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Frauen-Rente nur halb so hoch wie die Männer-Rente

Im Westen ist die Lücke noch größer

Männer verfügen im Schnitt über mehr als doppelt so hohe Alterssicherungseinkommen wie Frauen. Im Westen fällt die Lücke mit 58 Prozent deutlich größer aus als im Osten mit 28 Prozent.

Die mit Abstand wichtigste Säule stellt der Studie zufolge die gesetzliche Rente dar. Deren Höhe betrug 2015 bei den Männern durchschnittlich 1154 Euro, bei den Frauen 634 Euro pro Monat – eine Differenz von 45 Prozent. Noch größer ist die Kluft bei den Betriebsrenten in der Privatwirtschaft: Hier liegen die Frauen mit 240 Euro knapp 60 Prozent gegenüber den Männern zurück, die auf 593 Euro kommen. Zudem haben nur 7 Prozent der Rentnerinnen überhaupt eigene Ansprüche aus der betrieblichen Altersversorgung, von den männlichen Ruheständlern immerhin 26 Prozent. Von der Zusatzversorgung im öffentlichen Dienst profitieren 12 Prozent der weiblichen und 10 Prozent der männlichen Rentner. Laufende Leistungen aus der privaten Altersvorsorge beziehen 5 Prozent der Männer und 2 Prozent der Frauen, wobei Letztere mit durchschnittlich 311 Euro deutlich weniger ausgezahlt bekommen als die Männer mit 485 Euro.

Als Erklärung für die Rentenlücke verweisen die Expertinnen auf die traditionelle Arbeitsteilung zwischen den Geschlechtern: Berufstätige Frauen nehmen häufiger Auszeiten für die Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen, arbeiten öfter in Teilzeit, werden im Schnitt schlechter bezahlt – und erwerben dementsprechend weniger Rentenansprüche.

Für die Ergebnisse zur Geschlechtergerechtigkeit im Ruhestand wurde das WSI-Gender-Daten-Portal ausgewertet. WSI-Forscherin Christina Klenner hat gemeinsam mit Alexandra Wagner und Peter Sopp vom Forschungsteam Internationaler Arbeitsmarkt in Berlin die Einkommen von Rentnern und Rentnerinnen verglichen. Ihrer Analyse zufolge schneiden Frauen bei allen drei Säulen der Alterssicherung schlechter ab als Männer.

Der WSI-Report ist kostenlos als PDF verfügbar.
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