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Arbeit im Büro gesund gestalten

Grundwissen
Beleuchtung

Autorin: Ulla Wittig-Goetz

Übersicht

  • Beleuchtung am Bildschirmarbeitsplatz muss sich an das Sehvermögen des Nutzers und die Arbeitsaufgabe anpassen lassen. 
  • Hohe Kontraste im Blickfeld überfordern die Augen und sollen vermieden werden. 
  • Tageslicht ist eine zentrale Voraussetzung für Wohlbefinden und Gesundheit. 
  • Verstellbare Lichtschutzvorrichtungen schützen vor zu großer Helligkeit. 
  • Decken-, Steh- und Arbeitsplatzleuchten für das Büro benötigen einen Blendschutz.
  • Optimal ist eine Kombination aus Indirekt-/Direktbeleuchtung plus individuellen Arbeitsplatzleuchten. 
  • Mit der neuesten Lichttechnik lässt sich Sehergonomie, Flexibilität und Energieeinsparung kombinieren.

Die Beleuchtung beeinflusst das Wohlbefinden und die Arbeitsleistung sowie auch die Sicherheit im Arbeitsraum. Doch noch immer sind viele Büroarbeitsplätze falsch beleuchtet. Kein Wunder also, dass  mindestens ein Drittel der Beschäftigten an Bildschirmarbeitsplätzen über Augenbeschwerden klagt. Dabei gibt es einfache Lösungen.

Die richtige Beleuchtung schont die Augen

 
Gutes Sehen setzt einen korrekt beleuchteten Bildschirmarbeitsplatz voraus und schafft damit die Voraussetzung für schnelles und fehlerfreies Erkennen der Bildschirmanzeige. Eine ergonomisch durchdachte Beleuchtung verhindert Kopfschmerzen, Augenbeschwerden, Nervosität und Ermüdungserscheinungen. Seit einiger Zeit werden schlechte Lichtverhältnisse, nämlich zu helles oder zu wenig Licht, zu hohe Kontraste, Blendungen oder Spiegelungen für eine der Ursachen des Sick-Building-Syndroms gehalten – das sind unspezifische Gesundheitsbeschwerden bei „Büroarbeitern“, die auf ungünstige Raumbedingungen zurückgeführt werden.

Wenn die Beleuchtung nicht stimmt, kommt es auch eher zu Zwangs- und Fehlhaltungen, weil man unbewusst Reflexblendungen ausweichen will. Dies kann Beschwerden im Schulter-Nacken-Arm-Bereich auslösen.

Merkmale guter Beleuchtung

Mindest-Beleuchtungsniveau
 
Eine zu starke oder grelle Beleuchtung erschwert die visuelle Wahrnehmung am Bildschirm. Bildschirme haben allerdings mittlerweile eine hohe Hintergrundhelligkeit und damit verbessert sich die Lesbarkeit auch in hellerem Umfeld. Man sieht aber auch dann schlecht, wenn es nicht hell genug ist.
 
Die Beleuchtungsstärke, das Maß für die Helligkeit an einem Ort, muss für die Arbeitsaufgabe ausreichend sein, am Bildschirmarbeitsplatz werden mindestens 500 Lux gefordert. Bei größeren Beleuchtungsstärken sehen wir allerdings schärfer und fühlen uns wohler, mehr Helligkeit ist zu empfehlen. Im Bereich von 500 bis 1000 Lux können sowohl Papiervorlagen als auch die heutigen Bildschirmanzeigen belastungsarm gelesen werden.
Die Beleuchtungsanlage sollte von einem Fachmann geplant werden, der auch einen Wartungsplan mit einem dreijährigen Zyklus festlegen sollte. Dies ist deshalb erforderlich, weil die Beleuchtungsstärke mit der Zeit durch Verschmutzung bzw. Alterung nachlässt. Aus diesem Grund ist bei der Neuinstallation ein höheres Beleuchtungsniveau zu realisieren. Bei den Richtwerten zur Beleuchtung handelt es sich bereits um Wartungswerte.
Die Sehanforderungen wechseln
 
Ob Aktenstudium, Besucherverkehr oder Arbeit am Bildschirm - die Beleuchtung muss auf die jeweilige Arbeitsaufgabe abgestimmt werden. Wer Papiervorlagen lesen muss, benötigt im Lesebereich mehr Licht. Die Beleuchtung muss bei wechselnden Aufgaben anpassbar sein.
Bedürfnisse unterscheiden sich
 
Ältere Mitarbeiter oder Sehbehinderte benötigen eine höhere Beleuchtungsstärke am Arbeitsplatz als jüngere. Auch die Blendempfindlichkeit nimmt mit dem Alter zu. Das erfordert individuelle Beleuchtungsverhältnisse. 750 - 1500 Lux für Ältere, empfiehlt die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft.
 
