte im Großraum aufgestellt werden sollen.

Laserdrucker

Hohe Qualität und GeschwindigkeitDrucker

Ozon
Während des Druckvorgangs entsteht Ozon. Ozon ist ein Gefahrstoff und kann die Atemwege sowie die Augen reizen. Deshalb sollten die Geräte mit einem Ozonfilter ausgestattet sein. Diese sind regelmäßig zu warten und zu wechseln - sonst wirken sie nicht mehr. Beim Kauf ist darauf zu achten, nach wieviel Betriebsstunden der Filter auszutauschen ist. Inzwischen liegen bei vielen neuen Druckermodellen die Ozonemissionen unterhalb der Nachweisgrenze. Dies gilt besonders für kleine Laserdrucker, die anders konstruiert sind.

Tonerstaub
Um Gesundheitsrisiken durch Tonerstaub möglichst gering zu halten, sollten die Drucker regelmäßig von Fachpersonal gewartet und ordnungsgemäß bedient werden. Wenn viele Geräte in einem Betrieb vorhanden sind, sollen geschulte Mitarbeiter mit dem Wechsel der Tonerkartuschen und der Beseitigung kleiner Störungen betraut werden. Treten trotz Schutzmaßnahmen bei Beschäftigten gesundheitliche Beschwerden auf, sind die betrieblichen Arbeitsschutzexperten zu Rate zu ziehen. Dies hat jetzt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin empfohlen.
Nachrüstung mit Feinstaubfiltern
Emissionen von Druckern oder Kopiergeräten sind seit einiger Zeit auch aufgrund des Feinstaubanteils in Verdacht, Gesundheitsbeschwerden zu verursachen. Die Nachrüstung mit Feinstaubfiltern wird empfohlen. Zu bedenken ist hier allerdings, das einige Hersteller das mit dem Verweis auf mögliche Betriebsstörungen ablehnen. Eine Studie des Umweltbundesamts (UBA Telegramm 2/2010) hat darauf verwiesen, dass marktgängige Nachrüstungsfilter sehr unterschiedliche Wirksamkeit haben. Prinzipiell, so die Behörde, können geeignete Filtermaterialien Ultrafeinpartikel effizient zurückhalten. Entscheidend sei allerdings das Zusammenspiel von Abluftführung des Geräts mit dem Filter, ihre Wirkung ist auch vom Gerätetyp abhängig. Bei der Beschaffung von Feinstaubfiltern sollte der Hersteller zu Rate gezogen werden.    
Hoher Energieverbrauch

Laserdrucker haben einen hohen Energieverbrauch. Bereits im Standby-Betrieb benötigt ein durchschnittlicher Laser gleich viel Energie wie ein "arbeitender" Computer. Im Druckbetrieb verdreifacht sich dieser Wert. Dadurch gibt der Drucker auch viel Wärme ab und heizt das Raumklima auf (wie etwa acht bis zehn Personen). 

Wenn Bildschirmgeräte und Drucker die Raumtemperaturen erhöhen, sind die oberen Flächenbedarfswerte je Arbeitsplatz zu berücksichtigen.

Empfehlung zum Kauf: ökologische Kriterien
  • Beim Kauf eines Laserdruckers sollten die Energieverbrauchswerte der Geräte sowohl im Standby- als auch im Druckbetrieb verglichen werden. Gute Werte verspricht das Prüfsiegel "Energy Star" oder der "Blaue Engel".
  • Die Anforderungen an den "Blauen Engel" sind mit der dahinterstehenden Richtlinien nach RAL UZ-122 für Bürogeräte mit Druckfunktion seit 2007 strenger geworden, RAL UZ-85 für Drucker und RAL UZ-114 für Kopierer gelten nur bis 2006.
  • Auf das einfache Wechseln der Toner-Kartuschen (ohne Berührung des Toners) ist zu achten. Zu bevorzugen sind recycelbare Kartuschen - sie sind mit dem Label "Blauer Engel" im Handel verfügbar.
  • Zusätzliche Feinstaubfilter für Laserdrucker können die Staubemission der Abluft vollständig verhindern, so geben es die Anbieter an.
     

