Lichtschutzvorrichtungen

Autorin: Ulla Wittig-Goetz
Übersicht
- Seit dem Jahr 2000 schreibt die Bildschirmarbeitsverordnung für alle Bildschirmarbeitsplätze Lichtschutzvorrichtungen vor.
- Ihre Aufgabe ist es, Blendungen und Reflexionen auf dem Monitor zu vermeiden.
- Auf dem Markt werden verschiedene Bauarten von Lichtschutzmaßnahme angeboten, doch nicht alle taugen auch etwas.
- Gute Lösungen versprechen transparente Lamellenstores und Jalousien oder Folien zu sein.
- Lichtlenksysteme, die das Licht gezielt in den Raum lenken, stellen eine besonders effiziente Methode des Lichtschutzes dar.
Lichtschutz ist Vorschrift
Nach der Bildschirmarbeitsverordnung sind Computerarbeitsplätze so einzurichten, dass leuchtende oder beleuchtete Flächen keine Blendungen verursachen und Reflexionen auf dem Monitor vermieden werden. Lichtschutzvorrichtungen müssen demnach verhindern, dass Mitarbeiter/-innen einerseits direkt durch Tageslicht geblendet werden. Andererseits dürfen sich keine Beeinträchtigungen durch Spiegelungen oder Reflexionen auf dem Monitor ergeben. Das Sonnenlicht kann nämlich direkt in den Raum strahlen oder von gegenüberliegenden Gebäude- und Fensterflächen sowie von hellen oder glänzenden Fläche im Raum reflektiert werden und somit blenden.
Gesundheitsbeschwerden, weil das Licht ins Auge fällt
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Anforderungen an Lichtschutzvorrichtungen
- eine Direktblendung der Beschäftigten verhindern,
- Spiegelungen auf dem Monotor vermeiden,
- ausreichende Kontraste der Bildschirmanzeige gewährleisten,
- dafür sorgen, dass sich keine Schattenmuster auf dem Bildschirm bilden,
- eine Sichtverbindung nach außen ermöglichen,
- leicht verstellbar sein.
Lichtschutzmöglichkeiten im Überblick
Welche Lichtschutzvorrichtung die geeignete ist, hängt auch von den Gegebenheiten am Arbeitsplatz ab, bspw. der Ausrichtung der Arbeitsräume hinsichtlich der Himmelsrichtung oder der Fensternähe der Computerarbeitsplätze. Auf dem Markt werden verschiedene Vorrichtungen gegen unerwünschten Lichteinfall angeboten, bspw.:
- Markisen
- Rollos
- Rolläden
- Jalousien
- Lamellenvorhänge usw.
Sie unterscheiden sich in der Anbringung (z. B. innen oder außen), der Ausführung (z.B. schmalere oder breitere Lamellen), des Materials (z.B. Textilien, Kunststoffe oder Metalle) und der Materialeigenschaften.
Lamellenstores und Jalousien
Sehr verbreitet sind Lamellenvorhänge (senkrechte Lamellen), die aus Stoff, Kunststoff oder Alu bestehen. Sie haben allerdings Nachteile: Textile Lamellenvorhänge lassen 15 bis 20 Prozent des Lichtes durch. Das ist nach Empfehlungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin entschieden zu viel, denn es können Blendungen entstehen, und das Licht kann sich auf dem Monitor spiegeln. Auch weniger lichtdurchlässige Lamellen sind nicht optimal. Wenn die Sonne scheint, treten bei weit auseinander stehenden Lamellen Rasterblendungen auf. Außerdem entstehen starke Unterschiede in der Leuchtdichte auf der Vorhangfläche und zwischen Wand- und Fensterfläche. Das aber strapaziert und ermüdet die Augen, die sich ständig den wechselnden Helligkeiten anpassen und die Bildschirmanzeige erkennen müssen. Auch der Blick nach draußen wird versperrt.
Für Jalousien (waagerechte Lamellen) aus Stoff oder aus Kunststoff- bzw. mit Alulamellen gelten im Prinzip die gleichen Nachteile wie für die Lamellenvorhänge.