Die Bildschirmarbeitsverordnung verlangt verpflichtend, dass die Beleuchtung dem individuellen Sehvermögen anzupassen ist. Zudem räumt die DIN 9241 Teil 6 den Beschäftigten mehr Einfluss auf die Gestaltung der Lichtverhältnisse ein. Dies bedeutet, dass die Bedürfnisse des einzelnen im Zusammenhang mit der zu erledigenden Arbeitsaufgabe im Vordergrund stehen sollten.
 
Die Einflussnahme der Mitarbeiter  lässt sich realisieren, indem die Beleuchtung aus mehreren unabhängigen Komponenten besteht, die individuell zu regeln sind. Dies kann durch getrennt schaltbare Leuchtbänder, Dimmer oder eine zusätzliche Arbeitsplatzleuchte möglich gemacht werden.
Ausreichend Tageslicht
 
Arbeitsräume sollen eine Sichtverbindung nach draußen haben. Über sie sind die  Tages- und Jahreszeit sowie Wetterverhältnisse wahrnehmbar. Die Arbeitsstättenverordnung fordert zwar nicht mehr ausdrücklich eine Sichtverbindung, aber „ausreichend Tageslicht“. Die Technische Regel für Arbeitsstätten A 3.4 und die DIN EN ISO 9241-6 unterstreichen ebenfalls die Bedeutung des Tageslichts für Gesundheit sowie Wohlbefinden. Die sich während des Tages ändernde natürliche Beleuchtung gilt als Signalgeber für den biologischen Rhythmus. Von den wechselnden Lichtstimmungen gehen anregende Wirkungen auf den Menschen aus. Dies stellt einen wesentlichen Wohlfühlfaktor dar.

Künstliches Licht kann Tageslicht nicht ersetzen. Letzteres ist immer vorzuziehen. Denn Gesundheitsstörungen nehmen mit der Entfernung des Arbeitsplatzes vom Fenster zu, das haben Forschungen nachgewiesen. Auch in den Tiefen eines Großraumbüros sollte ein Teilblick auf Fensterflächen bzw. Tageslichteinfall gegeben sein.
 
Der Anteil des Tageslichts im Raum kann mit Hilfe des Tageslichtquotienten überprüft werden. Er misst das Verhältnis von Beleuchtungsstärke an einem Punkt im Innenraum zur Beleuchtungsstärke im Freien und soll in kleinen Arbeitsräumen mindestens 2 Prozent betragen.
Gleichmäßige Ausleuchtung und begrenzte Kontraste
 
Der Raum sollte möglichst gleichmäßig hell sein, damit sich das Auge nicht ständig neu einstellen muss. Gleichzeitig sollte er ein gewisses Maß an Schattigkeit vorweisen. Zu hohe Kontraste der Leuchtdichten (Leuchtdichte: Maß für den Helligkeitseindruck, den das Auge von einer beleuchteten Fläche hat) tragen nämlich ebenso zur vorzeitigen Ermüdung bei wie ein kontrastloser, monotoner Raumeindruck.
 
Die Aufstellung des Bildschirmarbeitsplatzes im Raum mit Blick parallel zum Fenster ist deshalb entscheidend für ergonomische Sehbedingungen. Mit Blick ins Fenster würden die Kontraste zu hoch sein und Blendungen entstehen.
Lichtfarbe und Farbwiedergabe
 
Die Lichtfarbe (oder Farbtemperatur) bestimmt, wie das Licht auf Menschen wirkt. Ein warmweißes Spektrum entspannt, ein höherer Blauanteil im Lichtspektrum – wie beim Tageslicht aktiviert. Für die Bildschirmarbeit ist neutralweiße und tageslichtweiße Lichtfarbe geeignet. Sie hat eine Farbtemperatur von etwa 4000 Kelvin, tageslichtweiße Lampen liegen bei 5-6000 Kelvin. Höhere Farbtemperaturen gelten als biologisch wirksamer, werden allerdings von vielen als grell empfunden.
 
