ergo online
Arbeit im Büro gesund gestalten

Weihnachtsgeld für 55 Prozent

Tarifbindung ist entscheidend

Die Chance, Weihnachtsgeld zu erhalten, ist unter den verschiedenen Beschäftigtengruppen ungleich verteilt. „Entscheidend ist vor allem die Frage“, so der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Prof. Dr. Thorsten Schulten, „ob die Beschäftigten in einem tarifgebundenen Unternehmen arbeiten oder nicht.“ Während 77 Prozent aller Beschäftigten in Betrieben mit Tarifvertrag Weihnachtsgeld bekommen, sind es in Betrieben ohne Tarifvertrag lediglich 42 Prozent.

„Hinzu kommt“, so Schulten, „dass in tarifgebundenen Betrieben die Beschäftigten in der Regel durch den Tarifvertrag einen rechtlichen Anspruch auf Weihnachtsgeld haben. In nicht-tarifgebundenen Betrieben wird das Weihnachtsgeld hingegen oft nur als freiwillige Zahlung geleistet, die vom Unternehmen unter bestimmten Bedingungen wieder eingestellt werden kann.“

Wenn der Tarifvertrag fehlt, hat das für Beschäftigte damit doppelte Nachteile bei der Bezahlung: Zum einen gibt es in der Regel schon während des Jahres weniger Lohn und Gehalt, zum anderen knausert der Chef oft auch noch beim Weihnachtsgeld. Die WSI-Forscher beobachten deshalb den Rückgang der Tarifbindung mit Sorge. Zuletzt arbeiteten nur noch 57 Prozent (West) bzw. 44 Prozent (Ost) der Beschäftigten in einem Betrieb mit Tarifvertrag. „Viele Arbeitgeber ohne Tarifbindung erklären zwar in Umfragen, sich am Tarifvertrag zu orientieren. Aber beim Weihnachtsgeld tun das offensichtlich nicht viele“, erklärt Schulten.

Neben der Tarifbindung lassen sich eine Reihe weiterer Merkmale identifizieren, die die Chancen auf Weihnachtsgeld erhöhen, etwa Region, Geschlecht und Arbeitszeit. Beschäftigten im Westen, Männer und Vollzeitkräfte erhalten häufiger Weihnachtsgeld als Ost-Beschäftigte, Frauen udn Teiltzeitkräfte.

Quelle: Pressemitteilung des WSI-Tarifarchivs

Logo Ergo Online
© 2016 Beratungsstelle für Technologiefolgen und Qualifizierung (BTQ Kassel)

ergo-online®
powered by
BW | BTQ
mehr