ergo online
Arbeit im Büro gesund gestalten

Wer mehr als 8 Stunden am Tag arbeitet, lebt gefährlicher

Das Unfallrisiko steigt

Arbeitgeberverbände wollen den Acht-Stunden-Tag abschaffen und plädieren für Wochenhöchst- statt Tageshöchstarbeitszeiten. Wird das Wirklichkeit, ist es künftig auch erlaubt, 14 Stunden am Tag zu arbeiten, 15 oder 16. In dem gut 200 Seiten starken Weißbuch "Arbeiten 4.0", das Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) kürzlich vorgelegt hat, wird laut Süddeutscher Zeitung einerseits darauf hingewiesen, dass zum Beispiel schon jetzt Arbeitszeiten von zehn Stunden und auf neun Stunden verkürzte Ruhezeiten zwischen zwei Schichten möglich seien. Andererseits sollten Gewerkschaften und Arbeitgeber künftig für zunächst zwei Jahre bei der Arbeitszeit über die gesetzlichen Regeln hinausgehen dürfen, sofern sie dies in einem Tarifvertrag vereinbart haben. Gesetzlich festschreiben wolle die Ministerin diese Experimentierphase in einem Wahlarbeitszeitgesetz.

Eine andere Meinung vertritt Professor Dirk Windemuth, Leiter des Instituts für Arbeit und Gesundheit der DGUV (IAG). Wörtlich sagt er: "Sowohl hinsichtlich der täglichen als auch der wöchentlichen Arbeitszeit gibt es deutliche Belege, dass ein Anstieg der Arbeitszeit mit einem erhöhten Unfallrisiko einhergeht. Konkret heißt das: Wer mehr als acht Stunden am Tag arbeitet, lebt gefährlicher. Diese Befunde werden in der Literatur immer wieder bestätigt, beispielsweise für unterschiedliche Beschäftigtengruppen, wie zum Beispiel Jugendliche, als auch für unterschiedliche Tätigkeiten wie unter anderem die Arbeit im Betrieb vs. Fahrt von der Arbeit nach Hause."

Ein zentrales Problem beim regelmäßigen oder häufigen Überschreiten der acht Stunden bestehe darin, dass die Erholungsfähigkeit im Schlaf leidet. Die führe wiederum dazu, dass im Laufe einer Arbeitswoche und eventuell auch darüber hinaus die negativen Effekte kumulieren, so dass am Ende eine deutliche Steigerung der Gefährdung von Sicherheit und Gesundheit stehe.

"Auch für andere Kriterien der Arbeitszeit – wie z. B. wöchentliche Arbeitszeit, Lage der Arbeitszeit am Tag - gibt es deutliche Belege, dass ein Abweichen vom Normalen das Unfallrisiko steigert. So gilt zum Beispiel: Mehr als 40 Stunden Arbeit pro Woche geht mit einem Sicherheitsrisiko einher."

Das vollständige Interview ist hier zu lesen.
 

 

 

Logo Ergo Online
© 2016 Beratungsstelle für Technologiefolgen und Qualifizierung (BTQ Kassel)

ergo-online®
powered by
BW | BTQ
mehr