Natürliches Licht am Arbeitsplatz: Vollspektrumbeleuchtung

Autorin: Ulla Wittig-Goetz
Übersicht
- Licht steuert zentrale Körperfunktionen.
- Es muss nicht nur hell genug am Arbeitsplatz sein, sondern auch die Zusammensetzung des Lichts ist wichtig.
- Vollspektrumlicht sorgt für Lichtverhältnisse, die dem Tageslicht ähneln.
- Entsprechend ausgerüstete Lampen sind teurer, halten aber länger und verbrauchen weniger Energie.
- Der Elektrosmog ist völlig weg oder fällt geringer aus.
- Kritiker warnen allerdings vor den UV-Anteilen im künstlichen Licht.
Licht ist nicht gleich Licht
Die Wirkung des Lichts auf den menschlichen Körper ist wissenschaftlich nachgewiesen. Doch jeder weiß auch aus eigener Erfahrung: Wenn die Sonne scheint, geht alles besser.
Licht trägt entscheidend zu unserem Wohlbefinden bei. Ob Licht diese Wirkung entfalten kann hängt nicht nur von der Helligkeit der Lichtquelle, sondern vor allem von seiner Zusammensetzung ab. Bei den DIN-Normen zum künstlichen Licht spielt das bislang aber keine Rolle.
Licht wie in der Natur
Bei herkömmlicher Beleuchtung kommt nur ein eingeschränktes Lichtspektrum zum Einsatz. Sie erzeugt primär Helligkeit. Vollspektrumlicht dagegen gibt das mittägliche Tageslicht in etwa wieder. Es berücksichtigt auch kurzwellige Ultraviolett-Strahlen (UV-A und B 290 bis 380 Nanometer (nm)) und Infrarot-Strahlen (ab etwa 750 nm).
Bild 1: Lampen im Vergleich zum mittäglichen Tageslicht. (Quelle: Manfred Ross, Gesundes Licht, Hamburg 1998)
Licht steuert die Gesundheit
Nur ein Bruchteil des natürlichen Lichts dient dem Sehvorgang. Der überwiegende Teil gelangt in den Organismus und kurbelt den Stoffwechsel an, regelt den Hormonhaushalt, das Immunsystem, den Zellstoffwechsel usw.
Bekannt ist, dass schlechte Lichtverhältnisse am Arbeitsplatz Kopfschmerzen und Augenprobleme bereiten, die Immunabwehr schwächen, die Konzentrationsfähigkeit beeinflussen und zu rascher Ermüdung führen. Handelsübliche Leuchstoffröhren fördern auch am Tage - entgegen der "inneren menschlichen Uhr" - die Produktion des Hormons Melatonin, was müde macht. Auch das Stresshormon Cortisol gerät verstärkt in die Blutbahn. Resultat ist ein Mixcocktail aus körpereigenen Aufputsch- und Beruhigungsmitteln, der zu gesundheitlicher Beeinträchtigung und Leistungsabfall führt.
Wacher und weniger krank
Technik
Farben besser sehen
Bekanntlich beeinflussen Farben das Wohlbefinden. Vollspektrumleuchten lassen die Farben natürlich und klar erscheinen wie im Tageslicht. Ihr Einsatz wird vor allem in Räumlichkeiten empfohlen, die mit wenig oder keinem natürlichen Licht auskommen müssen.

Bild 2: True Lite Lampe im Vergleich zum mittäglichen Tageslicht. Das Vollspektrumlicht erreicht die beste Übereinstimmung. (Quelle: Manfred Ross, Gesundes Licht, Hamburg 1998)
Kein Flimmereffekt
Kosten
Zimmerpflanzen
Sonnenbrand am Arbeitsplatz?
Der UV-Anteil von Vollspektrumlampen soll nach Herstellerangaben so angelegt sein, dass zwar die anregende Wirkung der Strahlen erhalten bleibt, die Gefahr eines Sonnenbrandes jedoch um ein vielfaches geringer ist, als bei natürlichem Sonnenlicht. Dennoch warnen Kritiker vor möglichen Hautrötungen und Bindehautreizungen der Augen. Es empfiehlt sich einen Mindestabstand von einem Meter einzuhalten, um gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden.
Der Servicebereich
Literatur
Zum Einlesen:
Wohlbefinden im Büro. Arbeits- und Gesundheitsschutz bei der Büroarbeit
hg. v. Bundesanstalt für Arbeitschutz und Arbeitsmedizin,
Dortmund 2004
Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege:
Vollspektrumlicht am Arbeitsplatz beugt Erkrankungen vor
Presseartikel 1.1.2006, Download im Pressarchiv www.bgw-online.de
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Letzte Änderung: 15.03.2004



