Blendfrei am Bildschirm arbeiten im Büro, beim Kunden und unterwegs

Autorin: Ulla Wittig-Goetz
Übersicht
- Blendungen bei der Arbeit am Bildschirm führen zu schneller Ermüdung der Augen und zu Fehlern.
- Es können auch Rückenschmerzen durch Fehlhaltungen ausgelöst werden.
- Nicht nur im Büro, auch im home office und mit Notebook bei Kunden und unterwegs sollte die richtige Sitzposition Blendungen vermeiden.
- Der Lichteinfall kommt am besten von der Seite, weder von vorn noch von hinten.
- Mit dem Laptop auf den Knien zu arbeiten ist ein „No-Go“.
- Außendienstler und andere mobil Arbeitende haben selbst darauf zu achten, dass die Ergonomie bei der Arbeit nicht auf der Strecke bleibt.
Wenn das Büro überall sein kann
Beim Einkauf auf Ergonomie achten

- Wichtig für ergonomisches Lesen am Notebook: Beim Kauf ist grundsätzlich matten entspiegelten Displays der Vorzug zu geben, ebenso hellen gedeckten Gehäusefarben und matten Oberflächen.
Bild 1: Spiegelndes Netbook bei der Arbeit im Freien. (Bildquelle:Simone Janson, Journalist für Beruf und Bildung )
Empfehlenswert sind Bildschirme mit Reflexionsklasse 1. Es gibt allerdings auf dem Markt bereits Geräte mit Entspiegelungsgüten, die weit über die Reflexionsklasse I hinausgehen. Auch auf die Anzeigenleuchtdichte (Bildschirmhelligkeit) sollte geachtet werden. Je besser die Entspiegelung und je höher die Anzeigenleuchtdichte, desto geringer die Störwirkung von Reflexionen auf dem LCD-Schirm.
Geräte für Multimediaanwendungen mit hochspiegelnden Bildschirmoberflächen oder glänzender Klavierlackoptik sind nicht für den mobilen Einsatz bei normalen Büroanwendungen geeignet. Auch wenn solche Glossy oder Glare-Type-Bildschirme auf den ersten Blick einen bessere Farbintensität bieten.
Das stört: Direktblendung und Reflexblendung
Die Blendwirkung wird durch die Helligkeit, die Leuchtdichte einer Fläche oder Lichtquelle bestimmt und zwar in Relation zur Umgebungshelligkeit. Es kommt also auf die Kontrastverhältnisse an und auf die maximale Helligkeit, die allerdings in Büroumgebungen eher keine Rolle spielt.
Direktblendungen entstehen durch eine im Blickfeld liegende Lichtquelle oder sehr hellen Flächen. Das können unzureichend abgeschirmte Lampen, zu hohe Helligkeiten (Leuchtdichten) freistrahlende Leuchten und die Sonneneinstrahlung auf Fensterflächen oder Wänden sein.
Blendende Reflexe (Reflexblendungen) auf dem Bildschirm erzeugt bspw. ein hinter dem Nutzer/der Nutzerin liegendes Fenster, das sich auf der Oberfläche spiegelt. Auch extrem helle Wände und Möbeloberflächen können störende Spiegelungen hervorrufen.
Gesundheitsbeschwerden durch Blendungen und Spiegelungen
Auf dem Bildschirm haben auch kleinste Lichtreflexe eine große Wirkung, weil man unbewusst eine Körperhaltung einnimmt, um den Blendungen auszuweichen. Aus einer dadurch bedingten Fehl- und Zwangshaltung können Nacken- und Schulterbeschwerden sowie Rückenprobleme resultieren. Wer beim Arbeiten geblendet wird, reagiert zudem oft mit Nervosität, er macht mehr Fehler und muss sich eventuell mit Kopfschmerzen und Augenbeschwerden herumplagen. 