Die Farbwiedergabe im Raum hängt von der Lichtfarbe und Lampenart ab. Für das Büro wird ein Farbwiedergabeindex von mindestens Ra = 80 gefordert. Bild- und Grafikbearbeitung erfordert bessere Werte. 
Farbliche Raumgestaltung
 
Nicht nur die eigentliche Beleuchtung, sondern auch die Gestaltung der Räume trägt zur Raumhelligkeit bei. So entsteht ein umso hellerer Raumeindruck, je höher die Reflexionsgrade (der Reflexionsgrad ist ein Maß der Oberflächenhelligkeit, weißes Papier hat 0,8) der Decken, Wände, Arbeitsflächen und des Mobiliars sind. Böden können dagegen dunkler gestaltet sein. Helle gedeckte Farben und matte Oberflächen sind zu empfehlen.
Begrenzung der Blendung
 
Neben der Direktblendung z.B. durch hohe Leuchtdichten von Fenstern oder Lampen im Blickfeld kann bei spiegelnden Oberflächen ebenso eine Reflexblendung auftreten, wenn sich eine Lichtquelle auf dem Bildschirm spiegelt. Beides ist zu vermeiden. Denn Blendung erschwert das Sehen und die Augen ermüden vorschnell.
Licht und Schatten gehören zusammen
 
„Ein gutes Verhältnis von diffusem Licht, z.B. durch indirekte Lichtanteile eines Deckenfluters, zum gerichteten Licht, z.B. durch direkte Lichtanteile von Rasterleuchten, bewirkt eine angenehme Schattigkeit“, heißt es in einer Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin von 2008. Um harte Schlagschatten zu vermeiden, sollte die Beleuchtung durch mehrere Leuchten realisiert werden.  

Gesetzliche Forderung: Beleuchtung zum Schutz der Gesundheit

 
Verpflichtende Anforderungen nach Arbeitsstättenverordnung und Bildschirmarbeitsverordnung sind Tageslicht, angemessenen und  anpassbare Beleuchtung und Beleuchtungskonzepte die Sicherheit und Gesundheitsschutz gewährleisten.
 
Konkrete Anforderungen nach Norm und Regelwerk
 
Beleuchtungsstärke
  • 300 Lux für die Arbeitsplatzumgebung, vor Schränken oder in Verkehrszonen
  • mindestens 500 Lux im Bereich des Bildschirmarbeitsplatzes bzw. im Arbeitsraum und in Besprechungsräumen
  • mittlere Beleuchtungsstärke in der Umgebung des Arbeitsplatzes mindestens 300 Lux
  • mehr als 500 Lux bei besonderen Aufgaben, wie z.B. bei CAD (computerunterstütztes Konstruieren) oder beim Handzeichnen mindestens 750 Lux
  • mindestens 750 Lux im Bereich der engeren Teilfläche von mindestens 60 x 60 cm auf dem Arbeitstisch zum Lesen von Papiervorlagen
  • für Ältere 750 - 1500 Lux
  • Planungswert für Büros 750 Lux – Planungsfaktor 1,5
  • individuelle Einstellbarkeit

Leuchten

  • blendfrei und flimmerfrei (durch Vorschaltgeräte)

Kontraste

  • Leuchtdichteunterschiede zwischen hellster und dunkelster Fläche in der näheren Arbeitsumgebung (zwischen Bildschirm, Wand und Arbeitstisch) höchstens 3:1 
  • Leuchtdichteunterschiede im weiteren Blickfeld zwischen Arbeitsfläche und weiterer Umgebung höchstens 10:1

Anordnung im Raum

  • Bildschirmausrichtung parallel zum Fenster
  • Deckenleuchten seitlich vom Arbeitstisch 

Lichtfarbe und Farbwiedergabe

  • Lichtfarbe Neutralweiß oder Tageslichtweiß
  • im Büro Farbwiedergabeindex mindestens Ra = 80, für anspruchsvolle Sehaufgaben Ra=90
Tageslicht
  • mittlerer Tageslichtquotient größer 2 %
  • lichtdurchlässige Fläche (Fenster, Türen, Wände, Dachoberlichter) mindestens 1/10 der Raumgrundfläche, bei Räumen mit höheren Sehanforderungen mindestens 1/5

