ergo online
Arbeit im Büro gesund gestalten

Studie: Sitzenbleiben und nicht bewegen

Immer mehr Bewegungsmuffel

Wie viele Menschen in Deutschland führen ein rundum gesundes Leben? In welchen Gesundheitsbereichen gibt es die meisten Defizite und wohin geht der Trend des Gesundheitsbewusstseins im Verlaufe der letzten acht Jahre in Deutschland? Fragen rund um die Themen körperliche Aktivität, Sitzen, Ernährung, Rauchen, Alkoholkonsum und Stressverhalten geht der DKV-Report „Wie gesund lebt Deutschland?“ auf den Grund. Dazu wurden 2.885 Bundesbürger im Frühjahr dieses Jahres nach ihrem subjektiven Gesundheitsempfinden und ihren Lebensgewohnheiten in den oben genannten Kategorien befragt. Ergebnis: Nur 9 Prozent von ihnen leben in allen Bereichen rundum gesund. Vor zwei Jahren traf dies noch auf 11 Prozent der befragten Personen zu.

Ernüchternd sind die Ergebnisse bei der Bewegung – weniger als die Hälfte der Deutschen ist körperlich aktiv. Obwohl die Mindestaktivitätsrichtlinien für ausdauerorientierte Aktivität der WHO bei nur entweder 150 Minuten moderater oder 75 Minuten intensiver körperlicher Aktivität pro Woche liegen, schaffen es über die Hälfte der Deutschen (53 Prozent) nicht, diesen in ihrem beruflichen und privaten Alltag nachzukommen. Insgesamt wird zu viel gesessen. Ob bei der Arbeit, während des Transports oder sogar in der Freizeit – die Menschen sitzen im Durchschnitt 7,5 Stunden pro Werktag. Bei welcher Gelegenheit sie am längsten sitzen, hängt stark von der Personengruppe ab, aber über alle Befragten hinweg führen Fernsehen und Arbeiten die Liste an. 28 Prozent der Befragten sitzen täglich über 8 Stunden und erreichen zudem nicht die Mindestaktivitätsempfehlungen.

Doch wer zu viel sitzt und sich dazu noch zu wenig bewegt, riskiert seine Gesundheit. Bewegung fördert das körperliche Wohlbefinden in vielerlei Hinsicht und führt u. a. zu einer größeren körperlichen Ausgeglichenheit, einem besseren Schlaf, einem geringeren Stressempfinden sowie zu einer gesteigerten Konzentrationsfähigkeit.

Aktive Pausen – z. B. in der Mittagspause eine Runde spazieren gehen, die Treppen benutzen oder regelmäßig die Sitzzeiten an seinem Arbeitsplatz unterbrechen – sollten fest in den Alltag integriert werden, genauso wie regelmäßige Bewegungszeiten in der Freizeit. Doch nicht nur die fehlende körperliche Aktivität und das viele Sitzen machen uns krank. Auch häufiger negativ empfundener Stress, eine hohe Lärmempfindlichkeit und -belästigung sowie das Gefühl von Einsamkeit können sich negativ auf unsere Lebensqualität auswirken und dafür sorgen, dass sich Körper und Geist nicht im Einklang miteinander befinden. Knapp die Hälfte der Befragten (43 Prozent) schafft es nicht, ihren Stress ausreichend zu kompensieren, und verfehlt so den Benchmark. Das höchste Stressempfinden weisen die 30–45-Jährigen auf. 56 Prozent von ihnen erreichen den empfohlenen Richtwert nicht. Gründe dafür könnten die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sein oder andere vielschichtige Belastungsreize, die anscheinend in dieser Lebensphase schlechter kompensiert werden können. 

Quelle: DKV-Report 2018

Der Gesundheitsreport der Deutschen Krankenversicherung kann heruntergeladen werden. 

Logo Ergo Online
© 2016 Beratungsstelle für Technologiefolgen und Qualifizierung (BTQ Kassel)

ergo-online®
powered by
BW | BTQ
mehr