Im Kapitel „Entspannt sehen“ des Grundkurses Büroalltag geht es darum, wie richtige Beleuchtung und Bildschirmanzeige dafür sorgen, dass Augen nicht ermüden, brennen oder tränen und Kopfschmerzen und Nackenverspannungen vermieden werden. 

 

Übersicht:


Ausreichende Beleuchtung

Eine gute Beleuchtung ermöglicht es, entspannt zu sehen und am Bildschirm schnell und fehlerfrei zu lesen. Sie erleichtert die für die Augen sehr einseitige Seharbeit in immer gleicher Entfernung vom Bildschirm.

Rund ein Drittel der Bürobeschäftigten klagt über Augenbeschwerden. Auch frühzeitige Ermüdung oder Kopfschmerzen können Folge schlechter Sehbedingungen sein. Häufig liegt die Ursache in falscher Beleuchtung. Es ist zu dunkel im Raum, die Sonne blendet, Reflexe spiegeln sich auf dem Monitor, das Licht ist zu grell oder Leuchten sind falsch platziert.

Für eine richtige Beleuchtung sorgen

Ideal ist eine Mischung aus direkter Beleuchtung und indirekter Beleuchtung in Kombination mit einer Arbeitsplatzleuchte.
 
Der Raum soll gleichmäßig hell sein, harte Kontraste (grell erleuchtete Ecken und völlig dunkle) sollten vermieden werden. Tageslicht ist künstlichem vorzuziehen. Tageslicht ist nicht nur für die Augen angenehmer, sondern auch fürs psychische Wohlbefinden des Menschen. Und ein Blick aus dem Fenster wirkt entspannend für die Augen. Nicht zuletzt gilt es als Augenübung, immer wieder vom Bildschirm wegzuschauen und gezielt in die Ferne sehen. 

Ältere Beschäftigte brauchen mehr Licht. Und für alle gilt: Die Leuchten am Arbeitsplatz sollten individuell einstellbar sein. Für den Lesebereich von Unterlagen ist eine höhere Lichtstärke angebracht, dabei sollte darauf geachtet werden, dass Kolleginnen und Kollegen nicht geblendet werden.

Wenn es draußen dunkel ist, reicht allein die Helligkeit des Bildschirms keinesfalls zum Arbeiten aus. Gemütliches Dämmerlicht und Blick auf den Monitor bedeutet für die Augen Schwerstarbeit: Sie müssen die Kontraste von dunkel und hell verkraften und werden schneller müde. Deshalb gilt: Deckenleuchte immer und Schreibtischlampe bei Bedarf anschalten. 

Leuchten am Arbeitsplatz

Eine Leuchte am Schreibtisch muss blendfrei sein, Rechtshänder platzieren sie links und Linkshänder rechts. Sie soll den Tisch und die direkte Umgebung ausleuchten und sich nicht auf dem Bildschirm spiegeln.  

Eine Stehleuchte wird am besten seitlich des Arbeitstisches aufgestellt, sie kann direkt abstrahlen oder indirekt, indem sie gegen die Decke leuchtet und das Licht auf den Arbeitsplatz diffus reflektiert. Damit keine Blendungen entstehen, sollten sie mit Mikroprismenraster oder Spiegelraster ausgestattet sein.

Um Energie zu sparen, empfehlen sich tageslichtabhängige Sensoren. Die Lichtleistung wird zurückgefahren, wenn genügend Helligkeit von außen eindringt. Tageslichtweiße Bildschirmarbeitsleuchten sind tagsüber angebracht, sie fördern die Leistungsfähigkeit und ermöglichen eine natürliche Farbwiedergabe. Warmweiße Lichtfarben sollten dagegen eher am Abend benutzt werden.

Arbeitstisch platzieren

Am besten ist es, den Arbeitstisch zwischen zwei Lichtquellen an der Decke zu platzieren. Licht, das von der Seite aus auf den Schreibtisch fällt, ist besser, als von vorn oder hinten, weil damit Spiegelungen und Blendungen vermieden werden.

Wenn die Arbeitsplätze im Raum so gestellt werden, dass der Blick in den Bildschirm parallel zum Fenster ausgerichtet ist, werden Blendungen des durch das Fenster einfallenden Lichts verhindert. Dadurch muss man nicht direkt in die Sonne sehen, Reflexionen auf dem Bildschirm werden vermieden.

Bild 1: Indirekt-/Direktbeleuchtung parallel zur Blickrichtung. Zusätzliche Arbeitsplatzleuchte für Mehrbedarf an Beleuchtungsstärke beim Lesen von Unterlagen. Der Arbeitsplatz steht mit Blick parallel zum Fenster. (Bild: Chiarina Fazio, Rechte: ergo-online)

Blendet das Tageslicht dennoch oder spiegelt es sich auf dem Monitor, muss man den Arbeitstisch verrücken oder Rollos oder Jalousien anbringen. Notwendig sind Lichtschutzeinrichtungen auf jeden Fall an Süd-, West- und Ostseiten. In halbtransparenter Ausführung oder als verstellbare Lamellen sichern sie etwas Tageslicht im Raum.