Farben im Raum – mittlere Reflexionsgrade

  • Decken 0,7 bis 0,9; Wände 0,5 bis 0,8; Böden 0,2 bis 0,4 und Arbeitsflächen 0,2 bis 0,5 bei Glanzgraden von matt bis seidenmatt

    Beleuchtungskonzepte

     
    In einem typischen Büroraum sind verschiedene Arbeitsbereiche (bspw. für Bildschirmarbeit, für Besprechungen oder das Aktenstudium) zu finden, die recht unterschiedliche Ansprüche an das Sehen und damit an die Beleuchtung erzeugen. Deshalb spricht man von der raumbezogene Beleuchtung, der arbeitsbereichsbezogene Beleuchtung und teilflächenbezogene Beleuchtung. Letzteres ermöglicht die größtmögliche Anpassung an das individuelle Sehvermögen und die Arbeitsaufgabe.
    Direktbeleuchtung
     
    Bei direkt strahlenden Beleuchtungssystemen werden die Arbeitsflächen direkt von oben beleuchtet. Um Reflexblendungen zu vermeiden, müssen die Leuchten seitlich über den Arbeitsflächen angebracht werden. Enge Abstrahlwinkel sorgen für Blendungsbegrenzung, wie z.B. bei Spiegelraster-Leuchten. Eine ausschließliche raumbezogene Direktbeleuchtung ist nicht zu empfehlen, nachweislich sind Konzepte mit direktem und indirektem Anteil gesundheitsverträglicher. 
    Bild 2: Konzept Direktbeleuchtung. (Bildquelle Computer Fachwissen/Heute: Computer und Arbeit. www.aib-verlag.de )
    Da der gesamte Lichtstrom auf die Arbeitsebene gerichtet ist, werden als mögliche weitere Nachteile der Direktbeleuchtung  Reflexe auf den Arbeitsmitteln oder zu harte Schattenbildungen genannt. Der Raum wirkt im oberen Bereich dunkel.
    Indirekte Beleuchtung 
     
    Eine ergonomisch günstigere Lösung stellt eine indirekte Allgemeinbeleuchtung dar, denn sie vermeidet Blendungen. Eine reine Indirektbeleuchtung nutzt Decke und Wandflächen zur Reflexion. Allerdings kann die Lichtatmosphäre diffus und schattenarm sein und so einen monotonen Raumeindruck vermitteln, während die Decke zu hell ist. Als Nachteil gilt auch, dass Leuchten, die ausschließlich indirektes Licht erzeugen, in niedrigen Räumen schwer und dunkel über dem Arbeitsplatz hängen.
    Indirekt-/Direktbeleuchtung
     
    Eine Kombination aus indirekter und direkter Beleuchtung vereinbart bei guter Ausführung die Vorteile beider Beleuchtungskonzepte: gute Ausleuchtung des Raumes und reflexfreie Beleuchtung sowie unabhängige Aufstellung des Arbeitsplatzes im Raum und Wohlbefinden. Mit der Indirekt-/Direktbeleuchtung werden die Arbeitsflächen zu einem Teil direkt und zu einem Teil indirekt über die Decke und andere reflektierende Flächen beleuchtet. Beleuchtung: Arbeitsplatz-Leuchte
    Indirekt-/Direktbeleuchtung plus Arbeitsplatzleuchte
     
    Als ergonomisch optimal hat sich eine Mischung aus indirekter und direkter Allgemeinbeleuchtung sowie individuell einstellbarer Arbeitsplatzbeleuchtung herausgestellt. Die Einzelplatzbeleuchtung ermöglicht dem Beschäftigten besser, das Licht seinen eigenen Bedürfnissen und der jeweiligen Arbeitsaufgabe anzupassen.
    Bild 3: Konzept der Indirekt-/Direktbeleuchtung mit Arbeitsplatzleuchte. (Bildquelle Computer Fachwissen/Heute: Computer und Arbeit. www.aib-verlag.de )
    Bei der Schreibtisch- bzw. Arbeitsplatzleuchte sind blendfreie Modelle auszuwählen. Sie sollten eine Fläche zum Lesen von Vorlagen mit mindestens 750 Lux beleuchten und die Lichtfarbe soll der Allgemeinbeleuchtung übereinstimmen. Rechtshänder stellen ihre Lampe links und Linkshänder rechts auf den Arbeitstisch. Das Gehäuse bzw. die Oberflächen sollten keine störenden Reflexe verursachen und die Leuchte selbst so gering wie möglich Wärme abgeben. 
    Mobile Arbeitsplatz- und Arbeitsbereichs-Stehleuchten
     