Lichtschutzlösungen, die Schatten spenden
Inzwischen gibt es transparente Lamellenvorhänge zu kaufen. Sie lassen sich sogar gegen vorhandene Lamellen aus anderen Materialien austauschen. Man blickt dabei durch die Vorhänge durch. Hersteller versprechen, dass sie lediglich 3 Prozent lichtdurchlässig sind und somit eine vorschriftsmäßige Tageslichtbegrenzung erreichen
Der Markt bietet zudem Fensterrollos aus transparenter, aluminiumbedampfter Folie, die auch besonders für Bildschirmarbeitsplätze empfohlen werden.
Bild 1: Halbtransparentes Rollo.
(Quelle: Fa. Glasgard Rollosysteme, Salzböden)
Die Fensterrollos sollen ebenfalls das Tageslicht gleichmäßig und gezielt dämpfen und aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften, Sonne-, Hitze- und Blendschutz in einem sein. Selbst im fensternahen Bereich könnten Bildschirmarbeitsplätze eingerichtet werden, und sogar in der Raummitte sei noch ausreichend Tageslicht vorhanden, behaupten die Hersteller.
Auch selbstklebende Folien sind bereits im Handel.
Bild 2: Selbstklebende Folien
(Quelle: Fa. Multifilm Sonnen- und Blendschutz GmbH)
Lamellenjalousie plus Folienrollo
Als Blendschutz und zur Tageslicht-Lenkung ist ganz neu auf dem Markt eine Kombination aus Folienrollo und Lamellenjalousie.
Im oberen Fensterbereich wird das einfallende Tageslicht von den Lamellen der Jalousie über die Raumdecke in die Tiefe des Raumes gelenkt. Die Lamellen haben nur geringe Abstände, so dass keine Raster- oder Zeileneffekte auftreten. In Höhe des Bildschirmarbeitsplatzes sorgt ein transparentes Folienrollo für Blendschutz. Die Jalousie lenkt nach Bedarf mehr oder weniger Tageslicht in die Raumtiefe und sorgt für zusätzlichen Hitzeschutz. Inzwischen lassen sich auch Fenster selbst mit Lichtlenkungselementen ausstatten, die das einfallende Tages- und Sonnenlicht effizient steuern.
Bild 3: Lichtschutzkombination
(Quelle: Fa. Multifilm Sonnen- und Blendschutz GmbH)
Der Servicebereich
Rechtsquellen und Normen
Gesetze und Verordnungen
- Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV), Anhang 3.4
- Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV), Anhang, Nr. 15 und 16
Berufsgenossenschaftliche Vorschriften, Regeln und Informationen
- Berufsgenossenschaftliche Information BGI 650: Bildschirm- und Büroarbeitsplätze. Leitfaden für die Gestaltung, 7.4 Arbeitsumgebung
- GUV-Informationen GUV-I 650: Bildschirm- und Büroarbeitsplätze. Leitfaden für die Gestaltung. Bundesverband der Unfallkassen 2006 (Nachdruck der BGI 650 der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft)
- Berufsgenossenschaftliche Information BGI 742: Arbeiten an Bildschirmgeräten. Vereinigung der Metallberufsgenossenschaften 2009
- Berufsgenossenschaftliche Information BGI 827: Sonnenschutz im Büro. Hilfenfür die Auswahl von geeigneten Blend- und Wärmeschutzvorrichtungen an Bildschirm- und Büroarbeitsplätzen. Verwaltungs-Berufsgenossenschaft 2005
Normen
- DIN 5034: Tageslicht in Innenräumen
Literatur
Zum Einlesen und Vertiefen:
Verwaltungs-Berufsgenossenschaft:
Sonnenschutz im Büro, CD-ROM
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin:
Tageslicht und Sonnenschutz im Büro.
Hinweise für die ergonomische Arbeitsplatzgestaltung
Dortmund, Berlin 1997
R. Brunkhorst:
Sonnen- und Blendschutz – Aktive Hilfe zum Arbeitsschutz bei Bildschirmarbeit,
in: ERGONOMIC Institut: Beleuchtung von Bildschirmarbeitsplätzen – Neue Regelungen, neue Konzepte, neue Lösungen, Berlin 2001
Im Internet unter www.ergonomic.de
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Letzte Änderung: 2.3.2006