Vermeiden lassen sich Blendungen durch zu helle Flächen im Blickfeld auch durch Aufsätze am Arbeitstisch oder Stellwände.

Bildschirmanzeige verbessern

Dunkle Schrift auf hellem Grund

Wer vor allem Texte schreibt und mit den Augen ständig von Vorlagen auf den Monitor wechseln muss, sollte am Bildschirm die Positiv-Darstellung der Schriftstücke wählen: dunkle Schrift auf hellem Hintergrund. Der Kontrast ist geringer, dadurch werden die Augen geschont.

Schriftgröße angepasst

Die Schriftgröße hängt von der Sehentfernung ab, bei großen und weit entfernten Bildschirmen werden größere Zeichen benötigt, um entspannt sehen zu können.

Bei zu kleiner Schrift, bei Unschärfen oder verschnörkelten Schriftarten, sind die Buchstaben nur schwer zu unterscheiden und die Augenmuskulatur muss stark angespannt werden. Auch die mentale Arbeit im Kopf zum Unterscheiden der Zeichen ist aufwändiger. Ermüdung und Augenbeschwerden können früher auftreten.    

Als Faustformel für entspanntes Sehen gilt:

 Zeichenhöhe (mm) = Sehabstand (mm)/155

Die Schriftgröße für Texte lässt sich in fast allen Programmen verändern.

Schriftart - keine Spielereien am Bildschirm

Eine klare, nicht zu kleine Schrift ohne Häkchen, Kurven und dünnen Linien ist zu empfehlen. Kursivtexte sind schwerer zu lesen. DAS GLEICHE GILT FÜR TEXTE IN GROSSBUCHSTABEN. Ausgefallene Schriften, Schriften mit Serifen oder Schreibschrift sind für das Lesen eine Qual, das Auge muss sich mehr anstrengen um zu erkennen. Empfehlenswert sind Schriften wie MS Sans Serif, Verdana oder Calibri.

Die Schriftdarstellung „wie gedruckt“, also scharf und klar ohne Pixelung, erleichtert das Sehen erheblich. 

Helligkeit und Kontrast einstellen und nachregeln

Helligkeit und Kontrast des Bildschirms können verändert werden, um Texte je nach Umgebungshelligkeit leichter und schneller lesen zu können. Die Tasten für Helligkeit und Kontrast sind häufig an der Vorderseite des Monitors angebracht und mit Symbolen gekennzeichnet. Die Einstellungen für Kontrast und Helligkeit können aber auch über das Bildschirmmenü verändert werden oder bei vielen Laptops über Funktionstasten.

Grundsätzlich gilt: Helligkeit und Kontraste sollte nicht für immer und ewig so eingestellt bleiben, sondern an die Lichtverhältnisse angepasst werden.

Bildschirmbrille und Augenuntersuchungen

Eine Bildschirmbrille ist eine Sehhilfe, die speziell auf die Entfernung Auge – Bildschirm abgestimmt ist. In der Regel brauchen Ältere eine Bildschirmbrille. Wenn die Flexibilität des Auges im Alter abnimmt, reicht oft eine normale Brille zum Lesen am Bildschirm nicht mehr aus. Die Kosten für die Brille übernimmt der Arbeitgeber für Beschäftigte, die einen nicht unwesentlichen Teil ihres Arbeitstages am Bildschirm arbeiten.

Die Augenvorsorgeuntersuchung (korrekt: arbeitsmedizinische Vorsorge für Tätigkeiten an Bildschirmgeräten) ist gesetzlich vorgeschrieben und muss vom Arbeitgeber für alle Beschäftigten angeboten werden, die am Bildschirm arbeiten. Für Personen ab 40 Jahre ist sie alle drei Jahre anzubieten, für Jüngere alle fünf Jahre; für die Kosten kommt der Arbeitgeber auf. Verpflichtend für die Beschäftigten ist sie zwar nicht, aber sehr empfehlenswert.

Unterwegs mit Notebook, Smartphone und Tablet

Für Beschäftigte, die unterwegs am Notebook, Smartphone oder Tablet-PC arbeiten, gelten die gleichen ergonomischen Empfehlungen wie fürs Büro. Wer sich einen Arbeitsplatz beim Kunden, im Restaurant oder Hotelzimmer sucht, sollte einen „Blick“ dafür haben.

Auch die mobilen Arbeitsmittel müssen ergonomisch und gebrauchstauglich für unterschiedliche und oft ungünstige Umgebungen sein: matte Bildschirmoberfläche, helles Gehäuse, gute Hintergrundhelligkeit, schnell verstellbare Helligkeit und Kontrast, gute Tastaturbedienbarkeit, leichtes Gewicht, robuste Ausführung.   

Tipps für entspanntes Sehen – so sichern sie sich eine gute Beleuchtung

 

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