    Diese Leuchten sind flexibel aufstellbar - am besten seitlich des Arbeitstisches. Sie ermöglichen eine individuelle Regelung des Lichtbedarfs am Arbeitsplatz oder an zwei gegenüberliegenden Arbeitsplätzen. Der Arbeitsbereich wird mit 500 Lux ausgeleuchtet, eine ausgewogene Ausleuchtung des gesamten Raumes lässt sich über zusätzliche Deckenleuchten erreichen.
    Bild 4: Mobile Stehleuchte mit direkter und indirekter Abstrahlung, Blendschutz durch Mikroprismaabdeckung und Licht- sowie Anwesenheitsensorsteuerung. (Bildquelle: Waldmann, Produkt Tycoon)

     Beleuchtungssysteme

    Tageslichtlenkungssysteme
     
    Tageslichtlenkungssysteme können den Anteil von Tageslicht insbesondere in den Räumen erhöhen, die keine ausreichende Tageslichtversorgung haben, z.B. in Großraumbüros. Sie funktionieren durch den Einsatz von Spiegel und Prismen, die gegebenenfalls auch beweglich sind.
    Lichtsteuerungssysteme
     
    Auf dem Markt angebotene dynamische Beleuchtungssysteme, die tageslichtgesteuert sind, erfassen die Anwesenheit von Mitarbeitern über Sensoren, ermöglichen die Einstellung individueller Beleuchtungsniveaus und tragen auf diese Weise auch zur Energieeinsparung bei. Unterschiedliche Farbtöne und Farbintensitäten über den Tag hinweg erzeugen eine Dynamik, die dem natürlichen Tageslicht entspricht.
     
    Komplette Bürogebäude lassen sich mit volldynamischer Beleuchtung ausstatten. Elektronisch steuert die Beleuchtungsanlage die eingestellten Lichtstimmungen, die dem biologischen Rhythmus des Menschen angepasst sind: Anregende Morgenstimmung, nachmittägliche Konzentrationsphase, entspannte Haltung vor dem Feierabend.  Dazu sind die Leuchten mit tageslichtweißem und warmweißen Leuchtstofflampen ausgerüstet. 

    Licht und Lampen

    Vollspektrumlicht
     
    Vollspektrumlampen erzeugen Lichtverhältnisse, die dem Tageslicht sehr ähnlich sind. Es wirkt sich deshalb besonders günstig auf das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit aus. Entsprechende Beleuchtung ist zwar teurer, hält aber auch länger und verbraucht weniger Energie. Kritiker warnen allerdings vor den UV-Anteilen in dem flimmerfreien künstlichen Licht.
    Bild 5: Deckenleuchte mit direkter und indirekter Abstrahlung. (Bildquelle: Zumtobel, Produkt Mildes Licht IV)
    Mildes Licht
     
    Darunter werden Leuchten mit Leuchtstoff- oder LED - Lampen verstanden, die indirekt und direkt abstrahlen und durch ihre Konstruktion aus opalen und Mikroprismen-Materialien für eine sehr homogene und gleichzeitig blendungsarme Ausleuchtung des Raums sorgen.
    Halogenlampen
     
    Ein sehr konzentriertes, brillantes Licht strahlen Halogenlampen ab. Verglichen mit modernen Energiesparlampen gelten sie aber als Stromverschwender. In die Kritik geraten sind sie, weil sie außer Licht auch UV-Strahlung abgeben, die Augenschäden und Hautkrebs begünstigen können. Ohne eine spezielle UV-Abschirmung und ohne wirksamem Blendschutz sollten sie deshalb nicht  im Büro zum Einsatz kommen.
    LED-Lampen
     