LED- oder LCD/LCS-Drucker

Neue Technikgeneration

Neuer auf dem Markt sind LED-Drucker (Luminated Emission Diod) und LCD/LCS-Drucker (Liquid Crystal Display/Shutter). Auch sie verfügen über eine hohe Druckqualität und bedrucken schnell größere Papiermengen. Bei dieser Technik übernimmt eine mit LEDs (Leuchtdioden) oder mit LCD-Elementen besetzte Schiene über der Trommel die Aufgabe des Laserstrahls. Es gibt weniger bewegliche Teile. Im Unterschied zu Laserdruckern gelten deshalb diese Drucker als weniger reparaturanfällig. Die Trommel braucht während der gesamten Lebensdauer des Gerätes nicht ausgewechselt werden. Als einziges Verbrauchsmaterial fällt damit Toner an.

Die höheren Anschaffungskosten lassen sich durch die Einsparung von teurem Verbrauchsmaterial amortisieren. LED- und LCD/LCS-Drucker geben Ozon ab, z.Teil weniger als Laserdrucker mit Ozonfilter.

Tintenstrahl- und Geldrucker

An vielen Arbeitsplätzen ist der Einsatz von Tintenstrahldruckern völlig ausreichend. Sie verwenden zumeist ungiftige, wasserlösliche Tinte.

Kostengünstige Tintenstrahler

Die Geräte sind kostengünstig, verbrauchen wenig Energie und ihr Lärmpegel ist gering. Zur weiteren Lärmminderung können noch schallisolierende Unterlagen benutzt werden. Die Druckqualität hängt von der Düsenanzahl ab. Geräte mit 24 Düsen und mehr erreichen Druckergebnisse, die nahe an die Qualität von Laserdruckern heranreichen. Inzwischen gibt es auch Geräte mit dauerhaften Druckkopf, so dass nur die Tinte nachgefüllt werden muss. Dies bedeutet weniger Abfall. Auch lassen sich Tintenkartuschen mit guter Qualität nachfüllen.

Neuheit Geldrucker

Seit 2006 auf dem Markt sind Geldrucker, die statt Tinte ein Gel mit Farbpigmenten nutzen. Sie bieten eine Alternative zu den Tintenstrahldruckern, insbesondere durch ihre höhere Lichtbeständigkeit, bessere Farb- und Druckqualität unbeeinflusst vom Papier und Wasserbeständigkeit. Das Gel ist völlig ungiftig.
Vergleichbar arbeiten Wachsdrucker.

Tintenstrahl- und Geldrucker drucken nicht sehr schnell, was ungünstig sein kann, wenn mit großen Papiermengen gearbeitet wird. Sie sind allerdings deutlich kostengünstiger. Sie können im Druck lauter sein als Laserdrucker.

Matrixdrucker

Viel Lärm und Staub

Spitzenreiter bei der Lärmentwicklung sind die Matrixdrucker, die ebenfalls mit Tinte arbeiten. Sie verursachen auch besonders viel Papierstaub. Es empfiehlt sich, sie mit einer Schallschutzhaube auszustatten, falls sie nicht aus dem Büro verbannt werden können - bspw. wenn Formulare mit Druchschlägen gedruckt werden sollen. Außerdem ist es die billigste Druckart.

Für alle Drucker gilt:

