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Arbeit im Büro gesund gestalten

Normal wird seltener

Mehr Wochenend- und Schichtarbeit

2016 hatten von den 37 Millionen abhängig Beschäftigten 1,7 Millionen eine Stelle mit "überlangen" Arbeitszeiten, also 4,6 Prozent. Knapp ein Viertel arbeitete "ständig oder regelmäßig" am Wochenende, knapp 14 Prozent an Sonn- und Feiertagen, knapp jeder Vierte abends und knapp neun Prozent nachts. Schichtarbeit gehörte für 15,6 Prozent zum Alltag.

Weil die Zahl der Erwerbstätigen gestiegen ist, gibt es inzwischen auch mehr Arbeitnehmer/innen mit langen Arbeitszeiten als vor zehn Jahren. Ihr Anteil allerdings blieb in etwa stabil: 2006 lag er bei 4,7 Prozent, bis 2012 stieg er auf 5,6 Prozent, dann sank er wieder auf 4,6 Prozent im Jahr 2012. Ähnlich stabil blieb der Anteil der Wochenend-, Abend- und Nachtarbeiter. An Sonn- und Feiertagen dagegen wird heute häufiger gearbeitet als vor zehn Jahren: Der Anteil stieg von 12,3 auf knapp 14 Prozent. Auch der Anteil der Schichtarbeitern stieg von 14,5 Prozent 2006 auf 15,6 Prozent 2016.

Problematisch können Arbeitszeiten jenseits der Norm sein, wenn sie die Gesundheit beeinträchtigen. Das Arbeitsministerium bezieht sich in seiner Antwort auf den Arbeitszeitreport der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und schreibt, dass der Anteil der Beschäftigten, die ihren Gesundheitszustand als "sehr schlecht oder schlecht" einschätzten, am höchsten sei in der Gruppe derjenigen mit einer Wochenarbeitszeit von mehr als 60 Stunden. Schichtarbeiter litten häufiger unter Erschöpfung und Schlafstörungen; tendenziell gingen lange Arbeitszeiten mit sinkender kognitiver Leistungsfähigkeit und steigendem Unfallrisiko einher. Grundsätzlich hätten Beschäftigte mit Überstunden häufiger Beschwerden als solche mit "hohen Einflussmöglichkeiten" auf ihre Arbeitszeit.

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 24. Januar 2018 

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