    Als energiesparend und flimmerfrei gelten LED-Lichtquellen. LED- (Licht emittierende Dioden) Technologie zeichnet sich durch eine lange Lebensdauer und hohe Effizienz aus. Ihr weißes und farbiges Licht entwickelt kaum Wärme und ist frei von IR- und UV-Strahlung. Zu ihren Eigenschaften gehört ferner eine gute Farbwiedergabe und die Möglichkeit, Lichtfarben variabel einzustellen
    Bild 5: LED-Stehleuchte für das Büro. (Bildquelle: Waldmann, Produkt Sira)
    Allerdings warnt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin vor den Gefahren von Stromschlägen oder Kurzschlüssen, die beim Wechsel von Leuchtstoffröhren auf LED-Röhrenlampen auftreten können. Die Experten empfehlen die Retrofit-Variante, bei der die LED-Lampe zusammen mit einem speziellen Starter verkauft wird. Diese eignet sich jedoch nicht für alle Leuchten. Zudem hat die französische Agentur für Nahrungs-, Umwelt- und Arbeitssicherheit eine Expertise zu möglichen gesundheitlichen Gefahren durch LED veröffentlicht. Demnach können der hohe Anteil an Blau im emittierten Licht sowie die sehr hohe Leuchtdichte (Helligkeit) die Netzhaut vor allem von Kindern gefährden.  Man sollte nur geprüfte und zertifizierte LED-Lampen verwenden.

    Energieeinsparende Konzepte

     
    Energiewirtschaftlich günstig ist die Vermeidung von nicht notwendiger künstlicher Beleuchtung. Wenn der gesamte Büroraum dagegen voll ausgeleuchtet werden soll, steigt der Energieverbrauch. In großen Unternehmen ein klar nachzurechnender Faktor, Wirtschaftlichkeit gehört zu einer guten Beleuchtungsplanung. Energieeinsparung sollte nun aber auf keinen Fall zur Vernachlässigung wichtiger ergonomischer Richtlinien für eine gute Beleuchtung bei der Bildschirmarbeit führen - Blendfreiheit, ausgewogene Ausleuchtung des Raumes, begrenzte Kontraste im direkten Blickfeld, individuelle Einstellbarkeit, ausreichende Beleuchtungsstärke, Tageslicht, Sonnenschutz. Darauf verweist auch die europäische Norm DIN EN 12464. 
     
    Energiesparend sind folgende Maßnahmen:
    • Wahl von Lampen/Leuchtmitteln, Leuchten und Geräten: hohe Lichtausbeute der Lampen bzw. von Lampen und Vorschaltgeräten, Leuchten mit gutem Wirkungsgrad, Energiesparlampen, lange Lebensdauer und Wartungsfreundlichkeit der Leuchten
    • Beleuchtungskonzept: Kombination von dimmbaren Indirekt-Direkt-Stehleuchten für den Arbeitsbereich bzw. Arbeitsplatz, ausgelegt für 500 bis 750 Lux Beleuchtungsstärke, mit einer Grundbeleuchtung des Raumes von 300 Lux
    • Steuerung: intelligente tageslichtabhängige Steuerung des Lichtbedarfs
    • bewegungsabhängige Schaltung von Standleuchten für den Arbeitsbereich in Kombination mit ausreichender Raumausleuchtung
    • Dimmer: Nutzung von Arbeitsplatzleuchten mit Dimmer in Kombination mit einer ausreichenden Arbeitsbereichsausleuchtung
    • regelmäßige Wartung.
     

    Der Servicebereich

    Rechtsquellen und Normen

    Gesetze, Verordnungen, staatliche Richtlinien und Handlungsanleitungen
    • Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)
      • Anhang 1.6 Fenster und Oberlichter
      • Anhang 3.4 Beleuchtung und Sichtverbindung
    • Technische Regel für Arbeitsstätten 
      • A 3.4 Beleuchtung
    • Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI): LASI LV 41 Handlungsanleitung zur Beleuchtung von Arbeitsstätten. 2005
    • Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV)
      • Anhang Nr. 15 "Beleuchtung" und Nr. 16 "Blendung"