Anordnung im Raum
Bildfolgen 2 und 3: Ergonomisch richtige und falsche Plazierung von Bildschirmen und Leuchten. (Bildquelle: Deutsches Büromöbel Forum: Informationsschrift 4 Bildschirmarbeit, www.buero-forum.de )
Sonnenschutz
Oberflächen von Mobiliar und Wänden
Gesetzliches Schutzziel: blendfreies Sehen
Kontraste
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Verhältnis der Leuchtdichten (Maß für den Helligkeitseindruck, den das Auge von einer beleuchteten Fläche hat, gemessen in candela cd/m²) im nahen Sehfeld zwischen Bildschirm und Arbeitstisch/Vorlagen maximal 3:1
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Kontraste im weiteren Blickfeld zwischen Bildschirm und Raumhintergrund maximal 10:1
Blendungsbegrenzung
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Leuchten mit Abstrahlwinkel unter 65° bzw. mit einem UGR-Wert kleiner 19
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mittlere Leuchtdichte von Leuchten und Flächen, die sich im Bildschirm mit Positivanzeige spiegeln: 1000 cd/m² bei Positivdarstellung der Bildschirm
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Sonnen- oder Blendschutzvorrichtungen
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Oberflächen seidenmatt bis matt, mittlerer Reflexionsgrad Möbelflächen und Geräte 0,2 bis 0,5 (der Reflexionsgrad ist ein Maß der Oberflächenhelligkeit, weißes Papier hat 0,8), Decken- und Wandflächen von 0,5 bis 0,8
Anordnung Arbeitsplätze
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Bildschirmausrichtung parallel zum Fenster
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Deckenleuchten seitlich vom Arbeitstisch
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Für stationäre Arbeit sind Notebooks ohne externes Zubehör (Dockingstation, Zusatztastatur und Maus und Zusatzbildschirm) grundsätzlich nicht geeignet, es sei denn kurzfristig zum schnellen Check der Mails am hot desk-Arbeitsplatz.
Regeln für das mobile Arbeiten
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Setzen Sie sich nicht direkt unter eine helle Leuchte. Manchmal hilft es schon, nach rechts oder links zu rücken.
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Wählen Sie die Blickrichtung nicht zum Fenster oder zu hellen Flächen und setzen Sie sich nicht mit dem Rücken dazu.
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Wählen Sie nach Möglichkeit einen Arbeitsplatz, bei dem die Lichtquelle von der Seite kommt. Das Licht der Leuchten oder das Tageslicht sollen schräg seitlich auf das Arbeitsfeld treffen.
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Der eingestellte Kontrast zwischen Zeichen und Hintergrund sollte hoch sein, ebenso die Anzeigenleuchtdichte – das verringert die Störwirkung von Reflexen.
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Der Sehabstand zum Bildschirm sollte bei 14 Zoll Monitorgröße zwischen 60 und 80 cm betragen.
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Wer regelmäßig länger als 60 Minuten am Notebook arbeitet, braucht eine externe Tastatur und Maus.
Regeln für den stationären Arbeitsplatz im Büro oder im home office
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die Deckenleuchten parallel zum Fenster und zur Blickrichtung angeordnet sind,
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blendfreie Leuchten mit Spiegelraster- oder Mikroprismenabdeckung verwendet werden,
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ab und zu je nach Tageszeit Helligkeit und Kontraste des Bildschirms der Umgebung angepasst werden
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und am besten eignet sich ein Mix aus indirekter und direkter Beleuchtung plus Arbeitsplatzleuchten.
Der Servicebereich
Rechtsquellen und Normen
Gesetze und Verordnungen
- Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV)
- § 4 Anforderungen an die Gestaltung
- Anhang Nr. 10, 15 u. 16
- Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)
- Anhang 3.4
- Technische Regel für Arbeitsstätten A 3.4 Beleuchtung
Berufsgenossenschaftliche Vorschriften, Regeln und Informationen
- Berufsgenossenschaftliche Information BGI 650: Bildschirm- und Büroarbeitsplätze. Leitfaden für die Gestaltung. Verwaltungs-Berufsgenossenschaft 2012, download unter www.vbg.de
- Berufsgenossenschaftliche Information BGI 742: Arbeiten an Bildschirmgeräten. Vereinigung der Metallberufsgenossenschaften 2009
- Berufsgenossenschaftliche Information BGI 827: Sonnenschutz im Büro. Verwaltungs-Berufsgenossenschaft 2005
Normen
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DIN 12464-1:2003: Licht und Beleuchtung - Beleuchtung von Arbeitsstätten (Norm-Entwurf 2009)
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Teil 1: Arbeitsstätten in Innenräumen
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DIN EN ISO 9241-303:2008 Ergonomie der Mensch-System-Interaktion
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Teil 303: Anforderungen an elektronische optische Anzeigen
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Literatur
Zum Vertiefen:
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (Hrsg.):
Bewertungssystem nachhaltiges Bauen: Neubau Büro- und Verwaltungsgebäude
Soziokulturelle und funktionale Qualität: Gesundheit, Behaglicheit und Nutzerzufriedenheit: Visueller Komfort.
Bewertungsleitfaden mit Punktesystem zum visuellen Komfort in Büros, Berlin 2011, download unter www.nachhaltigesbauen.de
Peter Martin:
Beleuchtung am Bildschirmarbeitsplatz.
in: Computer und Arbeit 12/2007, AIB-Verlag www.aib-verlag.de
als download verfügbar:
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Literatur und Broschüren zu Sehen und Beleuchtung
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Letzte Änderung: 10.6.2011





