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Arbeit im Büro gesund gestalten

Mehr Gleitzeit - mehr Gleichheit

Nachtarbeit des Partners wirkt negativ

Dass Mütter auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor benachteiligt sind, liegt der Studie zufolge auf der Hand. Arbeitnehmerinnen gehen demnach zu 96 Prozent und meistens für zwölf Monate in Elternzeit, Männer nur zu einem Drittel und in der Regel zwei Monate. Die Erwerbsbeteiligung von Frauen habe in den vergangenen Jahren überwiegend in Form von Teilzeitjobs zugenommen, aktuell seien über vier Fünftel der betroffenen Beschäftigten weiblich. Von den Müttern mit Kindern unter drei Jahren arbeite knapp ein Viertel in Teilzeit, die Hälfte sei überhaupt nicht erwerbstätig.

Welche Rolle Arbeitszeitarrangements in diesem Zusammenhang spielen, hat die Forscherin Yvonne Lott mithilfe von Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) aus den Jahren 2003 bis 2013 untersucht. Der Analyse zufolge wirkt sich Gleitzeit signifikant positiv auf die Arbeitsmarktchancen von Müttern aus: Die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen nach der Elternzeit beruflich wieder Fuß fassen, steigt um etwa 60 Prozent, wenn sie Spielräume bei Anfang und Ende ihres Arbeitstags haben. Andere Faktoren wie die Ausbildung, die berufliche Position oder die Branche wurden dabei herausgerechnet. Der Befund zeige, dass ein gewisses Maß an Flexibilität entscheidend zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie beitragen kann, so die Soziologin. Problematisch sei indes, dass die durchschnittliche Wochenarbeitszeit zugleich sinkt.

Ebenfalls einen positiven Effekt auf die Arbeitsmarktchancen hat den Berechnungen zufolge Wochenendarbeit von Müttern. Die Erklärung: Frauen mit Kindern seien offenbar darauf angewiesen, die Arbeitswoche auszudehnen, um den beruflichen Wiedereinstieg zu schaffen. Negativ wirkt es sich aus, wenn die Partner von Müttern nachts arbeiten müssen. Der Politik empfiehlt Lott, Nachtarbeit so weit wie möglich gesetzlich zu begrenzen. Zudem bräuchten Mütter mehr Unterstützung dabei, Erwerbsarbeit und Familie unter der Woche in Einklang zu bringen. Mehr Gleitzeit könnte dabei helfen.

Quelle: Working Paper der Forschungsförderung der Hans-Böckler-Stiftung Nr. 71, Juni 2018 (in Englisch)

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