    Berufsgenossenschaftliche Vorschriften, Regeln und Informationen
    • Berufsgenossenschaftliche Information BGI 650: Bildschirm- und Büroarbeitsplätze. Leitfaden für die Gestaltung. Verwaltungs-Berufsgenossenschaft 2012, download unter www.vbg.de
    • Berufsgenossenschaftliche Information BGI 742: Arbeiten an Bildschirmgeräten. Vereinigung der Metallberufsgenossenschaften 2009
    • Berufsgenossenschaftliche Information BGI 856: Beleuchtung im Büro - Hilfen für die Planung von Beleuchtungsanlagen von Räumen mit Bildschirm- und Büroarbeitsplätze, Verwaltungs-Berufsgenossenschaft 2008 
    • VBG Fachinformation BGI 5018: Gesundheit im Büro. Fragen und Antworten, Verwaltungs-Berufsgenossenschaft 2010
    • Berufsgenossenschaftliche Regel BGR 131: Arbeitsplätze mit künstlicher Beleuchtung und Sicherheitsleitsysteme, Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften
    • Berufsgenossenschaftliche Regel BGR 131, Teil 2: Leitfaden zur Planung und zum Betrieb der Beleuchtung

       

    Normen
    • DIN 5034-1:2010: Tageslicht in Innenräumen (Normentwurf), Teil 1: Allgemeine Anforderungen 
    • DIN 5035-7:2004: Beleuchtung mit künstlichem Licht, Teil E 7 Beleuchtung von Räumen mit Bildschirmarbeitsplätzen und Arbeitsplätzen mit Bildschirmunterstützung
    • DIN 5035-8:2007: Beleuchtung mit künstlichem Licht Teil 8 Arbeitsplatzleuchten - Anforderungen, Empfehlungen und Prüfung
    • DIN EN ISO 9241-6: Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten (neu: Ergonomie der Mensch-System-Interaktion), Teil 6 Leitsätze an die Arbeitsumgebung
    • DIN EN 12464-1:2002 : Licht und Beleuchtung, Teil 1 Beleuchtung von Arbeitsstätten: Arbeitsstätten in Innenräumen  (Norm-Entwurf 2009)   

    Literatur

    Literaturmarker Zum Einlesen:  

    Scherbaum, Manfred:
    Büroraumgestaltung. Handlungshilfe.
    hg. v. IG Metall Vorstand, Frankfurt 2014, bestellen bei www.igmetall.de 

    Manuel Kiper:
    Mehr Tageslicht und bessere Beleuchtung.
    In: Computer und Arbeitswelt Heft 3/2009, verfügbar als:  download  195 KB 

    Peter Martin:
    Beleuchtung am Bildschirmarbeitsplatz.
    in: Computer und Arbeit 12/2007, AIB-Verlag www.aib-verlag.de
    verfügbar als : download  195 KB 

    IG Metall (Hrsg.):
    Beleuchtung im Büro. So geht Ihnen das richtige Licht am Arbeitsplatz auf!
     download  (124 kB)  (Themenflyer) oder unter www.igmetall.de 

    Berufsgenossenschaft Energie-Textil-Elektro-Medienerzeugnisse BG ETEM (Hrsg.):
    Das Medienbüro. Gestaltung von Arbeitsplätzen für Konzeption und elektronische Produktion von Bild und Text.
    Branchenverwaltung Druck und Papierverarbeitung. Wiesbaden 2009

    Literaturmarker Zum Vertiefen:  

    Fördergemeinschaft Gutes Licht:
    Licht im Büro, motivierend und effizient. 
    licht.wissen Heft 04, Frankfurt /M. 2012, auch als download unter http://www.licht.de/publikationen

    BG ETEM:
    Durchblick im Medienbüro: Beleuchtung bei hohen Sehanforderungen.
    BG Infoblatt Branchenverwaltung Druck und Papierverarbeitung Stand 2011, download unter www.bgetem.de

    Fördergemeinschaft Gutes Licht:
    LED: Das Licht der Zukunft.
    licht.wissen Heft 17, Frankfurt als Download unter http://www.licht.de/publikationen

    Peter Martin, Jochen Prümper, Gerd von Harten:
    Ergonomie-Prüfer zur Beurteilung von Büro- und Bildschirmarbeitsplätzen (ABETO).
    Frankfurt/Main (Bund-Verlag) 2008  

    Bücher und Broschüren zu Sehen und Beleuchtung

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    Letzte Änderung: 10.6.2011

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    Rechtsquellen
    • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
    • Arbeitsstätten-
      verordnung (ArbStättV) 

    mehr
    Literaturtipps
    • Peter Martin:
      Beleuchtung am Bildschirmarbeitsplatz

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