ergo online
Arbeit im Büro gesund gestalten

Unzufrieden bei Arbeit auf Abruf

Minijobber/innen besonders betroffen

Im Jahr 2016 geben 4,5 Prozent der Beschäftigten an, Arbeit auf Abruf auszuüben. 6 Prozent der Beschäftigten arbeiten in Tätigkeiten mit Rufbereitschaft, 5,5 Prozent in solchen mit Bereitschaftsdienst. Von diesen drei Formen der „Rufarbeit“ ist Arbeit auf Abruf überdurchschnittlich oft unter Minijobbern anzutreffen, wohingegen Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienste häufiger bei Vollzeitbeschäftigten vorkommen. Arbeit auf Abruf wird besonders häufig im Hotel- und Gaststättengewerbe eingesetzt. Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst sind vor allem im Gesundheitsbereich verbreitet. Beschäftigte, die Arbeit auf Abruf ausüben, sind mit ihrem Leben und ihrer Freizeit weniger zufrieden als andere Personen. Für Beschäftigte, zu deren Tätigkeiten Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst gehören, ergibt sich kein entsprechender Zusammenhang. Die Bundesregierung plant gesetzliche Änderungen bei Arbeit auf Abruf. Diese greifen teilweise die schon bestehende Rechtsprechung auf, zudem können in Tarifverträgen abweichende Regelungen vereinbart werden.

Die Analysen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sowie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) zeigen, dass Arbeit auf Abruf deutlich häufiger als Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst im Bereich der Helfertätigkeiten ausgeübt wird. Arbeit auf Abruf trage überwiegend den Bedürfnissen von kleineren Betrieben des Dienstleistungssegments Rechnung, die zum Beispiel stark schwankenden Geschäftstätigkeiten mit einem flexiblen Personaleinsatz begegnen müssen. Insofern verwundere es nicht, dass Arbeit auf Abruf häufig bei Personen anzutreffen sei, die Minijobs ausüben. Beispiele fänden sich etwa in der Gastronomie, wo unvorhergesehene Personalengpässe infolge größerer Aufträge kurzzeitig ausgeglichen werden müssen. Demgegenüber sei die Flexibilisierung in Form von Rufbereitschaft oder Bereitschaftsdiensten häufiger bei Vollzeittätigkeiten und in größeren Unternehmen anzutreffen, wo diese Arten der Rufarbeit dazu dienen können, eine Rund-um-die-Uhr-Erreichbarkeit zu gewährleisten. Da diese Bereitschaften aber regelmäßig von den Unternehmen benötigt würden, seien diese Rufarbeitsformen häufig anhand von Dienstplänen in das reguläre Tätigkeitsprofil der Beschäftigten integriert. Ein bekanntes Beispiel hierfür sei die Bereitschaftsschicht von Ärzten in Krankenhäusern. Der Blick auf die Folgen von Rufarbeit habe in einem weiteren Schritt ergeben, dass die Befunde zumindest für Arbeit auf Abruf auf Belastungen für die Beschäftigten hindeuten. Dies betreffe insbesondere die Lebens- und Freizeitzufriedenheit.

Der komplette Kurzbericht kann kostenlos heruntergeladen werden.

Logo Ergo Online
© 2016 Beratungsstelle für Technologiefolgen und Qualifizierung (BTQ Kassel)

ergo-online®
powered by
BW | BTQ
mehr