  • Weg vom Arbeitstisch   
    Drucker sollen separat und nicht auf Arbeitstischen stehen. Dadurch wird vermieden, dass sich Vibrationen übertragen. Außerdem wirkt sich das günstiger auf die Geräuschentwicklung und den Platzbedarf aus.
  • In den Technikraum
    Drucker gehören in einem separaten, gut durchlüfteten Raum. Dies schützt die Beschäftigten vor Lärm, Papierstaub, Tonerpartikel und Ozon.
  • Bedienung von vorne
    Drucker sollen von vorne zu bedienen sein. Das betrifft die Ein-Aus-Schaltung, den Papiereinzug usw.
  • Reflexion
    Um Blendungen zu vermeiden soll der Glanzgrad des Druckergehäuses matt bis seidenmatt sein und die Farbe hell (Reflexionsgrad zwischen 20 und 50 %).
  • Papier
    Recyclingpapier, das der DIN-Norm 19309/EN 12281 entspricht, sollte auch gut durch den Drucker laufen. Der "Blaue Engel" garantiert das.
  • Geräuschemission
    Lärmarme Geräte sollten bevorzugt werden, der Vergleich auf dem Markt lohnt sich. Hier gibt es Geräte, deren Werte unterhalb der Grenzen des "Blauen Engels" liegen. Geräuschemissionen von unter 30 dB(A) Schalldruckpegel im stand-by-modus sind gute Werte.
    Der "Blaue Engel" legt einen maximale Geräuschabgabe im Leerlauf von Arbeitsplatzrechnern von 48 dB (A) Schalldruckpegel und eine max. Schallleistung von 75 dB(A) bei Bürogeräten zugrunde. Ein S/W-Laserdrucker muss nach den Prüfkriterien bei 25 Seiten/Minute max. 60 dB(A) und ein Farblaserdrucker 62 dB()A Schallleistungspegel aufweisen. Geräte mit mehr als 63 dB(A) Schallleistungspegel gehören nicht an den Arbeitsplatz mit geistigen Tätigkeiten. 
    Eine normgerechte Geräuschemissionsangabe erfolgt nach DIN EN ISO 7779. Angaben dazu finden sich im Datenblatt des Gerätes bzw. der Bedienungsanleitung. Die Hersteller sind zur Vorlage von Prüfstellenprotokollen verpflichtet.
  • Beschaffung
    Schon beim Kauf eines Druckers muss auf Emissionen und Verbrauch geachtet werden. Die Geräuschentwicklung sollte im eingeschalteten Zustand und beim Ausdrucken beurteilt werden und der Tonerverbrauch verglichen werden. 
  • Prüfsiegel 
    Diese Labels verdienen besondere Beachtung: Blauer Engel, BG PRÜFZERT oder Eco-Kreis.

Der Servicebereich

Rechtsquellen und Normen

Gesetze und Verordnungen

Berufsgenossenschaftliche Vorschriften, Regeln und Informationen
  • Berufsgenossenschaftliche Information BGI 650: Bildschirm- und Büroarbeitsplätze. Leitfaden für die Gestaltung, Verwaltungs-Berufsgenossenschaft
  • GUV-Informationen GUV-I 650: Bildschirm- und Büroarbeitsplätze. Leitfaden für die Gestaltung. Bundesverband der Unfallkassen 2006 (Nachdruck der BGI 650 der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft)
  • Berufsgenossenschaftliche Information BGI 742: Arbeiten an Bildschirmgeräten. Vereinigung der Metallberufsgenossenschaften 2009
  • Berufsgenossenschaftliche Information BGI 820: Laserdrucker sicher betreiben. Verwaltungs-Berufsgenossenschaft 2006

Normen
  • DIN EN ISO 7779: Akustik - Geräuschemissionsmessung an Geräten der Informations- und Telekommunikationstechnik (DIN EN ISO 7779:2001)

Literatur

-Zum Einlesen und Vertiefen:  

Umweltfreundliche Beschaffung: Ökologischer Einkauf im Netz: www.beschaffung-info.de,
ein Projekt des Umweltbundesamtes, des Bundesverbandes für Umweltberatung e.V. und des Bundesminsteriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit . Hier finden sich auch Hinweise zu ökologischen Büromöbeln und Büromaterialien.

Verwaltungs-Berufsgenossenschaft:
Der Einkaufsführer
Bestelladresse: C.L. Rautenberg-Druck, Postfach 128025343 Glückstadt, Fax: 04124/ 915944 oder unter www.vbg.de  

Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM):
Drucker, Kopier- und Multifunktionsgeräte,
Mainz 2002.
Bestelladresse: BITKOM, Albrechtstr. 10, 10117 Berlin, Tel.: 030/27576 0, Fax: -400,E-Mail: botkom@bitkom.org 

Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit:
Gefahrstoff-Information Büro,
Erfurt 2001, Bestelladresse: Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, Werner-Seelenbinder-Str. 6, 99096 Erfurt, Tel.: 0361/379 8730, Fax: 379 8874, E-Mail: poststelle@tmsfg.thueringen.de

Verwandte Themen

Letzte Änderung: 20.4.2010

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Rechtsquellen
  • Bildschirm-
    arbeitsverordnung (BildscharbV)

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Literaturtipps
  • BITKOM: Drucker, Kopier- und Multifunktionsgeräte

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